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Outsourcing-Welle schwappt auf Produktentwicklung über

Der Outsourcing-Boom hat nach Personalwesen und IT-Services jetzt auch die Produktentwicklung erfasst. Laut einer Studie der Marktforscher von AMR Research haben im vergangenen Jahr rund 15 Prozent der produzierenden Unternehmen der USA Teile ihrer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten (F&E) an Service-Dienstleister abgegeben. Weitere zehn Prozent haben dies im laufenden Jahr vor, so die Prognosen der Marktforscher.

Die Auslagerung von technischen Services ist laut AMR-Analyst Lance Travis ein kleines aber wachsendes Angebot der Outsourcing-Dienstleister. „Der Markt für ausgelagerte Entwicklungsservices weitet sich rund um den Erdball aus“, so Travis. Dick im Geschäft sind traditionell die Billiglohnländer Asiens, allen voran Indien, das bereits 13 Prozent der ausgelagerten Entwicklungsarbeit erledigt. Weitere 19 Prozent der Outsourcing-Aufträge übernehmen Dienstleister in anderen asiatischen Staaten, darunter China.

Der Trend zur Auslagerung des so genannten Product Engineerings trifft die USA mitten in einer Diskussion um den möglichen Verlust ihrer Vormachtstellung im Hightech-Bereich. Die Auslagerung von Teilen der Produktentwicklung könnte darüber hinaus zu einer zunehmenden Verlagerung von Hightech-Arbeitsplätzen nach Asien führen. Das traditionelle Outsourcing beschränkte sich dagegen vornehmlich auf das Personalwesen oder die Abwicklung von IT-Prozessen. Für die Firmen steht natürlich auch in diesem Bereich die Kostenreduzierung im Vordergrund. Ein Großteil der Unternehmen erwartet sich laut Travis aber auch eine Flexibilisierung im Personalbereich.

Als Beweis für das zunehmende Wachstum auf dem Markt für F&E-Outsourcing führte Travis das erst in der vergangenen Woche geschlossene Abkommen über ein gemeinsames Entwicklungszentrum zwischen IBM und Nortel an. „Das bedeutet den ersten großen Vertrag für IBMs 1.200 Mann starke Engineering-Services-Sparte“, sagte Travis. Innerhalb der kommenden fünf Jahre soll Nortel so rund zwei Milliarden Dollar einsparen.

ZDNet.de Redaktion

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