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Studie: Google personalisiert angeblich Suchergebnisse nicht angemeldeter User

Eine Studie der nach eigenen Angaben auf Datenschutz ausgerichteten Suchmaschine DuckDuckGo will herausgefunden haben, dass Google auch dann Suchergebnisse von Nutzern personalisiert, wenn diese nicht angemeldet sind oder gar in einer neuen Inkognito-Browsersitzung auf die Google-Suche zugreifen. Zwar kann der Google-Konkurrent DuckDuckGo in dem Fall nicht unbedingt als unabhängige und unparteiische Quelle angesehen werden, trotzdem gibt die Studie offenbar Einblicke in die Reichweite von Googles Filterblase.

Die Filterblase, die Google nach Ansicht von DuckDuckGo auf jegliche Suchergebnisse anwendet, nutzt normalerweise personalisierte Inhalte, die sich aus den Kontoaktivitäten, dem Suchverlauf, dem Standortverlauf, dem Browserverlauf und weiteren Kriterien ergeben. Googles Ziel ist es, auf eine Suchanfrage nicht die allgemein, sondern für den Nutzer relevantesten Resultate zu liefern.

Die Google-Suche zeigt abgemeldeten Nutzern mehr unterschiedliche Suchergebnisse an als erwartet (Bild: DuckDuckGo).Um die Reichweite der Filterblase zu ermitteln, lies DuckDuckGo per Google nach den Begriffen „Waffenkontrolle“, „Einwanderung“ und „Impfungen“ suchen, und zwar von 87 Personen – 76 auf Desktop-PCs und 11 auf mobilen Geräten – zur selben Zeit und quer über die USA verteilt. Zuerst suchten die Personen im Privatsphäremodus ihres Browsers und ohne bei Google angemeldet zu sein. In einem zweiten Durchgang verwendeten sie den normalen Browsermodus, in dem Daten wie Browserverlauf gespeichert werden.

Danach wurden die unterschiedlichen Sucherergebnisse erfasst, wobei nur die organischen Links, die Infobox „Nachrichten“ und die Infobox „Videos“ berücksichtigt wurden. Unterschiede bei der Werbung neben den Suchergebnissen, den „ähnlichen Suchanfragen“ und weiteren Infoboxen wurden nicht ausgewertet.

Das Wort „Waffenkontrolle“ ergab 62 unterschiedliche Ergebnisseiten von 76 Teilnehmern, die im Privatmodus und ohne Anmeldung bei Google suchten. Beim Begriff „Einwanderung“ waren es 57 Variationen. „Impfungen“ ergab sogar 73 einmalige Ergebnisseiten. Wurde stattdessen der normale Browsermodus eingesetzt, waren es 58 Variationen bei einer Suche nach „Waffenkontrolle“, 59 Variationen bei „Einwanderung“ und erneut 73 Variationen bei „Impfungen“.

„Ohne Filterblase würde man erwarten, dass die Variation der Suchergebnisseiten sehr gering ist – fast jeder würde den gleichen einzelnen Satz von Ergebnissen sehen“, heißt es in der Studie. „Das ist nicht das, was wir gefunden haben. Stattdessen sahen die meisten Menschen Ergebnisse, die für sie einzigartig waren. Wir haben auch etwa die gleiche Variation im privaten Browsermodus im Vergleich zum normalen Modus gefunden.“

DuckDuckGo betont, dass lokale Suchergebnisse, beispielsweise Nachrichten von Lokalzeitungen, praktisch keinen Einfluss auf die Ergebnisseiten hatten. „Einwanderung“ erbrachte bei den Testpersonen keinen einzigen lokalen Treffer, bei „Waffenkontrolle“ soll es zumindest einen organischen Link eines lokalen Anbieters gegeben haben. „Impfungen“ erbrachte immerhin bei 76 Personen 15 organische Links. Darüber hinaus schließt DuckDuckGo aus, dass die Ergebnisse maßgeblich durch Tests von Google mit einem abgewandelten Suchalgorithmus beeinflusst wurden – solche Tests führt Google regelmäßig mit kleinen Nutzergruppen und ohne deren Wissen durch, um seinen Algorithmus zu verbessern.

Ein weiteres Detail der Studie, auf das DuckDuckGo hinweist, ist, dass einige Testpersonen Links zu Suchwörtern sahen, die anderen gar nicht angezeigt wurden. Eine normale Ergebnisseite enthalte 10 organische Links. Die drei Suchbegriffe hätten jedoch bei 76 Testpersonen zwischen 15 und 22 unterschiedliche Domains ergeben – lokale Ergebnisse wurden dabei durch den einheitlichen Platzhalter „localdomain.com“ ersetzt und nicht mehrfach gezählt.

DuckDuckGo stuft die Ergebnisse der Studie vor allem bei der Suche nach politischen Themen als bedenklich ein. „Das liegt daran, dass sich unentschlossene und neugierige Wähler an Suchmaschinen wenden, um Grundlagenforschung zu Kandidaten und Themen in der kritischen Zeit durchzuführen, in der sie ihre Meinung bilden. Wenn sie Informationen erhalten, die wegen ihrer persönlichen Filterblase zu einer Seite verschoben wurden, dann kann dies einen signifikanten Einfluss auf die politischen Ergebnisse insgesamt haben.“

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Stefan Beiersmann

Stefan unterstützt seit 2006 als Freier Mitarbeiter die ZDNet-Redaktion. Wenn andere noch schlafen, sichtet er bereits die Nachrichtenlage, sodass die ersten News des Tages meistens von ihm stammen.

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