Business Intelligence erschließt sich weitere Einsatzbereiche

„Business Intelligence kann die notwendige Transparenz schaffen, die zu strategischen Wettbewerbsvorteilen führen. Dies erkennt der Mittelstand immer mehr“, so Conunit-Geschäftsführer Roman Schäfer. Die Ergebnisse der Studie zeigten dass immer mehr Unternehmen strategische BI-Initiativen aufsetzen würden, um zu einer ganzheitlichen Unternehmensteuerung zu kommen.

Laut Bernd Schierholz, Direktor Geschäftsbereich Mittelstand & Partnership Solution Center bei IBM Deutschland, der die Studie unterstützt hat, ist das auch dringend notwendig. Derzeit plane zwar jeder schon irgendwie, aber das sei künftig nicht mehr ausreichend um wöchentlich oder sogar täglich zu reagieren. Das sei vor allem angesichts der zunehmenden Datenmengen – etwa wenn sich wie er erwarte das Internet der Dinge durchsetze – unabdingbar.

Die von anderen Marktteilnehmern propagierten Real-Time-Analysen hält Schierholz nicht überall für notwendig. Er gibt aber zu bedenken, dass für Firmen, die heute teilweise drei oder vier Monate für den Abschluss benötigen es schon ein erheblicher Fortschritt wäre, dies an einem Werktag erledigen zu können.

Bei der Auswahl von BI-Tools spielen für die Befragten vor allem die funktionalen Anforderungen des Fachbereichs und strategische Aspekte eine wesentliche Rolle. Rund die Hälfte setzt Microsoft Excel mit oder ohne Zusatzsoftware ein. Auch in dieser Umfrage wird die Heterogenität der Datenquellen für BI-Systeme deutlich, auf die vor kurzem auch eine Erhebung des IT-Beratungshauses Cirquent in Zusammenarbeit mit Professor Arnold Picot vom Institut für Information, Organisation und Management an der Ludwig-Maximilians-Universität München hingewiesen hatte.

Heterogene Datenquellen als Problem

Auch in der Münchner Erhebung wurde deutlich, dass der Vorsatz, sich auf Business Intelligence zu konzentrieren, bei den Firmen zwar gefasst sei, aber so gut wie nirgends eine vernünftige Strategie vorliegt: Es gebe weder eine Roadmap für die Weiterentwicklung und den Ausbau der vorhandenen Business-Intelligence-Lösungen noch Competence Center oder einen Business Case für Business-Intelligence-Projekte.

Laut der Chemnitzer Studie basiert gerade mal ein Fünftel aller BI-Anwendungen auf einer einheitlichen Datenbank. Nach Meinung der Autoren könnte das die Ursache für die häufig genannten Kritikpunkte an BI-Systemen – Datenintegrationsprobleme und fehlende Kennzahlendefinitionen – liegen. Als weitere Stolpersteine bei der Einführung sehen die Befragten mangelnde Technologiekenntnisse, BI-Erfahrung und Produktkenntnisse der externen Berater, die in 87 Prozent aller Projekte eingesetzt werden. Den größten Nutzen von BI-Lösungen erwarten sie sich durch schnellere Verfügbarkeit von Berichten, qualitativ bessere Berichten und dem einfacheren Informationszugang.

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ZDNet.de Redaktion

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