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Stalkerware: Erkennungsraten durch Sicherheitsanwendungen nehmen zu

Sicherheitsanwendungen für Android und Windows werden immer besser darin, sogenannte Stalkerware zu erkennen und Nutzer vor den Überwachungsfunktionen dieser Apps zu schützen. Das ist das Ergebnis einer Studie (PDF) von AV-Comparatives und der Electronic Frontier Foundation.

Im November 2019 sowie im Mai 2020 untersuchten die Forscher 10 mobile Antivirenprogramme für Android sowie 10 Antivirusprodukte für Windows, um herauszufinden, ob sie die am weitesten verbreiteten Stalkerware-Muster erkennen. Insgesamt wurden 20 Stalkerware-Varianten für Android und 10 für Windows untersucht, basierend auf ihrer Häufigkeit in den USA.

Demnach verbesserte sich die Erkennungsrate bei einigen Anwendungen zwischen November 2019 und März 2020 deutlich. Allerdings zeigt die Studie auch, dass einige Sicherheitsanbieter ihre Produkte in diesem Bereich noch deutlich verbessern müssen.

Bitdefender steigerte die Erkennungsrate seiner Android-App beispielsweise in dem Zeitraum um 30 Prozentpunkte. McAfee legte um 25 Punkte zu, Eset um 20 und Avira um 15 Punkte. Bitdefender erkannte trotz der Verbesserungen im Mai weiterhin nur 75 Prozent der Stalkerware-Muster. Kaspersky – der einzige Anbieter mit stagnierender Erkennungsrate – muss indes mit einer Rate von 95 Prozent als eigentlicher Testsieger unter Android angesehen werden, zusammen mit Trend Micro, das seine Rate von 90 auf 95 Prozent erhöhte.

Unter Windows waren die Abstände zwischen November 2019 und Mai 2020 deutlich höher. Eset steigerte seine Erkennungsrate um 70 Prozentpunkte – auf 100 Prozent. Diesen Wert erreichten auch Bitdefender (plus 50 Punkte), Kaspersky (plus 60 Punkte) und Norton (plus 30 Punkte).

Unabhängig vom Betriebssystem erkannten alle Sicherheitsanwendungen im Mai mindestens 70 Prozent der Stalkerware. Mit einer Ausnahme: Panda stufte im Mai lediglich 7 von 20 Android-Apps, die ihre Nutzer ausspionierten, als gefährlich ein, was einer Rate von 35 Prozent entspricht.

Stalkerware wird als Variante von Spionage-Apps eingestuft, die in der Regel als legitime Apps vermarktet werden und ohne Wissen des Nutzers dessen Aktivitäten verfolgt. Sie sind abzugrenzen von Apps, die beispielsweise der Fernwartung von Android-Geräten dienen oder Eltern helfen, ihrer Aufsichtspflicht nachzukommen. Häufig wird Stalkerware benutzt, um Ehepartner oder Lebensgefährten zu überwachen, was ihnen im englischsprachigen Raum auch die Bezeichnung „Spouseware“ einbrachte.

Die Electronic Frontier Foundation setzt sich bereits seit 2018 dafür ein, dass Cybersicherheitsanbieter solche Apps als gefährlich einstufen. Die Studie zeigt, dass die Aufrufe langsam die gewünschten Erfolge zeigen. Zumal eine Untersuchung von Kaspersky kürzlich zeigte, dass die Zahl der Stalkerware-Infektionen im vergangenen Jahr um 40 Prozent zugenommen hat.

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Stefan Beiersmann

Stefan unterstützt seit 2006 als Freier Mitarbeiter die ZDNet-Redaktion. Wenn andere noch schlafen, sichtet er bereits die Nachrichtenlage, sodass die ersten News des Tages meistens von ihm stammen.

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