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Klickbetrug: Google entfernt Apps von DO Global

Google hat insgesamt 46 Apps von DO Global aus seinem Play Store entfernt und begründet die Maßnahme mit Klickbetrug sowie weiteren Verletzungen seiner Richtlinien. Unter anderem soll der Hersteller seine Apps unter Entwicklernamen wie „Pic Tools Group“, „Photo Artist Studio“ und „Applecheer Studio“ eingestellt und mit unterschiedlichen Adressen verschleiert haben, dass er der tatsächliche Eigentümer ist.

Der massenhafte Hinauswurf trifft einen großen chinesischen Android-Entwickler, der zuvor mit rund 100 Anwendungen und über 600 Millionen Installationen bei Google Play vertreten war. DO Global war vor seiner Ausgliederung eine Tochterfirma des chinesischen Suchkonzerns Baidu, der heute noch immer mit 34 Prozent am Entwickler beteiligt ist.

DO Global soll es zudem untersagt sein, Inserate über Googles Werbenetzwerk AdMob anzubieten. „Wir untersuchen bösartige Verhaltensweisen aktiv“, erklärte ein Google-Sprecher. „Wenn wir Verstöße feststellen, dann treffen wir Maßnahmen.“ Das bedeutet unter anderem, dass ein Entwickler mit einer App kein Geld mehr mittels AdMob verdienen oder sie über Play veröffentlichen kann.

Während Google aufgrund von Richtlinienverstößen häufig gegen einzelne Apps vorgeht, gab es nie eine so umfangreiche Maßnahme gegen einen Entwickler dieser Größenordnung. Das Vorgehen gegen DO Global folgt investigativen Recherchen und einer Veröffentlichung von BuzzFeed News. Der Klickbetrug wurde von der Sicherheitsfirma Check Point ermittelt, die von BuzzFeed News um eine Untersuchung verdächtiger Apps gebeten wurde. Die Publikation erfuhr inzwischen außerdem von einem Informanten, dass Google weitere Apps von DO Global entfernen und den Entwickler sogar vollständig aus Google Play verbannen will.

DO Global leistet keinen Widerstand, sondern gibt sich äußerst reumütig. „In der letzten Woche wurden wir auf eine Reihe von Medienberichten über unsere Apps aufmerksam“, heißt es in einer Stellungnahme. „Wir verstehen vollkommen die Ernsthaftigkeit der Anschuldigungen. Wir haben daher sofort eine interne Untersuchung durchgeführt. Zu unserem Bedauern stießen wir auf Unregelmäßigkeiten bezüglich der Nutzung von AdMob-Inseraten in einigen unserer Produkte. Daher verstehen und akzeptieren wir Googles Entscheidung.“

Vom großen Hinauswurf betroffen war unter anderem der seit Jahren vielfach verbreitete ES Datei Explorer, hinter dem ebenfalls DO Global steht. Diese Android-App fiel schon zuvor durch kritische Sicherheitslücken auf. So wurde im Januar eine gefährliche Schwachstelle bekannt, über die Dateien und Geräteinformationen für jeden Nutzer im selben Netzwerk zugänglich wurden. Laut Sicherheitsforscher Craig Young konnten Angreifer dieses Sicherheitsloch darüber hinaus über eine präparierte Webseite ausnutzen, die auf dem Smartphone geladen wurde.

ZDNet.de Redaktion

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