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Soundcore Life Q30: Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung ausprobiert

Anker liefert mit dem Soundcore Life Q30 einen Over-Ear-Kopfhörer mit aktiver Rauschunterdrückung. Der Vorverkauf startet heute auf Amazon, ausgeliefert werden die Kopfhörer aber erst im November. Der Preis beträgt knapp 80 Euro. Zur Einführung des neuen Produktes gewährt Anker mit dem Code „DESCLIFEQ30“ einen Rabatt von 20 Euro.

Ausgestattet sind die Soundcore Life Q30 mit 40-mm-Treibern mit Seidenmembranen, die bei 16 Ohm Impedanz einen Frequenzgang von 16 Hertz bis 40 kHz abdecken. Letzterer Wert ist ausschlaggebend dafür, dass der Kopfhörer auch eine Hi-Res-Audio-Zertifizierung erhalten hat. In der Praxis dürfte das für die meisten Anwender allerdings irrelevant sein, da der Soundcore Life Q30 zur Übertragung der Musik über Bluetooth nur die Codecs SBC und AAC bietet, womit kein Hi-Res-Audio (96 kHz/24 Bit) übertragen werden kann. Dafür sind höherwertige Codecs wie LDAC oder LHDC nötig. Entsprechend ausgestattete Kopfhörer wie der Sony WH-1000XM4 sind zusätzlich mit Hi Res Audio Wireless zertifiziert. Immerhin verfügt der Q30 Life über einen analogen Audioanschluss, womit Hi-Res-Musik verlustfrei zum Kopfhörer gelangt.

Bei 60 Prozent Lautstärke soll der integrierte 720-mAh-Akku eine Laufleistung von bis zu 60 Stunden bieten. Mit aktivierter Geräuschunterdrückungen reduziert sich der Betrieb auf 40 Stunden. Nach zwei Stunden ist der Kopfhörer komplett aufgeladen. Doch bereits eine fünfminütige Aufladung über den in der linken Hörmuschel integrierten USB-C-Anschluss soll für eine Betriebszeit von vier Stunden ausreichen. Im Lieferumfang befinden sich außerdem eine Tragetasche, ein USB-A-auf-USB-C-Ladekabel, sowie ein analoges Audiokabel. Für letzteres gibt es in der rechten Hörmuschel eine entsprechende Buchse.

Dank der weichen mit Kunstleder überzogenen Polstern an den Ohrmuscheln und am Bügel sitzt der 265 Gramm schwere Soundcore Q30 angenehm. Auch beim längeren Tragen machen sich keine störenden Druckstellen bemerkbar.

Soundcore Life Q30: Musik an. Lärm (fast) aus.

Der Soundcore Q30 bietet eine aktive Geräuschunterdrückung (Active Noise Cancelling, ANC) auf Basis zweier Mikrofone. Die Funktion lässt sich mit der NC-Taste an der linken Ohrmuschel einschalten. Sobald man den Schalter betätigt, erfolgt eine entsprechende Ansage über den verwendeten Modus (Normal, Transparancy, Noise Cancelling). Bei „Normal“ ist ANC ausgeschaltet. Die Einstellung „Transparency“ sorgt dafür, dass Umgebungsgeräusche deutlicher wahrgenommen werden.

Lautet die Ansage „Noise Cancelling“ ist die aktive Geräuschunterdrückung aktiv. Diese lässt sich über die App mit den Einstellungen Verkehr, Indoor Mode und Outdoor Mode weiter verfeinern. Im Verkehrsmodus (Transport Mode) wird typischer Lärm von Verkehrsmitteln wie Züge, Busse, Autos und Flugzeugen minimiert. Indoor Mode sorgt für eine Lärmreduzierung von Klimaanlagen und im Hintergrund stattfindenden Gesprächen, während der Outdoor-Modus tief- und mittelfrequente Geräusche unterdrückt. Im Kurztest zeigen sich in der Tat Unterschiede zwischen den einzelnen ANC-Betriebsarten. Mit der Einstellung Indoor-Modus werden die surrenden Geräusche eines Computerlüfters komplett ausgeblendet, während man ihn mit andern Einstellungen durchaus wahrnehmen kann. Gut gelungen ist auch das von der Soundcore-App bereitgestellte Widget. Dadurch sind die einzelnen ANC-Modi für den Nutzer leicht zugänglich.

