US-Kartellwächter untersuchen Facebooks Übernahme von Instagram und WhatsApp

Eine Gruppe von Staatsanwälten mehrerer US-Bundesstaaten bereitet angeblich unter der Führung von Letitia James, Generalstaatsanwältin von New York, eine Kartellklage gegen Facebook vor. Das berichtet zumindest die Washington Post. Auch die US-Handelsbehörde Federal Trade Commission soll sich mit möglichen Wettbewerbsverstößen des Social Network beschäftigen.

Ermittler der Bundesstaaten sowie auf Bundesebene wollen demnach Kartellverstöße im Rahmen beziehungsweise durch die Übernahmen von Instagram und WhatsApp festgestellt haben. Die Akquisitionen sollen dem Unternehmen von Mark Zuckerberg geholfen haben, „ein wettbewerbsfeindliches Social-Networking-Schwergewicht“ zu schaffen, heißt es im Bericht der Washington Post. Außerdem sollen die Ermittler Facebook vorwerfen, seine umfangreichen Nutzerdaten als Waffe gegen Mitbewerber einzusetzen.

Konkret wollen die Wettbewerbshüter dem Bericht zufolge herausfinden, wie sich WhatsApp und Instagram seit dem Kauf durch Facebook verändert haben. Sie vermuten, dass sich die Angebote beider Dienste durch den Zusammenschluss mit Facebook verschlechtert haben und weniger Schutz für die Privatsphäre von Nutzern bieten als wenn beide Unternehmen weiterhin eigenständig wären. Unter anderem soll es um Bestrebungen von Facebook gehen, Daten von WhatsApp-Nutzern stärker in andere Dienste des Unternehmens zu integrieren – entgegen von Zusagen von Facebook, die Regulierer als Bedingungen für die Akquisition aufgestellt hatten.

An der laufenden Untersuchung sind demnach mehr als 40 Generalstaatsanwälte beteiligt. Sie begann im September und konzentrierte sich anfänglich auf Facebooks Marktmacht sowie davon ausgehendes wettbewerbswidriges Verhalten.

Angeblich stehen auch die Ermittlungen der Federal Trade Commission vor dem Abschluss. Das Verfahren der Handelsbehörde läuft unabhängig von möglichen Klagen der Bundesstaaten und könnte bereits vor dem Jahreswechsel eröffnet werden. Es ist nur ein Teil umfangreicher Ermittlungen gegen US-Technikfirmen.

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Stefan Beiersmann

Stefan unterstützt seit 2006 als Freier Mitarbeiter die ZDNet-Redaktion. Wenn andere noch schlafen, sichtet er bereits die Nachrichtenlage, sodass die ersten News des Tages meistens von ihm stammen.

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