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Soundcore Liberty 2 Pro im Test

Die Anker-Tochter Soundcore hat kürzlich neue Bluetooth-Kopfhörer mit aptX-Support vorgestellt. Das Spitzenmodell Liberty 2 Pro preist der Hersteller als True-Wireless-In-Ear-Kopfhörer mit Studio-Sound-Qualität an.

Hierfür hat Soundcore den Kopfhörer mit Hilfe von Grammyprämierten Soundingenieuren abgestimmt und ihn mit einem Koaxial-Treiber ausgestattet. Dieser ist laut Soundcore optimal ausgerichtet.

„Durch die Positionierung des Knowles BA-Treibers direkt vor dem dynamischen Treiber und die Ausrichtung beide auf den Gehörgang des Hörers ist der Klang sehr präzise“, sagt Rock Gao, General Manager, Headphones for Soundcore. „In der Anfangsphase des Designs waren wir mit der Klangbühne nicht zufrieden und haben uns mit der Entwicklung der koaxialen Architektur beschäftigt. Dieses neue Design brachte uns nicht nur klare Höhen, volle und satte Bässe und einen fein ausbalancierten Mitteltonbereich, sondern auch eine echte Audioausrichtung für alle Frequenzen. In Zusammenarbeit mit zehn mit dem Grammy-Award ausgezeichneten Toningenieuren konnten wir diese Ohrhörer so einstellen, dass sie klanglich genau sind, sodass die Zuhörer das gleiche Erlebnis haben wie im Tonstudio.“

Der Soundcore Liberty 2 Pro unterstützt aptX und kostet regulär 150 Euro (Bild: Soundcore).

Zusätzlich zu der laut Soundcore hochwertigen Klangqualität bietet der Liberty 2 Pro einen echten kabellosen Formfaktor mit wiederaufladbarem, abgerundetem, kieselförmigem Gehäuse. Die Akkulaufzeit gibt der Hersteller mit 8 Stunden an. Mit dem Qi-kompatiblen Case sind es 32 Stunden. Die Kopfhörer können damit also drei Mal aufgeladen werden.

Soundcore Liberty 2 Pro: Lieferumfang:

Im Lieferumfang befinden sich neben den beiden Kopfhörern und der Qi-fähigen Ladeschale ein Quick-Start-Guide, eine Garantiekarte, ein USB-C-Ladekabel sowie Ohrhaken in drei verschiedenen Größen sowie Ohrpolster in sieben verschiedenen Größen. Anpassbare Ohrpolster, etwa von Comply, sucht man hingegen vergeblich.

Soundcore Liberty 2 Pro: Sieben verschiedene Paar Ohr Ohrpolster und Ohrhaken in drei verschiedenen Größen sollten für einen optimalen Sitz sorgen (Bild: ZDNet.de)

Bedienung und Passform

Dank der vielen mitgelieferten Ohrpolster und Ohrhaken dürfte es in Sachen Passform nur wenig Kritik geben. Wie nahezu alle anderen True-Wireless-Ohrhörer, bei denen sich der Akku im Ohrhörer selbst befindet, ist auch der Liberty 2 Pro allerdings nicht für den Einsatz unter einem Helm geeignet. Dafür ist er einfach zu groß. Für Motorrad- und Skifahrer ist der Liberty 2 Pro also nicht optimal geeignet.

Akkulaufzeit und Aufladen

Apropos Akku: Die vom Hersteller angegebene Betriebsdauer von bis zu acht Stunden werden in der Praxis problemlos erreicht. Selbst bei maximaler Lautstärke hält der Liberty 2 Pro im Test sechs Stunden durch. Dann macht allerdings der rechte Ohrhörer schlapp und muss in der Ladeschale wieder aufgeladen werden.

Dabei erweist sich das kabellose Laden als sehr praktisch. Hierzu legt man das Ladecase einfach auf eine geeignete Qi-Ladestation oder nutzt zum Aufladen ein Smartphone mit Wireless-Reverse-Charging. Dabei unterstützt die Ladestation auch eine Schnellaufladung: Bereits nach 10 Minuten kann man wieder zwei Stunden Musik genießen. Nach etwa 90 Minuten sind die Kopfhörer im Test voll aufgeladen.

