Telekom-Konkurrenten gestärkt

Mit zwei Entscheidungen hat die Regulierungsbehörde die Position der Telekom-Konkurrenz gestärkt. Zwar genehmigte die Bonner Behörde einen Aufschlag für die Nutzung von Telekom-Leistungen. Er fiel aber geringer aus als von der Telekom verlangt. Telekom-Konkurrenten müssen nun nur im Ortsnetz ab 1. Juli bei Call-by-Call und Preselection einen Zuschlag von 0,4 Cent pro Minute zahlen.

Damit erhöhen sich die reinen Abführkosten an die Telekom für die Konkurrenten auf über einen Cent pro Minute. Der Regulierer senkte zudem den monatlichen Mietpreis für die letzte Meile zwischen Telefonnetz und Endkunden. Die Telekom hatte höhere Zuschläge verlangt: Sie wollte auch die Entgelte für Zusammenschaltungen bei Ferngesprächen und Interneteinwahl heraufsetzen. Das wurde von der Regulierungsbehörde verweigert. Im Ortsnetz wollte die Telekom einen Aufschlag von zwei Mal 0,3 Cent für Zuführungsleistungen.

Genehmigt wurde ein einfacher Aufschlag von 0,4 Cent pro Minute. Die Regelung gilt zudem nur bis 30. November. Allerdings macht sie für die Telekom-Konkurrenz im Ortsnetz, die seit Freitag möglich ist, Minutenpreise um einen Cent völlig unrentabel. Außerdem sinkt der monatliche Mietpreis für die so genannte letzte Meile zwischen Telefonnetz und Endkunde ab 1. Mai von derzeit 12,48 Euro auf dann 11,80 Euro. Diese Gebühr muss der Anbieter der Telekom zahlen, wenn ein Kunde dauerhaft seine Gespräche über diesen Dienst abwickelt. Damit müssen die Telekom-Konkurrenten für einen Direkt-Zugang zum Kunden weniger Geld an die Deutsche Telekom zahlen. Diese hatte einen Preis von 17,40 Euro beantragt. Der Preis gilt laut Regulierungsbehörde bis zum 31. März 2005.

Der Präsident der Behörde, Matthias Kurth, sprach von einem „sachgerechten und kostenorientierten Preis“. Die Telekom reagierte unzufrieden. „Wir sind sehr enttäuscht. Der Regulierer ist unseren Preisvorstellungen und Kosten nicht gefolgt“, sagte ein Sprecher. Auf diese Weise würde das Ziel verfehlt, die übrigen Telefonanbieter an den Netzkosten zu beteiligen. Das durch die Entscheidung entstehende Finanzloch für die Telekom konnte er zunächst nicht genau beziffern. Die Telekom prüfe nun, ob sie gegen die Entscheidung der Regulierer vorgehen werde, sagte der Sprecher weiter.

ZDNet.de Redaktion

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