Microsoft hält seit Anfang Oktober einen Hotfix für den Bug bereit. Allzu großes Vertrauen sollte man in diesen Patch jedoch nicht setzen. Er kommt weder auf dem üblichen Weg per Microsoft Update, noch ist es möglich, ihn von einer Website herunterzuladen. Um den Patch zu bekommen, muss man eine Anfrage per E-Mail stellen. Danach erhält man einen Link zu einer passwortgeschützten Datei.

ZDNet hat festgestellt, dass der Patch auf einem Supermicro-System mit X8SIL-F-Motherboard und einem Xeon-3450-Prozessor (Lynnfield) zwar keinen weiteren Schaden anrichtet, jedoch auch keinen Nutzen bringt. Die Absturzhäufigkeit bleibt mit etwa einem Bluescreen pro Tag auffallend konstant.

In den Kommentaren zu dem MSDN-Blogeintrag, der den Hotfix angekündigt, finden sich ähnliche Erfahrungsberichte: Der Hotfix zeige keine Wirkung. Einem Leser fällt auf, dass sowohl die Original- als auch die Hotfix-Versionen der Dateien Hvax64.exe und Hvix64.exe den Versionsstring 6.1.7600.16431 tragen.

Das Abschalten des Powermanagements mittels Registry-Patch behebt das Problem hingegen zuverlässig. Dies hat natürlich interessante Nebeneffekte. Zum einen wird damit auch der Turbo-Modus des Nehalem deaktiviert, zum anderen erhöht sich der Stromverbrauch.

Ein Testsystem mit einem Core i7-920 von ZDNet verbraucht nach Anwendung dieser „Holzhammermethode“ im Idle-Betrieb 95 Watt statt vorher 89 Watt. Eine solche Erhöhung des Stromverbrauchs ist bereits für mittelständische Unternehmen mit eigenen Servern nicht hinnehmbar. Ein großer Hoster, der auf Nehalem-Prozessoren setzt, braucht an diese Lösung nicht einmal zu denken.

Heise Online hat herausgefunden, dass Microsoft in seiner Dokumentation des Bugs die Empfehlung aussprechen wollte, Hyper-V nicht auf Nehalem-Prozessoren einzusetzen. Intel sei in letzter Minute „auf die Barrikaden gegangen“ und habe diese Empfehlung verhindert.

Dafür muss Microsoft Intel dankbar sein. Hyper-V verlangt den Einsatz von Hardwarevirtualisierungsunterstützung durch den Prozessor. Die zweite Generation dieser Technologie mit Second Level Address Translation (SLAT), von Intel Extended Page Tables (EPT) genannt, ist nur auf Nehalem-Prozessoren verfügbar.

Ältere Intel-Prozessoren, etwa auf Core-2-Basis, beherrschen diese Technologie nicht. Von ZDNet durchgeführte Microbenchmarks zeigen, dass bei der Virtualisierung ohne SLAT deutliche Performanceverluste auftreten. Die von der Geschwindigkeit her akzeptable Binary-Translation-Technik, die ganz ohne Hardwarevirtualisierung auskommt, beherrscht Hyper-V nicht.

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ZDNet.de Redaktion

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