Soundcore-App mit Klangpersonalisierung

Für den Betrieb des Liberty 2 Pro sollte man außerdem die dazugehörige App „Soundcore“ installieren. Sie liegt für Android und für iOS vor. Mit der App lassen sich die oberen Bedientasten der Kopfhörer frei belegen und Firmware-Updates durchführen. Außerdem bietet sie Zugriff auf das Benutzerhandbuch und die Kurzanleitung.

Doch der Hauptnutzen der App liegt in der Möglichkeit, auf Basis eines Hörtests eine individuelle Klanganpassung der Kopfhörer vorzunehmen. Der positive Effekt auf den Klang ist zwar nicht ganz so gewaltig wie mit Adapt Sound bei Samsung-Smartphones. Doch wer den Liberty 2 Pro ohne Samsung-Smartphone verwendet, wird sich über eine deutlich verbesserte Bühnenabbildung freuen. Der Effekt der Klangpersonalisierung ist natürlich bei älteren Menschen ausgeprägter als bei jüngeren, die noch über ein gesundes Gehör verfügen.

Soundcore Liberty 2 Pro: Klang

Der Klang des Liberty 2 Pro gehört zum Besten, was man in dieser Preisklasse geboten bekommt. Schon ohne individuelle Soundanpassung sind die Klangeigenschaften mit sehr gut zu bezeichnen. Mit Hear ID wird der Klang zusätzlich optimiert. Das Ergebnis lässt sich als nahezu perfekt bezeichnen, wenn man mal von dem minimalen Rauschen absieht, das man durchaus hören kann, in der Praxis jedoch, sobald Musik einsetzt, nur noch bei extrem leisen Stellen bemerkbar ist.

Abgesehen davon wird man überrascht sein, wie präsent, detailliert, voluminös und harmonisch Musik klingen kann. Auch bei hoher Lautstärke bleibt der sehr gute Klang erhalten. Kein Zischen, keine schrillen Hochtöne sind wahrnehmbar. Auch die Mitten werden gut abgebildet. Gesang und Stimmen hören sich präzise und detailreich an. Der Bass ist stark ausgeprägt und geht schön tief, ohne dabei zu dominieren. Die Bühnenabbildung ist sehr gut gelungen.

Soundcore Liberty 2 Pro als Headset

Im Einsatz als Headset fürs Telefonieren überzeugt der Liberty 2 Pro trotz seiner vier Mikrofone, mit denen Umgebungsgeräusche ausgeblendet werden sollen, nicht vollends. Während der Anrufer klar und deutlich wiedergegeben wird und kein Anlass zu Kritik besteht, übertragen die vier Mikrofone Sprache nicht optimal, sodass Stimmen beim Angerufenen metallisch klingen. Insgesamt geht die Leistung beim Telefonieren in Ordnung, sie ist aber nicht herausragend.

Soundcore Liberty 2 Pro: Fazit

Kaum ein anderer Kopfhörer dürfte den Soundcore Liberty 2 Pro in der Preisklasse um die 150 Euro klanglich übertreffen. Für das Tüpfelchen auf dem i sorgt dabei die Soundcore-App, die anhand eines Hörtests die Frequenzen so anpasst, sodass auch ältere Anwender wieder Stereo hören und sich über eine gelungene Bühnenabbildung freuen können.

Kritik verdient das minimale Rauschen, das besonders bei Sprache und leisen Musikstücken wahrnehmbar ist. Zumindest für die Ohren des Testers war dies jedoch nicht so ausgeprägt, dass es in der Praxis großartig gestört hätte. Die sehr guten Klangeigenschaften überwiegen einfach.

In Sachen Bedienung gibt es auch Verbesserungspotential. Diesbezüglich vermisst man eine Sprachsteuerung, wie sie andere Hersteller umgesetzt haben. Wünschenswert wäre auch, dass die Kopfhörer aufhören zu spielen, sobald man sie aus dem Ohr nimmt.

Kai Schmerer

Kai ist seit 2000 Mitglied der ZDNet-Redaktion, wo er zunächst den Bereich TechExpert leitete und 2005 zum Stellvertretenden Chefredakteur befördert wurde. Als Chefredakteur von ZDNet.de ist er seit 2008 tätig.

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