Samsungs Mobilgeschäft entwickelt sich weiter rückläufig

Samsungs Mobilgeschäft hat sich auch im ersten Quartal 2015 weiter rückläufig entwickelt. Das geht aus der gestern veröffentlichten Bilanz für die vergangenen drei Monate hervor, in denen die Sparte IT und Mobile gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres einen Rückgang des Betriebsgewinn um 57 Prozent auf 2,74 Billionen Won (2,57 Milliarden Dollar) verzeichnete. Der Spartenumsatz schrumpfte um 20 Prozent auf 25,89 Billionen Won (24,3 Milliarden Dollar), wovon 24,99 Billionen Won (23,5 Milliarden Dollar) allein auf das Mobilgeschäft entfielen.

Insgesamt belief sich der operative Gewinn des koreanischen Elektronikkonzerns im ersten Quartal auf 5,98 Billionen Won (5,61 Milliarden Dollar). Damit sank er wie erwartet um rund 30 Prozent von 8,49 Billionen Won im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn ging im Jahresvergleich um 39 Prozent auf 4,63 Billionen Won (4,34 Milliarden Dollar zurück).

Der Konzernumsatz verringerte sich um 12 Prozent auf 47,12 Billionen Won (44,2 Milliarden Dollar). Dies entspricht ebenfalls Samsungs Prognose von Anfang des Monats, die über den damaligen Erwartungen der Wall Street lag. Zuletzt waren von Thomson Reuters befragte Analysten von 5,51 Billionen Won (5,12 Milliarden Dollar) Betriebsgewinn und 48,8 Billionen Won (45,9 Milliarden Dollar) Umsatz ausgegangen.

Samsung macht weiterhin saisonale Schwankungen und negative Wechselkurseinflüsse für das rückläufige Geschäft verantwortlich. Sang Hyo Kim, Vizepräsident für Investor Relations, gab sich aber zuversichtlich, dass man im Mobilgeschäft wieder Wachstum erreichen könne, indem man sich auf neue, „wettbewerbsfähige“ Techniken wie flexible Displays, drahtloses Laden und den Bezahldienst Samsung Pay konzentriere.

Im abgelaufenen Quartal hat das Unternehmen insgesamt 99 Millionen Handys ausgeliefert, gut 80 Prozent davon waren Smartphones. Die meisten Geräte gingen nach Südostasien und in den Nahen Osten. Die genauen Smartphone-Zahlen weist Samsung nicht gesondert aus, das Wall Street Journal zitiert aber Analystenschätzungen von 82 Millionen Stück – gegenüber 89 Millionen Stück im Vorjahreszeitraum.

Jin Young Park, Vice President von Samsungs Mobilsparte, erklärte, dass es noch zu früh sei, um den Absatz für die im März vorgestellten Flaggschiff-Smartphones Galaxy S6 und S6 Edge vorauszusagen. Man sei aber optimistisch, dass er die Verkäufe des Vorgänger Galaxy S5 übertreffen und somit für neues Wachstum sorgen werde.

„Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Smartphones sich im Vergleich zum Vorjahr weiter erhöhen wird, dank der weltweiten Ausweitung von LTE-Diensten und Wachstum in aufstrebenden Märkten. Das Wachstum des Tablet-Markts wird sich aber voraussichtlich verlangsamen“, sagte Park. „2015 werden wir weiterhin unser Bestes geben, um unser Smartphone-Geschäft mit unserem wettbewerbsfähigen Produktportfolio zu erhöhen. Wir planen, unsere Führungsposition im Premiumbereich durch differenzierende Produktfunktionen zu untermauern.“

Laut Strategy Analytics setzte Samsung im ersten Quartal wieder mehr Smartphones ab als Apple. Allerdings sank sein Marktanteil innerhalb des vergangenen Jahres von 31 auf 24 Prozent. Apple steigerte seinen Anteil hingegen mit 61,2 Millionen verkauften iPhones von 15,3 auf 17,7 Prozent.

Deutliche Zuwächse verzeichnete im ersten Quartal Samsungs Decive Solutions Group, zu der das Halbleiter- und Display-Panel-Geschäft gehört. Ihr Betriebsgewinn verbesserte sich im Jahresvergleich um 81 Prozent auf 3,39 Billionen Won. Die Displaysparte steuerte dazu 0,52 Billionen Won bei, nachdem sie im Vorjahr noch einen Verlust von 0,08 Billionen Won verzeichnet hatte. Auf der anderen Seite meldete Samsungs Consumer Electronics Group einen Verlust von 0,14 Billionen Won, nach einem Gewinn von 0,19 Billionen Won im Vorjahreszeitraum.

[mit Material von Chris Duckett und Aimee Chanthadavong, ZDNet.com]

Björn Greif

Björn kam nach seinem Magisterstudium und Ausflügen in den Sportjournalismus 2006 als Volontär zu ZDNet. Im Anschluss wurde er Redakteur und hat mehr als 12.600 Nachrichten zu tagesaktuellen Themen verfasst, mit Schwerpunkt auf Business, Hardware und Mobile.

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