Trigona: Hacker greifen Microsoft-SQL-Server mit Ransomware an

Der Sicherheitsanbieter AhnLab weist darauf hin, dass derzeit eine Hacking-Kampagne gegen schlecht gesicherte und über das Internet erreichbare Microsoft-SQL-Server läuft. Die Server werden per Brute-Force-Angriff oder mit Wörterbuch-Attacken kompromittiert, um die Ransomware Trigona einzuschleusen, wie BleepingComputer berichtet.

Ein kompromittiertes Konto nutzen die Cyberkriminellen, um in einem ersten Schritt eine Malware namens CLR Shell einzuschleusen. Sie soll Systeminformationen sammeln. Außerdem wird sie benutzt, um die Konfiguration des gehackten Kontos zu ändern. Darüber hinaus nutzen die Angreifer eine bekannte Schwachstelle im Windows Secondary Logon Service, um Rechte des LocalSystem zu erlagen.

Trigona schaltet Systemwiederherstellung ab

Die höheren Rechte benötigen die Hacker dem Bericht zufolge, um eine Dropper-Malware zu installieren und zu starten, die als der Dienst svcservice.exe ausgeführt wird. Über diesen Dienst wird schließlich die Trigona-Ransomware als svchost.exe gestartet.

Die Ransomware wiederum wird so konfiguriert, dass sie bei jedem Neustart von Windows automatisch gestartet wird. So wollen die Angreifer sicherstellen, dass ein Neustart des Systems die Verschlüsselung nicht unterbindet. Um einen möglichst großen Schaden anzurichten, ist Trigona in der Lage, die Systemwiederherstellung abzuschalten und jegliche Volume-Schattenkopien zu löschen.

Erstmals wurde die Trigona-Ransomware im Oktober 2022 entdeckt. Sie verschlüsselt mit Ausnahme bestimmter Ordner wie Windows und Programme alle Dateien eines Opfers. Zudem kopieren die Hintermänner die unverschlüsselten Daten und drohen mit einer Veröffentlichung auf ihrer Leak-Website im Darknet.

Jeder Ordner mit verschlüsselten Daten enthält außerdem eine Lösegeldforderung. Dieses ist in der Kryptowährung Monero zu zahlen. Ein Link in der Lösegeldforderung führt Opfer zu einer Website im Tor-Netzwerk, über die sie mit den Erpressern in Kontakt treten können. Laut ID Ransomware soll Trigona allein in diesem Jahr für weltweit 190 Angriffe verantwortlich sein.

Stefan Beiersmann

Stefan unterstützt seit 2006 als Freier Mitarbeiter die ZDNet-Redaktion. Wenn andere noch schlafen, sichtet er bereits die Nachrichtenlage, sodass die ersten News des Tages meistens von ihm stammen.

Recent Posts

Plus 8 Prozent: Gartner hebt Prognose für IT-Ausgaben an

Sie steigt auf 8 Prozent Wachstum in diesem Jahr. Der Bereich IT-Services wächst in diesem…

10 Stunden ago

Hacker verbreiten neue Windows-Backdoor per Word-Add-in

Die Hintermänner stammen mutmaßlich aus Russland und haben staatliche Unterstützung. Die Backdoor Kapeka wird seit…

10 Stunden ago

Brand-Phishing: Microsoft und Google im ersten Quartal weiter führend

Cyberkriminelle haben auf Zahlungs- und Zugangsdaten abgesehen. LinkedIn landet auf dem ersten Platz. Zudem verhelfen…

11 Stunden ago

Firefox 125 verbessert PDF Viewer und Sicherheit

Texte können nun im PDF Viewer farblich markiert werden. Firefox blockiert zudem mehr verdächtige Downloads…

18 Stunden ago

KI-Gesetz: EU macht ernst mit Risikomanagement und Compliance

Unternehmen haben nicht mehr viel Zeit, ihre KI-fähigen Systeme zu katalogisieren und zu kategorisieren, sagt…

18 Stunden ago

Generative KI-Assistenten für HR

Vee ermöglicht HR-Verantwortlichen transparente Übersicht über ihre Belegschaft.

18 Stunden ago