Uber will in Europa expandieren und 50.000 neue Jobs schaffen

Der Fahrdienstvermittler Uber hat am Sonntag auf der Konferenz DLD15 in München seine neue Strategie für Europa vorgestellt. Im Rahmen seiner Expansionspläne will CEO Travis Kalanick demnach 50.000 neue Jobs schaffen und 400.000 Fahrzeuge von den Straßen holen. Dieses Ziel will Uber vor allem durch den Ausbau seines Diensts UberPool erreichen, der es Nutzern erlaubt, sich eine Fahrt mit einer anderen Person zu teilen dadurch 50 Prozent des Fahrpreises zu sparen.

Darüber hinaus will Uber seine Zusammenarbeit mit Behörden verstärken. Das Unternehmen will erreichen, dass Städte die Beschränkungen für Jobs im Bereich Personenbeförderung aufheben und die Zulassungsverfahren für Fahrer beschleunigen. Zugleich will es zusammen mit EU-Behörden Städten helfen, Steuern auf Personentransporte zu erheben. Viele Transporte würden derzeit bar bezahlt und nicht gemeldet.

Uber-CEO Travis Kalanick auf der Konferenz DLD15 in München (Bild: DLD).

„2015 soll das Jahr werden, in dem wir neue Partnerschaften mit Städten in der EU eingehen“, sagte Kalanick. „Ich glaube, ich werde mehr Zeit in Europa verbringen. Ich freue mich schon darauf.“

Die Idee für Uber sei bei einem Besuch in Paris entstanden. Vor allem nachts sei es dort schwierig, ein Taxi zu finden. „Warum nicht einfach nur auf einen Button auf dem Smartphone klicken? Einen Knopf drücken und eine Mitfahrgelegenheit ist da“, erklärte Kalanick.

Mit der neuen Strategie zeigt sich Uber auch kooperativer gegenüber Behörden, die dem Unternehmen mit einem Verbot drohen. Unter anderem hatte sich Uber zuletzt mit Behörden in Spanien, Frankreich, Großbritannien, Deutschland und den Niederladen gestritten. Hierzulande hatte die Taxi Deutschland Servicegesellschaft im vergangenen Herbst eine einstweilige Verfügung gegen Uber beantragt und auch erhalten, die das Landgericht Frankfurt jedoch später wieder aufhob. Auch außerhalb der EU, beispielsweise in Indien, Thailand, China, Korea und auch den USA stoßen die Pläne des Start-ups auf Widerstand.

Im November war Uber zudem in die Kritik geraten, weil ein Top-Manager des Unternehmens Hetzkampagnen gegen Journalisten angedeutet hatte. Kritisiert wird Uber auch, weil es sich in Zeiten hoher Nachfrage das Recht vorbehält, Fahrpreise zu erhöhen. Das gilt selbst im Fall von Naturkatastrophen wie Schneestürmen. Im Dezember räumte Uber einige seiner Fehler ein und kündigte interne Veränderungen an.

Derzeit ist Uber in mehr als 250 Städten in 50 Ländern tätig. Im Dezember erhielt das Unternehmen 1,2 Milliarden Dollar Wagniskapital, was einer Bewertung von 40 Milliarden Dollar entspricht.

[mit Material von Richard Nieva, News.com]

Stefan Beiersmann

Stefan unterstützt seit 2006 als Freier Mitarbeiter die ZDNet-Redaktion. Wenn andere noch schlafen, sichtet er bereits die Nachrichtenlage, sodass die ersten News des Tages meistens von ihm stammen.

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