Die Soundcore-App bietet noch ein weiteres Feature zur Geräuschunterdrückung. Im Schlafmodus kann man auf Basis von elf Soundquellen wie Regen, Vogelgezwitscher, Meeresbrandung, Wind et cetera seine eigene Soundkulisse definieren und Umgebungsgeräusche ausblenden. Diese lässt sich mit einem Timer auf maximal 3 Stunden einstellen. Das Feature soll für ein angenehmes Einschlaferlebnis sorgen.

Insgesamt überzeugen die Funktionen zur Geräuschunterdrückung. Allerdings muss man wie bei fast allen anderen ANC-Kopfhörern ein minimales Eigenrauschen der Technik hinnehmen. Eine vollständige Unterdrückung der Umgebungsgeräusche sollte man beim Soundcore Life Q30 wie auch bei jedem anderen ANC-Kopfhörer nicht erwarten, wohl aber eine mehr oder weniger deutliche Reduktion. So kann der Soundcore Life Q30 im Praxistest das nervende Geräusch eines Laubbläsers in der Nachbarschaft so reduzieren, dass man ruhig und konzentriert im Home Office arbeiten kann.

Klangqualität

Standardmäßig nutzt der Soundcore Life Q30 bei einer Bluetooth-Verbindung den SBC-Codec. Dieser stellt den untersten Standard dar. Immerhin erlauben die Bluetooth-Einstellungen die Umstellung auf den höherwertigen AAC-Codec. Um es vorwegzunehmen: Den besten Klang bietet der Soundcore Life Q30 bei deaktivierter Geräuschunterdrückung. Das ist nicht weiter verwunderlich und trifft funktionsbedingt auch auf alle anderen und viel teureren ANC-Kopfhörer zu.

Ohne ANC klingt der Soundcore Life Q30 ausgewogen und detailreich, auch bei großer Lautstärke. Dank der Over-Ear-Ausführung ist der Klang auch recht voluminös. Anpassungen des Klangbilds sind über den in der Soundcore-App integrierten Equalizer möglich. Dieser bietet insgesamt 22 Voreinstellungen, wobei „Sound Core Signature“ die besten Resultate liefert. Die Erstellung eines persönlichen Klangprofils ist ebenfalls möglich. Leider bietet die Soundcore-App in Verbindung mit dem Q30 Life keine individuelle Klangeinstellung auf Basis eines Hörtests (HearID) wie das etwa das Soundcore-Modell Liberty 2 Pro beherrscht. Hörunterschiede der Ohren können somit nicht ausgeglichen werden.

Dank der eingebauten Mikrofone lässt sich der Soundcore Life Q30 auch als Headeset fürs Telefonieren verwenden. Die Sprachqualität ist hierbei ohne Fehl und Tadel.

Fazit: Soundcore Life Q30

Gemessen an den Leistungen in Sachen Klang und aktiver Geräuschunterdrückung (ANC) ist der Preis von knapp 80 Euro für den Soundcore Life Q30 nicht zu hoch gegriffen. Mit dem Einführungsrabatt in Höhe von 20 Euro (Code: DESCLIFEQ30) ist das Angebot sogar sehr attraktiv.

Kai Schmerer

Kai ist seit 2000 Mitglied der ZDNet-Redaktion, wo er zunächst den Bereich TechExpert leitete und 2005 zum Stellvertretenden Chefredakteur befördert wurde. Als Chefredakteur von ZDNet.de ist er seit 2008 tätig.

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