Angriff auf Südwestfalen-IT: Staatsanwaltschaft bestätigt Einsatz von Ransomware

Die Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) bei der Staatsanwaltschaft in Köln hat bestätigt, dass beim Angriff auf den zentralen IT-Dienstleister Südwestfalen-IT (SIT) eine Ransomware zum Einsatz gekommen ist. Das Unternehmen selbst hatte bisher lediglich von einem Cyberangriff und verschlüsselten Dateien auf seinen Servern gesprochen. Welche Erpressergruppe hinter dem Vorfall steckt, ist weiterhin nicht bekannt.

Einer von der Polizei Dortmund veröffentlichten Pressemitteilung zufolge wurde die Malware eingeschleust, um ein Lösegeld zu erpressen. Derzeit soll jedoch kein Kontakt zur Tätergruppe bestehen, was darauf hindeutet, dass die Forderungen der Cybererpresser noch nicht erfüllt wurden.

Als Folge des in der Nacht zum 30. Oktober festgestellten Angriffs kappte der IT-Dienstleister jegliche Verbindungen zu seinen Kunden. Nach eigenen Angaben betraut das Unternehmen insgesamt 72 Städte und Gemeinden in Südwestfalen, im Rheinisch-Bergischen-Kreis und in Teilen des Ruhrgebiets. Die betroffenen Kommunen müssen zum Teil auf jegliche serverbasierte IT-Systeme verzichten und haben bis auf weiteres ihre kommunalen Dienste wie Bürgerbüros und Straßenverkehrsämter stark eingeschränkt oder gar eingestellt.

Südwestfalen-IT soll nun auch auf externe Hilfe zugreifen und in Kontakt zu Netzwerkpartnern wie dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik stehen. Zur Wiederherstellung des Systems würde alle Ressourcen genutzt, heißt es weiter in der Pressemitteilung.

Auf ihrer Homepage teilt die Südwestfalen-IT nun mit, dass mit längeren Ausfällen zu rechnen sei. „Obwohl viele Systeme nicht betroffen sind, hat die erforderliche Notabschaltung zu zahlreichen Einschränkungen geführt. Dessen sind wir uns bewusst, und deshalb liegt unser absoluter Fokus darauf, mit einer schnellen Wiederherstellung und geeigneten Behelfs-Lösungen ein möglichst hohes Niveau an Arbeitsfähigkeit zu gewährleisten“, sagte Jörg Krawalke, stellvertretender Geschäftsführer der SIT. „Wir werden den Fall professionell und gründlich aufarbeiten und die Erkenntnisse mit Behörden und den Kommunen teilen.“

Stefan Beiersmann

Stefan unterstützt seit 2006 als Freier Mitarbeiter die ZDNet-Redaktion. Wenn andere noch schlafen, sichtet er bereits die Nachrichtenlage, sodass die ersten News des Tages meistens von ihm stammen.

Recent Posts

Chatbot für nachhaltigen Lebensmittelkauf

Die Kennzeichnung von Lebensmitteln ist allzu oft ein Buch mit sieben Siegeln. Ein bayrisches Forschungsprojekt…

18 Stunden ago

KI-gestützte Flugsicherung auf Vertiports

Wie schützt man Landeplätze für Flugtaxis? Forschende am Fraunhofer-Institut entwickeln gerade ein passendes Sensornetzwerk.

19 Stunden ago

9 von 10 Pornokonsumenten haben ungeschützten Cyberverkehr

3 Prozent der Befragten gucken Inhalte sogar im Büro. Lediglich 6 Prozent schützen sich mit…

20 Stunden ago

Sind Smartphones auch ohne Apps denkbar?

Warum sich noch mit Details beschäftigen? Ende Februar will die Telekom zeigen, wie ein KI-Assistent…

2 Tagen ago

So viele Deutsche reinigen ihre Devices nie

Tastaturen und Touchscreens lieben Keime. Hygiene wäre gut. Dass es damit im Alltag nicht weit…

2 Tagen ago

Die Rolle von Künstlicher Intelligenz in der Fachübersetzung

In der heutigen globalisierten Welt spielt die Fachübersetzung eine entscheidende Rolle bei der Überbrückung von…

2 Tagen ago