Fitbit will für bis zu 754 Millionen Dollar an die Börse

Fitbit hat den angestrebten Aktienpreis für seinen anstehenden Börsengang erhöht. Der Hersteller von Fitnesstrackern plant jetzt, einen anfänglichen Ausgabepreis zwischen 17 und 19 Dollar je Aktie festzulegen. Damit könnte der IPO ein Volumen von bis zu 754 Millionen Dollar haben.

Das vor acht Jahren in San Francisco gegründete Start-up hatte im Mai noch geplant, den Startpreis zwischen 14 und 16 Dollar zu definieren. Es ging von einem Erlös von „mindestens 100 Millionen Dollar“ aus. Die Firma selbst will 22,4 Millionen Aktien verkaufen, was nun bei einem durchschnittlichen Preis von 18 Dollar – abzüglich der Gebühren – tatsächlich einen Erlös von 379,9 Millionen Dollar bedeuten würde.

Zudem wurde der Börsenaufsicht mitgeteilt, dass Aktionäre sich von bis zu 12 Millionen Aktien trennen wollen, was zwar nicht Fitbit selbst zugute kommen wird, aber das potenzielle Handelsvolumen doch beträchtlich in die Höhe schraubt – möglicherweise auf mehr als 750 Millionen Dollar.

Der Zeitpunkt für einen Börsengang Fitbits ist ideal, da der Wearables-Markt gerade als besonders wachstumsstarker Bereich der IT gehandelt wird. Dazu hat der Start der auch für Puls- und Fitnessmessung verwendbaren Apple Watch maßgeblich beigetragen, der es aber zugleich nicht gelungen ist, ein Fast-Monopol zu schaffen, wie es dem iPad einst im Tablet-Bereich gelang. Gerade die kurze Akkulaufzeit der Watch von rund 18 Stunden lässt Platz für einfachere Fitnesstracker oder auch eine E-Ink-Uhr wie die Pebble Time mit typischerweise etwa einer Woche Laufzeit pro Ladung.

Wenn Fitbit bald am New York Stock Exchange unter dem Kürzel „FIT“ gelistet sein wird, dann als eine der ersten Firmen, die sich ausschließlich mit Wearables beschäftigt. Der Handelswert bleibt zwar hinter dem breiter aufgestellter Technikfirmen deutlich zurück – für die Branche, die zunehmend von der breiten Masse wahrgenommen wird, hat der IPO aber Strahlkraft. „Das ist jetzt keine Nische mehr und spricht auch Endverbraucher an, die keine Fitnessfreaks sind“, hatte Analyst Wes Henderek von der NPD Group letzten Monat über Wearables gesagt.

Fitbit war 2007 von James Park und Eric Friedman gegründet worden. Es konzentriert sich auf einfache, bunte Armbänder, die am Körper getragen werden und Schritte zählen sowie Schlaf und Training überwachen. Zu den Produkten der Firma zählt auch eine proprietäre Software für Smartphones und Webbrowser, die der Auswertung der Daten dient. Sie umfasst Trainingstipps ebenso wie eine Möglichkeit, die Kalorienbilanz aufzuzeichnen.

Fitbits Börsengang wird allerdings durch eine Klage des Konkurrenten Jawbone überschattet. Fitbit soll etwa 30 Prozent der Jawbone-Mitarbeiter Stellenangebote unterbreitet haben. Fünf von ihnen wechselten. Bevor sie ihre Kündigung einreichten, sollen sie Geheimdokumente wie die Produktplanung von Jawbone gestohlen haben.

Update 18. Juni: Fitbit hat den erwarteten Ausgabepreis noch einmal erhöht – auf 20 Dollar je Aktie. Das würde ihm einen Firmenwert von 4,1 Milliarden Dollar geben.

[mit Material von Don Reisinger, News.com]

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Florian Kalenda

Seit dem Palm Vx mit Klapp-Tastatur war Florian mit keinem elektronischen Gerät mehr vollkommen zufrieden. Er nutzt derzeit privat Android, Blackberry, iOS, Ubuntu und Windows 7. Die Themen Internetpolitik und China interessieren ihn besonders.

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