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RHA MA390 Wireless im Test

Mit dem knapp 70 Euro teuren MA390 Wireless bietet der schottische Audio-Spezialist RHA sein bisher günstigstes Bluetooth-Modell. Der MA390 Wireless soll dank Unterstützung von aptX und AAC für eine hochwertige Musikwiedergabe sorgen. Die integrierte Fernbedienung díent nicht nur zur Musiksteuerung, sondern auch zur Aktivierung eines digitalen Assistenten wie Google Assistant oder Apple Siri. Dank des integrierten Mikrofons kann der MA390 Wireless auch als Headset genutzt werden.

Passform

Der Kopfhörer wird von hinten um den Hals gelegt, doch anders als beim knapp 150 teuren Modell RHA MHA750 Wireless verfügt das Einstiegsmodell nicht über vorgeformte Kabelenden, die über das Ohr gestülpt werden. Stattdessen nutzt man ihn wie ein herkömmliches In-Ear-Modell.

Bereits mit den Standard-Ohrstöpseln sitzt der Kopfhörer perfekt. Da nicht jedes Ohr gleich ist, liefert RHA fünf weitere Varianten in unterschiedlicher Größe mit. Besonders anpassungsfähige Comply-Ohrstöpsel sind im Lieferumfang nicht enthalten, was bei dem günstigen Preis auch nicht weiter verwundert.

Praktisch ist ein weiteres Detail: Will man keine Musik mehr hören, muss man den MA390 Wireless nicht unbedingt in die mitgelieferte Transporttasche stecken, sondern führt die beiden Enden der Treiber zusammen, die dank eines Magneten den Kopfhörer zu einer Kette verbinden.

Cool wäre es, wenn dabei noch die Musik aufhören würde zu spielen. Anders als zum Beispiel beim Plantronics Voyager Focus läuft sie beim RHA390 jedoch weiter, wenn man die Ohrstöpsel aus den Ohren nimmt.

Im etwa zwei wöchigen Test leistet sich der RHA390 Wireless in Bezug auf die Passform und den Tragekomfort keine Schwächen. Ob auf der Couch, beim Joggen oder beim Radfahren – das Modell sitzt einfach perfekt.

Fernbedienung, Google Assistant

Der MA390 Wireless verfügt über die übliche Audio-Lautstärke-Fernbedienung, in der sich auch das Mikrofon befindet. Die Fernbedienung bietet drei Tasten für Lauter (oben), Leiser (unten) und Start/Stop/Anrufannahme (Mitte). Um einen Anruf zu beenden oder zum nächsten Song zu gelangen drückt man die mittlere Taste zwei Mal. Durch dreimaliges Drücken wird das vorhergehende Stück abgespielt.

Drückt man länger auf die Start/Stop-Taste, startet der digitale Assistent. Im Test hat die Kommunikation mit dem Google Assistant gut funktioniert. Auf die Frage „Wann spielt Deutschland“ wird per Sprachausgabe die Information „Deutschland spielt am 9. September gegen Peru“ ausgegeben. Man kann den Assistenten im Smartphone sinnvoller nutzen. Etwa für einen Anruf: Der Sprachbefehl Anruf – (Kontakt) – Mobil sorgt für den Rufaufbau mit dem gewünschten Teilnehmer und seiner Mobilnummer.

Akkuleistung und Paarung

Am Ende des Nacḱenbands befindet sich eine USB-C-Anschlussbuchse über die man den Kopfhörer laden kann. Ein USB-C auf USB-Adapterkabel befindet sich im Lieferumfang, eine Ladegerät gehört jedoch nicht dazu, was allerdings nicht schlimm ist, da man das Smartphone-Ladegerät oder einen PC zum Aufladen nutzen kann. Voll aufgeladen hält der MA390 Wireless circa 8 Stunden durch, was den vom Hersteller angegebenen Werte entspricht. Für den Alltag ist dies angesichts dem bequemen Zugang zu Auflademöglichkeiten ausreichend. Auf Langstreckenflügen sollte man an dieses Limit denken und eine Powerbank mitführen.

Neben der USB-Buchse befindet sich außerdem der Ein- und Ausschaltknopf. Nach dem Einschalten ertönt eine weibliche Stimme, die den Akkustatus mit Prozentangabe auf Englisch verkündet. Eine Möglichkeit die Sprachausgabe auf Deutsch umzustellen, wie dies andere Modelle wie der Plantronics Voyager beherrscht, besteht nicht.

Hält man die Taste beim Einschalten gedrückt, gelangt man in den Paarungsmodus. Im Test hat sich der RHA MA390 Wireless problemlos mit zahlreichen Smartphones verbunden. Unter Android 8 wird die Batterieladung des Bluetooth-Headsets angezeigt. Man kann sie aber auch während des Betriebs durch ein kurzes Betätigen der Einschalttaste überprüfen: Dann meldet sich wieder die weibliche Stimme, die man auch beim Einschalten des Kopfhörers vernimmt.

Klang

Der Klang des MA390 Wireless entspricht dem kabelgebundenen Modell, das bereits ab etwa 25 Euro angeboten wird. In dieser Preisklasse sollte man keine Wunder erwarten. Das heißt aber nicht, dass der MA390 Wireless schlecht klingt. Im Gegenteil: Er liefert angesichts des Preises eine gute Klangqualität. Dabei spielt er Musik relativ neutral ab. Die Höhen sind gut und liefern auch bei größerer Lautstärke keine Spitzen. Die Basswiedergabe ist ähnlich solide. Insgesamt kann man mit dem MA390 Wireless entspannt Musik hören und die Vorteile eines Wireless-Headsets genießen.

Fazit

Insgesamt bietet der MA390 Wireless das, was man von einem Bluetooth-Kopfhörer für 70 Euro erwarten kann. Er ist neutral abgestimmt und liefert dank aptX und AAC klanglich eine gute Vorstellung. Wer höhere Ansprüche bei der Musikwiedergabe hat, sollte sich den großen Bruder MA750 Wireless ansehen. Der ist in allen Belangen besser als der MA390, kostet aber auch gut das Doppelte. Und wer noch höhere Ansprüche hat, sollte den Beyerdynamic Aventho Wireless mit Klangpersonalisierung mal ausprobieren.

Wer aber auf der Suche nach einem relativ günstigen Einstiegsmodell mit guter Klangqualität ist, macht mit dem MA390 Wireless sicher nichts falsch.

Kai Schmerer

Kai ist seit 2000 Mitglied der ZDNet-Redaktion, wo er zunächst den Bereich TechExpert leitete und 2005 zum Stellvertretenden Chefredakteur befördert wurde. Als Chefredakteur von ZDNet.de ist er seit 2008 tätig.

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