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Google setzt auf den Desktop: Positionierung gegen Microsoft?

Die Suche auf einem Desktop-PC stellt jedoch völlig andere Probleme als eine Internet-Suche: Google könnte hier leicht von Betriebssystem-Herstellern wie Microsoft ausgestochen werden, zumal Windows auf mehr als 90 Prozent aller PCs weltweit läuft.

Microsofts Dominanz wurde schon früher als Mittel gesehen, mit dem der Software-Gigant in neue Bereiche eindringt – indem er nämlich neue Features einfach in Windows integriert. Dies war einer der Hauptvorwürfe beim Antitrust-Prozess des US-Justizministeriums gegen Microsoft von 1997.

Schon im Zuge eines Kommissionsberichts anlässlich des anstehenden Börsengangs hatte Google mögliche Microsoft-Taktiken als denkbare Bedrohung seines Web-Business ausgemacht. In einer Auflistung von Risiken, denen das Unternehmen gegenübersteht, spekuliert Google, dass sich der Software-Gigant eines Tages in Googles Fähigkeit zur Indizierung aller Arten von Web-Dokumenten einmischen könnte. Diese Bedenken gelten doppelt, wenn es um den Desktop geht, wo Microsoft seine Produkte mit mächtigen Hebeln gegenüber Rivalen durchsetzen kann.

Einem Bericht in der New York Times zufolge will Google einem Bedarf der Anwender nach Werkzeugen für die anwendungs- und formatübergreifende Suche auf der Festplatte entsprechen – mit einer Suche in E-Mails, allen Arten von Textdokumenten, aber auch Musik- und Bilddateien. Die primäre Zielgruppe einer solchen Suche sind wohl Endanwender, obwohl ein derartiges Werkzeug auch schnell an den Arbeitsplätzen der Unternehmen beliebt werden könnte, wenn es kostenlos zum Download bereitsteht.

Apple Computer bietet bereits ein dieser Beschreibung weitgehend entsprechendes, sehr elegantes Suchwerkzeug als Teil von Mac OS X, aber natürlich nur auf Macintosh-Rechnern, die weniger als fünf Prozent des Marktes ausmachen. Microsoft hat zwar ebenfalls eine Suchfunktion in seinem Betriebssystem Windows integriert, diese ist jedoch so unhandlich, dass die meisten Anwender sich auf eine selbst erstellte Ordner-Hierarchie verlassen, um ihre Dokumente wieder zu finden. Die nächste Windows-Version, „Longhorn“, soll es den Anwendern erlauben, Text, Dateien und das Web aus einer Vielzahl von Anwendungen heraus zu durchsuchen. Diese Windows-Version wird aber frühestens für 2006 erwartet.

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ZDNet.de Redaktion

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