ITA-Übernahme: Richter genehmigt Vereinbarung zwischen US-Justiz und Google

Bezirksrichter Robert Wilkins hat eine Vereinbarung zwischen dem US-Justizministerium und Google von Mitte April abgesegnet. Damit ist die Übernahme des Flugticket-Suchanbieters ITA Software endgültig abgeschlossen. Wilkins bezeichnete das Abkommen als „im öffentlichen Interesse“, wie Bloomberg berichtet.

Google hatte sich im April verpflichtet, ITAs Technologien über einen Zeitraum von fünf Jahren zu „vernünftigen und nicht diskriminierenden“ Bedingungen an Konkurrenten zu lizenzieren. Einige der Mitbewerber, darunter Online-Reisedienste wie Kayak und Hotwire, hatten sich zu der Lobbygruppe FairSearch.org zusammengeschlossen, um gegen die Fusion vorzugehen.

Zudem muss Google alle Beschwerden, die es von konkurrierenden Reiseanbietern über deren Position in seinem Suchranking erhält, an die US-Justiz weiterleiten. Das Abkommen sieht keine Änderungen an Googles Suchalgorithmus vor. Jedoch muss Google eine Firewall installieren, um unautorisierten Zugriff auf sensible Daten von ITA-Kunden zu verhindern.

Nach Ansicht des US-Justizministeriums gewährleistet die Einigung einen effektiven Wettbewerb, da sie Online-Reisediensten einen Zugang zu ITAs Software zusichert. „Wir sind zuversichtlich, dass wir durch die Kombination von ITAs Kompetenz und Googles Technologie neue Tools für die Flugsuche für alle Nutzer entwickeln können“, erklärte Jeff Huber, zuständiger Senior Vice President bei Google.

Anfang Juli 2010 hatte Google seine Absicht publik gemacht, ITA für 700 Millionen Dollar zu übernehmen. Mitte April schloss es den Kauf ab. Der Flugticket-Suchanbieter war von MIT-Absolventen gestartet worden; Mitgründer Jeremy Wertheimer ist CEO und Präsident. Das Unternehmen bietet unter anderem die Software QPX an, mit der man nach Flügen, Ticketpreisen und freien Plätzen suchen kann. Es hat inzwischen Beziehungen zu großen Fluglinien in aller Welt und stellt seine Dienste Reisebüros sowie Suchmaschinen zur Verfügung.

Seit Ende Mai 2011 findet die Google-Suche Fluginformationen. Mitte September integrierte der Suchanbieter die Software von ITA in seine Flugsuche und zeigt seither auch Flugpläne und Airline-Informationen an. Wer auf google.com beispielsweise „Flüge von Chicago nach Denver“ sucht, bekommt in der linken Navigationsleiste einen Link „Flüge“ angezeigt, der zur neuen Suchfunktion führt. Alternativ kann man die Flugsuche auch über www.google.com/flights aufrufen.

Die angezeigten Flüge lassen sich nicht nur nach Preis und Flugdauer filtern. Zusätzlich gibt es Kategorien wie Zahl der Zwischenlandungen, Fluglinie und Anschluss. Auch bevorzugte Zeiten für Abflug und Ankunft kann der Nutzer festlegen. Google rollt die Funktion schrittweise aus. Zielorte außerhalb der USA werden derzeit aber noch nicht unterstützt.

ZDNet.de Redaktion

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