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Druckerhersteller stehen kurz vor Einführung von Transparenttinte


CMYKT soll bei Business-Ink-Druckern das klassische Farbschema CMYK ablösen.

Innerhalb der kommenden zwölf Monate wollen die führenden Druckerhersteller ihr Portfolio an Tintenstrahldruckern komplett umstellen: Das bisher gängige Farbmodell CYMK mit Tinten in den Farben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz, auf dem Druckerpatronen basieren, soll durch das Farb-Quintett CMYKT ersetzt werden. Das wurde auf einem Treffen der World Printer Manufacturing Association (WPMA) vergangene Woche in Lugano beschlossen, berichtet der gewöhnlich gut informierte Blog Tintoretto.

Das T in CMYKT steht dabei für Transparenttinte. Umgesetzt werden soll das neue Farbschema zuerst bei Business-Ink-Druckern. Hintergrund dafür ist die rasant zunehmende Verbreitung von modernen Abrechnungsmodellen, etwa Managed Print Services, Klick- oder Seitenpreismodellen. Da die Möglichkeiten zunehmen, beim Drucken mit geringen Anteilen von Farbe, etwa E-Mails mit farbigen Logos in der Signatur oder Rechnungen mit farbigem Logo in der Kopfzeile, Farbseiten nur anteilsweise abzurechnen, brechen den Herstellern die Einnahmen aus dem Verkauf von Verbrauchsmaterial weg.

Das Problem soll Transparenttinte für sie lösen: Die durchsichtige Tinte wird alle bisher nicht bedruckten Flächen bedecken. Damit zählt dann jeder Farbausdruck als Vollfarbseite. Die entstehenden höheren Kosten rechtfertigen die Hersteller mit der besseren Qualität der Ausdrucke. Gerade im Business-Umfeld seien die Vorteile durch Transparenttinte nicht zu unterschätzen: Durch das flächige Bedrucken werde selbst günstiges, minderwertiges Papier komplett versiegelt. Dadurch mache man das Dokument unempfindlich gegen schweißige Hände, Kaffeeflecken und ähnliche in Büroumgebungen drohende Gefahren.

Außerdem erhöhe sich die Zeitdauer, in der sich Ausdrucke dokumentenecht und damit revisionssicher aufbewahren lassen. Wie „Tintoretto“ berichtet, läuft in den britischen Forschungslabors derzeit eine von der WPMA beauftragte Langzeitstudie dazu. Erste Ergebnisse legen eine um 25,4 Prozent längere, modernen Compliance-Anforderungen entsprechende Archivierungsdauer nahe. Damit sollen Tintendrucker dem Vordringen von Laserdruckern in Firmen Einhalt gebieten.

Der Tank für die Transparenttinte wird je nach Modell voraussichtlich drei- bis viermal größer ausfallen als die für andere Farben. Daher ist der Umbau der kompletten Business-Ink-Serien der Hersteller erforderlich. Da bei Druckern und Multifunktionsgeräten für Privatkunden zunehmend Design und kompakte Bauform eine Rolle spielen, ist in diesem Segment mit der Einführung von Transparenttinte vorerst nicht zu rechnen.

Umweltverbände reagieren entsetzt auf die Pläne der Industrie. Der neue Vorsitzende des Bunds der kleinadligen deutschen Waldbesitzer (BKDW), K. T. zu Guttenberg, findet die Einführung von Transparenttinte absurd und rät zu einem Moratorium, um die Folgen zu untersuchen. Guttenberg hatte sich seinerzeit auch bei der Abschaffung der Tasten <Strg> + <C> und <Strg> + <V> zunächst für ein Moratorium stark gemacht. Dessen Ziel war es, Möglichkeiten für den Erhalt der Tastatur-Brückentechnologie für angehende Doktoranden zu untersuchen.

Mit der Ankündigung erster Modelle mit Transparenttinte durch die Hersteller rechnen Branchenkenner im November dieses Jahres. Der WPMA nahestehende Kreise sprechen von einem großen Launch-Event am 11. November. Die branchenweite Einführung ist für den 1. April 2012 geplant.

Nachtrag: Wie von vielen Lesern richtig erkannt handelte es sich bei dieser Meldung um einen Aprilscherz.

ZDNet.de Redaktion

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