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Bowers & Wilkins PX: Bluetooth-Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung im Test

Der britische Audiospezialist Bowers & Wilkins bietet mit dem PX einen Over-Ear-Kophörer, der dank Unterstützung von Bluetooth kabellos betrieben werden kann. Man kann ihn allerdings auch mit einem herkömmlichen Audiokabel nutzen, sofern das Abspielgerät über einen analogen Audioausgang verfügt.

Zudem verfügt das knapp 400 Euro teure Modell über eine Rauschunterdrückung (Adaptive Noise Cancelling, ANC) und unterstützt aptX HD für maximalen Hörgenuss. aptX HD bietet vor allem bei unkomprimierten Audiodaten Vorteile gegenüber Codecs mit geringerer Bandbreite.

Außerdem lässt sich der PX, den es in den Farben Grau und Gold gibt, als Headset für Telefongespräche nutzen. Dank integrierter Sensoren schaltet er sich automatisch ein und startet die Musikwiedergabe, wenn man ihn aufsetzt. Setzt man ihn ab, stoppt die Musik.

Lieferumfang, Kauf, Garantie

Im Lieferumfang befindet sich neben dem Kopfhörer noch eine hochwertige Transportasche, ein USB-C-auf-USB-A-Ladekabel, ein Audiokabel sowie eine Bedienungsanleitung, inklusive Garantiekarte. Apropos Garantie: Sie beträgt zwei Jahre. Wer den PX bei Bowers & Wilkins bestellt, kauft die Katze nicht im Sack, sondern kann den Kopfhörer nach einem Testzeitraum von bis zu 60 Tagen wieder zurückschicken. Das ist äußerst kundenfreundlich und zeigt, dass der Hersteller von seinem Produkt überzeugt ist.

Verarbeitung

Die Verarbeitung des 335 Gramm schweren PX ist ohne Fehl und Tadel. Er wirkt stabil und fühlt sich hochwertig an. Die rückseitige Abdeckung der Ohrmuscheln besteht zum größten Teil aus einem grau gefärbten Aluminium. Das gleiche gilt für die Aufhängung und den Mechanismus zur stufenlosen Verstellung des Bügels.

Der äußere Rand der Ohrmuscheln ist wie die Oberseite des Bügels mit einem gewebt aussehenden Stoff bespannt. Und die magnetisch befestigten Ohr-Polster sind mit echtem Leder eingefasst. Sie lassen sich problemlos abnehmen und können bei Bedarf ersetzt werden. Sämtliche Oberflächen sind unempfindlich gegenüber Fingerabdrücke.

Tragekomfort

Die sehr gute Verarbeitung und die Verwendung hochwertiger Materialien sorgt auch für einen angenehmen Sitz der Kopfhörers, der sich selbst bei längerer Nutzung nicht ändert. Beim Joggen lässt sich der PX ebenfalls angenehm tragen. Allerdings drückt nach einiger Zeit der Bügel etwas am Kopf. Zudem überträgt der Kopfhörer bauartbedingt das Laufgeräusch, was vor allem bei leisen Musikstücken stört. Für sportliche Betätigungen sind daher In-Eear-Modelle besser geeignet.

Geräuschunterdrückung

Für Audio-Enthusiasten gleich eines vorweg: Die adaptive/aktive Geräuschunterdrückung, die in der App mit der Option Umgebungsfilter aktiviert wird, muss man nicht nutzen. Das empfiehlt auch Bowers & Wilkins in seiner Smartphone-App. Im Abschnitt „Natürliches Hörerlebnis“ ist folgendes zu lesen: „Ist der Umgebungsfilter aus, werden Geräusche nicht aktiv unterdrückt und der Klang ist ausgesprochen rein. Lassen Sie ihn aus, wenn Sie sich in ziemlich oder ganz ruhigen Umgebungen befinden. So kommen Sie in den Genuss bestmöglicher Klangqualität.“

Diese Einschätzung bestätigt sich im Test. Durch die Aktivierung des Umgebungsfilters, der die drei Szenarien Büro, Stadt und Flug bietet, sinkt die Klangqualität vor allem im Modus Stadt und Flug etwas. Zumindest unkomprimierte Musik klingt ein wenig flacher und weniger räumlich. Wer jedoch lediglich MP3s hört, wird den Unterschied kaum wahrnehmen.

Abgesehen davon arbeitet der Umgebungsfilter zufriedenstellend. Zusätzliche Anpasssungsmöglichkeiten bietet die Option Pass-Through-Funktion, mit der man die Lautstärke der Umgebungsgeräusche regeln kann. Das kann bei der Nutzung des Kopfhörers als Fußgänger ganz nützlich sein.

Sensor regelt automatisch Start und Stopp der Audio-Wiedergabe

Außerdem lässt sich über die App die Empfindlichkeit der verbauten Sensoren steuern, die, je nachdem, ob man den PX auf- oder absetzt, für einen automatischen Start oder Stopp der Musikwiedergabe sorgen. Diese Funktion hat im Test in der Regel zuverlässig funktioniert. Einfach den PX aufsetzen und die Musik spielt an der Stelle weiter, wo man sie zuletzt gestoppt hat. Setzt man den Kopfhörer ab, verstummt die Musik sofort und der Kopfhörer schaltet sich in den Standby-Modus und spart Strom. Klasse.

