Facebook schließt Oculus-VR-Übernahme ab

Facebook hat die im März angekündigte Übernahme von Oculus VR offiziell abgeschlossen. Es zahlte insgesamt rund 2 Milliarden Dollar für den Entwickler einer noch nicht serienmäßig verfügbaren Virtual-Reality-Brille namens Oculus Rift.

Der Kaufpreis von 2 Milliarden Dollar basiert auf einem Kurs der Facebook-Aktie von 69,35 Dollar. 400 Millionen Dollar zahlt Facebook in bar. Darüber hinaus erhält Oculus 23,1 Millionen Facebook-Aktien. Bei Erreichen bestimmter Ziele sollen zu einem späteren Zeitpunkt weitere 300 Millionen Dollar an Oculus fließen, womit das Geschäft sogar einen Gesamtwert von 2,3 Milliarden Dollar hätte.

Oculus mit Sitz im kalifornischen Irvine wurde 2012 vom 21-jährigen Palmer Luckey gegründet. Für die Entwicklung der Rift-Brille beschaffte es sich über Kickstarter 2,4 Millionen Dollar. Das Start-up behält sein derzeitiges Hauptquartier und wird von dort aus die Arbeit an Oculus Rift fortsetzen.

Die Akquisition von Oculus VR ist bereits Facebooks zweite Multi-Milliarden-Dollar-Übernahme in diesem Jahr. Im Februar hatte es eine verbindliche Vereinbarung zum Kauf des Messaging-Diensts Whatsapp für 19 Milliarden Dollar unterzeichnet. Vor zwei Jahren machte Facebook Schlagzeilen, als es Instagram für rund eine Milliarde Dollar erwarb. Die Video-App hat inzwischen die Marke von 200 Millionen monatlich aktiven Nutzern geknackt.

Facebooks Oculus-Übernahme im Vergleich zu anderen Zukäufen von Technikfirmen in den letzten Jahren (Grafik: Statista)

Laut Facebook-CEO Mark Zuckerberg ist Virtual Reality der nächste große Trend im Bereich Social Media. „Mobile ist die Plattform von heute, und jetzt bereiten wir uns auf die Plattformen von morgen vor“, wurde Zuckerberg im März in einer Pressemitteilung zitiert. „Oculus hat die Möglichkeit, die sozialste Plattform aller Zeiten zu schaffen, und die Art, wie wir arbeiten, spielen und kommunizieren, zu verändern.“

Noch während der Kauf durch Facebook abgewickelt wurde, übernahm Oculus im Juni selbst die Carbon Design Group, die etwa für die Produktentwicklung des Bewegungssensors Kinect für Microsofts Xbox 360 zuständig war, und im Juli mit RakNet einen Anbieter von Networking Middleware. RakNets Tools zur Spieleentwicklung sind sowohl bei unabhängigen Entwicklern wie Oculus als auch Firmen wie Mojang und Sony Online Entertainment beliebt, weil sie eine Vielzahl von Netzwerktypen unterstützen. Die Zukäufe zeigen, dass Oculus weiterhin relativ unabhängig agiert.

Um mehr Software-Entwickler von seiner VR-Technik zu überzeugen, wird Oculus im Herbst seine erste Developer Conference ausrichten. Die „Oculus Connect“ wird vom 19. bis 20. September in Los Angeles stattfinden. Auf dem Programm stehen Keynotes von CEO Brendan Iribe, Gründer Palmer Luckey, CTO John Carmack und Chief Scientist Michael Abrash. Außerdem gibt es Workshops und die Möglichkeit zum Austausch mit anderen Oculus-Entwicklern. Das Platzangebot ist begrenzt.

[mit Material von Charlie Osborne, ZDNet.com]

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Florian Kalenda

Seit dem Palm Vx mit Klapp-Tastatur war Florian mit keinem elektronischen Gerät mehr vollkommen zufrieden. Er nutzt derzeit privat Android, Blackberry, iOS, Ubuntu und Windows 7. Die Themen Internetpolitik und China interessieren ihn besonders.

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