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Tobit David XL

David XL besteht aus zwei Programmteilen: der auf dem Server laufenden David-Information-Server-Engine (Dvise) und dem Infocenter auf den Client-Rechnern. Die Konfiguration erfolgt über den Dvise-Administrator, dessen Oberfläche an die Microsoft Management Console erinnert. Der Dvise-Administrator kann entweder direkt am Server gestartet werden oder, die entsprechenden Rechte vorausgesetzt, auch über das Infocenter an jedem beliebigen Rechner im Netzwerk. Im linken Fenster des Dvise-Administrators findet sich ein hierarchisch strukturierter Baum, im rechten können die angewählten Punkte bearbeitet werden. Intuitiv nutzen lässt sich das Programm kaum – der Administrator benötigt mehrere Tage Einarbeitungszeit. Tobit weist im Handbuch ausdrücklich darauf hin, dass Installation und Administration nur durch Fachpersonal zu erfolgen hat. Dem Programm fehlen Assistenten zum bequemen Einrichten wenigstens der wichtigsten Details.

Als Frontend für die Netzwerkclients dient das Tobit-Infocenter, das sich von den Arbeitsplatzrechnern aus mit wenigen Mausklicks über \davidclientssetup.exe installieren lässt. Bei der Installation sollten insbesondere Notebook-Benutzer das Infocenter Mobile mit einrichten – dieses Zusatzmodul repliziert automatisch nach jedem Beenden der Netzwerkverbindung alle Daten. Damit arbeitet der Notebook-Anwender auch unterwegs immer mit den aktuellen Daten. Die Funktion lässt sich jederzeit unter Optionen/Ansicht/Startlogo abspielen abschalten. Die Bedienung ist beim Infocenter deutlich besser gelungen als beim Dvise-Administrator – das ist auch notwendig, da es in der Regel von normalen Anwendern und nicht von Administratoren benutzt wird.

Die Serverinstallation verläuft ausgesprochen einfach und problemlos. Der Anwender wird durch die Einrichtung aller wichtigen Grundfunktionen Schritt für Schritt geleitet. Besonders angenehm ist, das nach der Installation nicht erst von Hand neue Benutzer für das Kommunikationssystem eingerichtet werden müssen – Setup übernimmt automatisch die User aus der Windows-Benutzerdatenbank. Außerdem installiert David XL Doorkeeper-Dienste als Virenschutz. Aktuelle Signaturen lädt das Programm automatisch aus dem Internet. Optional lässt sich ein Server-Locator-Service einrichten. Der Server ist damit auch ohne Standleitung aus dem Internet zu erreichen – über eine frei wählbare Subdomain von tobit.net. David übermittelt in einstellbaren Intervallen die aktuelle WAN-IP-Adresse an den Tobit-eigenen DNS-Server.

ZDNet testet David XL auf einem Dell Dual Xeon mit zwei 2800-MHz-CPUs und 1024 MByte ECC-RAM unter Windows 2000 Server PDC (Primary Domain Controller) mit Service Pack 3. Bei dieser Hardware-Ausstattung wäre auch ein Betrieb mit einer passiven ISDN-Karte problemlos möglich. Die Tester setzen jedoch die von Tobit unter anderem empfohlene AVM B1 PCI V4.0 ein – diese entlastet die Server-CPU durch ihren eigenen Multitasking-RISC-Processor Strong T. Damit ist auf jeden Fall ein performanter Betrieb gewährleistet. Darüber hinaus ist sichergestellt, dass die Hardware alle von David geforderten Funktionen unterstützt: Fax Gruppe 3, Voice-Mail (Anrufbeantworter), T-Mail (synthetische Sprache), SMS, TAPI und E-Mail (IHS via ISDN).

Probleme bereitet die Installation der AVM-Karte nur dann, wenn zuvor bereits ein anderer AVM-ISDN-Controller vorhanden war. Die einfache Deinstallation über den Hardware-Assistenten reicht nicht aus, um den alten Controller aus dem System zu entfernen. Zusätzlich muss der Anwender noch das Installations-Programm mit dem Schalter -r ausführen: setup.exe -r. Anschließend sollte er im Verzeichnis C:WinntInf nach den Dateien oem*.inf mit dem Inhalt „AVM“ suchen. Die gefundenen Dateien sind dann manuell erneut zu durchforsten: Enthält beispielsweise die Datei oem14.inf Informationen zum alten Controller, muss sie zusammen mit der zugehörigen oem14.pnf gelöscht werden. Nach einem Neustart wird die B1 korrekt erkannt und installiert.

Im Lieferumfang von David XL findet sich neben einem ausführlichen Handbuch für Dvise-Administrator und Infocenter eine Support-CD mit CAPI-Treibern aktueller AVM-, Digi-Datafire- und Eicon-ISDN-Karten. Auch Clients und Service Packs für Windows- und Netware-Server sind auf der CD enthalten.

Mit dem kostenlosen Service ist nach 30 Tagen Installationssupport Schluss – danach fallen 50 Euro pro Service-Anfrage an. Auf diese etwas unsanfte Weise will Tobit sicherstellen, dass der Kunde bei Problemen zunächst beim Fachhändler oder Systemhaus anfragt, wo er das Produkt erworben hat. Das gibt Fachhändlern und Systemhäusern die Möglichkeit, eigene Support-Verträge mit ihren Endkunden abzuschließen.

ZDNet.de Redaktion

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