Bedienung, LED

Der Bowers & Wilkins PX verfügt an der rechten Hörmuschel über Tasten, mit dem man den Kopfhörer einschalten und über Bluetooth mit einem Abspielgerät koppeln kann. Außerdem lässt sich damit auch die Lautstärke und die Wiedergabe regeln. Last but not least informiert die LED-Anzeige über den Status des Kopfhörers hinsichtlich Batterie und Einsatz des Umgebungsfilters.

Über eine Sprachausgabe, die über Akkulaufzeit und Verbindungsstatus (aptx HD), wie sie etwa der Aventho Wireless von Beyerdynamic bietet, verfügt der Bowers & Wilkins PX hingegen nicht. Stattdessen wird der Akkustatus nur über die LED am Kopfhörer und über die Smartphone-App signalisiert. Bei manchen Android-Smartphones wird der Akkustatus zudem unter Einstellungen – Bluetooth angezeigt.

Batterielaufzeit

Der leistungsstarke Akku des PX sorgt für 22 Stunden kabellosen Musikgenuss mit aktivierter Geräuschunterdrückung und für 33 Stunden mit angeschlossenem Klinkenkabel. Durch Verzicht auf die Geräuschunterdrückung verlängert sich die Akkulaufzeit auf 29 Stunden (Bluetooth) und 50 Stunden (Audio-Kabel). Diese Werksangaben bestätigen sich im Test locker. Der PX hält in der Regel sogar etwas länger durch.

Aufgeladen wird der Kopfhörer über das mitgelieferte USB-C-auf-USB-A-Kabel. Ein Netzteil gehört nicht zum Lieferumfang. Mit einem Smartphone-Netzteil dauert der Aufladevorgang von 0 auf 100 Prozent etwa drei Stunden. Die Leuchtanzeige zeigt beim Einschalten des PX-Kopfhörers, in welchem Ladezustand sich der Akku befindet. Grün bedeutet, dass der Akku mehr als 30 Prozent geladen ist. Leuchtet sie gelb, so ist der Akku zwischen 30 und 10 Prozent geladen. Rot zeigt an, dass der Akku weniger als 10 Prozent geladen ist. Blinkt die Leuchtanzeige rot, so ist der Ladezustand so niedrig, dass der Kopfhörer nicht genutzt werden kann.

Klang

Die Klangeigenschaften eines Kopfhörers dürften für viele Anwender das wichtigste Kriterium sein. Diesbezüglich leistet sich der Bowers & Wilkins PX für ein Modell dieser Preisklasse keine Schwächen. Die Audiowiedergabe erfolgt detailreich mit fein definierten Bässen und einer sehr guten Klangbühne. Die Abmischung ist eher neutral und weniger basslastig. Der Mitten- und Stimmbereich überzeugt auch bei komplexen Arrangements.

Für höchste Klangqualität sorgt die Kombination aus unkomprimierten Audiodaten wie FLAC und aptX-HD-Verbindung. Android-Smartphones unterstützen in der Regel die aptX-Codecs, sodass eine genügend große Bandbreite zur Übertragung der Daten über Bluetooth zur Verfügung steht. iPhones bieten hingegen maximal den AAC-Codec, dessen Bandbreite für unkomprimierte Daten nicht ausreicht. Hier muss man also Qualitätseinbußen in Kauf nehmen oder alternativ den Kopfhörer mit dem mitgelieferten Audiokabel am iPhone betreiben.

Obwohl die Galaxy-Smartphones von Samsung „nur“ aptX nicht aber aptX HD unterstützen, war die Klangqualität mit den Samsung-Smartphones im Test sehr gut. Für das gute Klangerlebnis dürften dabei auch die in den Samsung-Smartphones integrierten Techniken wie Dolby Atmos und Adapt Sound mitverantwortlich sein.

Über eine auf die persönlichen Höreigenschaften softwaregesteuerte Anpassungsmöglichkeit, wie sie etwa der Beyerdynamic Aventho Wireless bietet, verfügt der PX hingegen nicht. Wer den PX mit einem Samsung-Handy betreibt kann allerdings über das Feature Adapt Sound den Klang auf sein persönliches Hörvermögen abstimmen.

Fazit: Bowers & Wilkins PX

Der Bowers & Wilkins PX gehört mit den im Test gezeigten Leistungen zu den besten Bluetooth-Kopfhörern, die in diesem Preissegment zur Verfügung stehen. Audio-Enthusiasten werden ihn in der Regel ohne die adaptive/aktive Geräuschunterdrückung nutzen. Wenn man allerdings im Flugzeug sitzt, wird man dieses Feature womöglich zu schätzen wissen, da es tatsächlich zuverlässig funktioniert.

Neben der zweifellos sehr guten Klangcharakteristik entpuppt sich die durch Sensoren realisierte automatische Start/Stopp-Funktion der Audiowiedergabe im Test als besonders nützlich. Sobald man den Kopfhörer aufsetzt, spielt die Musik dort weiter, wo man sie zuvor gestoppt hat. Sobald man den PX absetzt, verstummt die Musik. Damit muss man nicht die Tasten an der rechten Hörmuschel oder das Smartphone für diese Funktionen nutzen.

Kai Schmerer

Kai ist seit 2000 Mitglied der ZDNet-Redaktion, wo er zunächst den Bereich TechExpert leitete und 2005 zum Stellvertretenden Chefredakteur befördert wurde. Als Chefredakteur von ZDNet.de ist er seit 2008 tätig.

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