Bericht: Amazon Web Services plant Analytics-Dienst

Amazon Web Services steht angeblich vor der Einführung eines Angebots für Business Intelligence. Laut Wall Street Journal wird es Kunden des Unternehmens damit möglich sein, ihre in der Amazon-Cloud gespeicherten Daten auszuwerten. Als führender Infrastrukturanbieter könnte Amazon in diesem umkämpften Markt durchaus bestehen, schreibt die Zeitung: Schließlich zähle es etwa Airbnb, Netflix, Nike und Pfizer zu seinen Kunden.

Der Service wird laut Quellen der Wirtschaftszeitung derzeit unter dem Codenamen Space Needle entwickelt. Neben Analysefunktionen umfasst er demnach auch eine Möglichkeit, große Datensätze zu AWS hochzuladen: Nötigenfalls schickt Amazon den Kunden Storage-Medien zu und holt sie befüllt wieder ab. Ob dieser Service weltweit angeboten werden kann, ist noch nicht klar. Ebenso wenig steht fest, ob der Dienst auch Daten analysieren können wird, die außerhalb der Amazon-Rechenzentren gespeichert sind, und welche Schnittstellen Amazon für die Software-Produkte anderer Hersteller anbietet.

Space Needle wird vermutlich für eine monatliche Gebühr angeboten. Es würde die Amazon-Cloud für Unternehmen noch attraktiver machen – etwa als Ergänzung zum Data-Warehousing-Service Redshift. Bislang hat Amazon zwar schon Dienste für Echtzeitdatenverarbeitung im Programm, etwa Kinesis, Mobile Analytics oder auch Big Data, sie richten sich aber ausschließlich an technische Experten. Über Space Needle könnten auch Business-Manager auf bei AWS gespeicherte Daten zugreifen.

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Der Markt für Business Intelligence und Analytics wächst weiter, ist aber bereits dicht besetzt: Neben vielen Nischenlösungen sind hier traditionell auch große Softwarehäuser wie IBM, Oracle, SAP, SAS oder Tibco Software aktiv. Zu den jüngeren Anbietern zählen Microstrategy, Qlik und Tableau.

Bisher schränkten Kosten, Sicherheit und Leistungsfähigkeit die Verbreitung von Business-Intelligence- und Analytics-Lösungen in der Cloud ein. Einer Studie (PDF) des Marktforschungsunternehmens Enterprise Management Associates (EMA) zufolge ändert sich dies aber gerade, und zumindest für einzelne Projekte greifen Firmen immer öfter zu Cloud-basierten BI-Ansätzen.

40 Prozent der Teilnehmer an der EMA-Studie meldeten aber auch, sie setzten bei mehr als fünf Projekten auf Cloud-BI. Die wichtigste Anforderung an den gewählten Anbieter ist wenig überraschend die Datensicherheit, die 54,5 Prozent an erster Stelle nannten. Es folgten Zuverlässigkeit und Leistung noch vor den Kosten. Das bevorzugte Lizenzmodell sind ein oder mehr Jahre zu einem Fixum überspannende Abonnements.

[mit Material von Martin Schindler, silicon.de]

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Florian Kalenda

Seit dem Palm Vx mit Klapp-Tastatur war Florian mit keinem elektronischen Gerät mehr vollkommen zufrieden. Er nutzt derzeit privat Android, Blackberry, iOS, Ubuntu und Windows 7. Die Themen Internetpolitik und China interessieren ihn besonders.

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