So gelingt ein E-Commerce-Projekt

Der moderne Kunde ist anspruchsvoll, mobil und vielseitig online vernetzt. Er verwendet verschiedene Kanäle, um Online-Einkäufe zu tätigen, und will nahtlos von der Produktinformation direkt zur Bestellung weitergeleitet werden. Wenn er etwa morgens mit seinem Handy in der U-Bahn sitzt und auf einer Facebook-Seite ein Schnäppchen sieht, bestellt er sofort das Produkt. Dies gelingt über eine direkte Weiterleitung auf eine intuitive App-Oberfläche – die Bestellung ist damit erfolgreich abgeschlossen, noch bevor die U-Bahn anhält. Kurz gesagt: Vernetzte Kunden erwarten nahtlos vernetzte Systeme.

Wenn Unternehmen neu in den E-Commerce einsteigen wollen, reicht es deshalb nicht aus, lediglich einen einzelnen Webshop im Eilverfahren zusammenzuzimmern. Stattdessen müssen alle für die Kunden relevanten Kanäle bespielt und nahtlos miteinander verknüpft werden, egal ob Facebook, Instagramm oder Shopping-Apps. Vor allem die großen Player wie Amazon und Google sollte man nicht vernachlässigen. Die meisten Kunden nutzen diese Kanäle als erste Anlaufstelle, um sich über Produkte schlau zu machen. Wer dort nicht präsent ist, tut sich äußerst schwer, überhaupt wahrgenommen zu werden.

Doch eine bequeme Bestelloberfläche ist nur der Anfang. Unternehmen müssen zudem schnelle und transparente Logistik-Prozesse schaffen, um eine positive Kundenerfahrung zu garantieren. Das Paket sollte nicht nur schnell und unbeschadet ankommen, sondern Kunden wünschen sich zudem die Möglichkeit, sich jederzeit digital über den Status der Bestellung zu informieren.

Die Quintessenz: E-Commerce stellt eine enorme Herausforderung dar, insbesondere für KMU mit kleineren IT-Teams und weniger Zugang zu speziellem Know-how. Doch mit den richtigen Tools und einer kompetenten Beratung gelingt der erfolgreiche Einstieg in die Welt des Online-Shoppings ohne Probleme.

Die richtigen Tools

Um viele verschiedene Kanäle automatisiert und in gleichbleibend hoher Qualität zu bespielen, braucht es eine exzellente Datengrundlage. Möglich macht das eine zentrale Datenplattform, in der sämtliche marketingrelevanten Daten zu einem Produkt gespeichert sind. Das können zum Beispiel Texte in verschiedener Länge, Bilddateien in verschiedener Auflösung, Videos, Audioclips oder andere Formate sein. Dazu wird ein sogenanntes Produktinformationsmanagement (PIM) benötigt. Es dient als Single Source of Truth und garantiert, dass alle Nutzer und Anwendungen auf dieselbe Datengrundlage zugreifen. So lässt sich selbst über verschiedene Kanäle hinweg ein einheitlicher und konsistenter Auftritt sicherstellen – egal ob es sich dabei um eine Produktseite auf Amazon oder ein Instagramm-Post handelt.

Das Content Management System (CMS) baut schließlich auf dieser Datenbasis auf, um eine personalisierte Customer Experience zu schaffen. Es spielt zu diesem Zweck für jeden Kunden die richtigen Inhalte in passender Form aus. Nur wer seine Kunden genau kennt, kann sie mit relevantem Content erreichen und steigert die Chance auf einen Verkaufsabschluss. Moderne CMS-Lösungen wie Bloomreach arbeiten KI-gestützt und ermöglichen einen datenbasierten 360-Grad-Blick auf den Kunden. Sie arbeiten mit dem PIM zusammen und erstellen Inhalte dynamisch innerhalb von Millisekunden.

„Headless“ – aber nicht kopflos

E-Commerce-Tools existieren aber nicht für sich allein. Sie müssen innerhalb einer durchdachten System-Architektur miteinander verbunden werden. In der Vergangenheit haben viele Unternehmen auf monolithische Systeme gesetzt. Im SAP-Umfeld war zum Beispiel wegen günstiger Lizenzen die Lösung Hybris beliebt. Solche Plattformen sind zwar mächtig und funktionsreich, haben aber den Nachteil, dass sie nur schwer adaptierbar sind. Will das Unternehmen einen neuen Kanal bespielen oder neue Tools integrieren, kommt es schnell an sein Limit.

Der Trend geht daher zu einem Headless-Ansatz mit Microservices. Headless bedeutet – wie der Name bereits impliziert – dass Frontend und Backend voneinander entkoppelt werden. Dabei fügt man verschiedene Einzellösungen über offene Schnittstellen (API) lose zu einer Plattform zusammen. Das erhöht die Agilität und Flexibilität. Neue Komponenten hinzufügen oder auf sich ändernde Kundenerwartungen zu reagieren, ist mit dem Headless-Ansatz kein Problem mehr.

Nach dem Plan kommt die Tat

Der Schlüssel zu einem erfolgreichen E-Commerce-Projekt ist die Zusammenarbeit mit einem kompetenten und erfahrenen IT-Dienstleister. Gemeinsam mit diesem werden die passenden Tools ausgewählt und Lösungen entwickelt. Ebenso übernimmt er auf Wunsch die Wartung und Sicherheitsbetreuung des Systems.

Die Umsetzung eines E-Commerce-Projekts gelingt in mehreren Phasen. Zuerst muss eine auf das Unternehmen angepasste individuelle Digital-Strategie erarbeitet werden. Dabei analysiert man, welche Bestandssysteme ersetzt werden müssen und wie sich neue Technologien integrieren lassen. In der zweiten Phase wählt das Unternehmen die passenden Tools und Anwendungen für CMS und PIM aus. Im dritten Schritt verbindet man diese Tools in die vorhandenen IT-Systeme des Unternehmens. Somit werden alle individuellen Warenwirtschafts-, CRM- und ERP-Systeme an die neue E-Commerce-Umgebung angeschlossen.

Sobald die technische Integration abgeschlossen ist, kann das Unternehmen entweder selbst die Betreuung übernehmen, oder – was ratsamer ist – einen spezialisierten Managed Services Provider hinzuziehen. Dieser kümmert sich um die Wartung und regelmäßige Sicherheitsupdates. Somit bleibt das Unternehmen nicht hinter den Entwicklungen des technischen Wandels zurück und entlastet gleichzeitig die eigene IT-Abteilung. Einem erfolgreichen E-Commerce-Projekt steht damit nichts mehr im Wege.

ZDNet.de Redaktion

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