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Experten: Al-Qaida rekrutiert im Web

Dass die islamistischen Terroristen das Internet für Bekennerschreiben und die Veröffentlichung abscheulicher Videos nutzen, war bekannt. Nun scheint das Web eine weitere Rolle für Al-Qaida zu spielen: Hamburger Internet-Experten zufolge sucht das Terrornetzwerk sich seine zukünftigen Märtyrer selbst via Internet.

Bis zum 11. September 2001 hätten die Islamisten ihre Anhänger meist in Moscheen rekrutiert. Die Reaktionen auf die verübten Terroranschläge in New York, Washington und Madrid hätten das Rekrutierungs-Verfahren jedoch verändert: „Jetzt wird das Internet von Al-Quaida auch als Cyber-Mekka zur Rekrutierung neuer Märtyrer genutzt“, ist der Vorstand von Pan Amp, Bert Weingarten, überzeugt.

Auf das neue Verfahren deute nicht nur die Anschlagsserie von London hin. Angeblich melden sich die Rekruten jetzt verstärkt selbst bei der Al-Qaida und zwar per Internet. Informationen in verschiedenen Internet-Diensten wiesen Al-Qaida-Mitgliedern und deren Sympathisanten den Weg und seien seit Jahren in Deutschland online.

„Auch ohne die Hilfe einer arabischen Tastatur ist es sehr einfach, diese Extremangebote im Internet zu erreichen, auf denen jede Facette des Dschihad erläutert wird, Märtyrer verherrlicht und Waffentypen aller Art erklärt werden“, warnen die Experten. Al-Qaida-Propagandisten hätten schon oft geschwärmt, das Internet sei ein „neues, virtuelles Afghanistan“. Mehrere Internet-Foren, bei denen internationale Geheimdienste davon ausgehen, dass deren Betreiber „mehr als nur Al-Qaida-Sympathisanten“ sind, böten überdies Kanäle für eine „besonders sichere Kommunikation“ an. Was hier geschehe, sei von den Geheimdiensten aktuell nicht mehr nachvollziehbar.

Pan Amp ist ein Anbieter von Filtertechnologien, Internet-Filtern und Firewall-Systemen, die in Unternehmen, Behörden oder öffentlichen Einrichtungen eingesetzt werden.

ZDNet.de Redaktion

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