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Western Digital Caviar WD1000BB

Mit dem Caviar WD1000BB bringt Western Digital eines der ersten 100-GB-Laufwerke auf den Markt. (Der Maxtor 536DX kam etwas früher heraus, aber anders als das Modell von Maxtor, das mit einer Drehzahl von 5.400 U/min läuft, bringt es der Caviar auf 7.200 U/min und liefert damit eine bessere Leistung zum selben Preis.) Für Benutzer, die ein Festplattenlaufwerk zum Speichern von großen Mengen an digitalen Videos, MP3-Dateien und digitalen Standbildern benötigen, ist der Caviar zurzeit das Laufwerk erster Wahl.

Die folgenden Beispiele sollen einen Eindruck von der Speicherkapazität eines 100-GByte-Festplattenlaufwerks vermitteln: Bei einer durchschnittlichen, 4 Minuten langen MP3-Datei von 4 MB Größe ließen sich 69 Tage Nonstop-Musik ohne Wiederholung einer Spur speichern. Video-Dateien belegen üblicherweise etwa 3,6 MB Speicherplatz pro Sekunde, so dass bei dieser Rate eine Speicherung von 8 Stunden Video möglich wäre. Alternativ könnte man 20.000 Bilddateien zu 5 MByte auf einem 100-GB-Festplattenlaufwerk unterbringen.
Der Lieferumfang des Caviar überzeugt ebenfalls. Dazu zählt ein Poster, auf dem jeder Schritt so ausführlich beschrieben ist, dass selbst Benutzer, die noch nie einen Blick in das Innenleben ihres PCs riskiert haben, dieses Festplattenlaufwerk ohne Schwierigkeiten installieren können. Außerdem liefert Western Digital Halterungen zur Montage des Laufwerks in einem freien Schacht und ein 40-Pin-Flachbandkabel zum Anschluss des Laufwerks an die Systemplatine bzw. an eine Controller-Karte mit.

Die Caviar wurde auf einem Dell Dimension XPS B800r (Pentium III-800, Intel 820 Chipset, 128 MByte RDRAM, Windows 98 SE) mit einer Ultra 100-Controller-Karte von Promise Technology getestet. Wie nicht anders zu erwarten, übertraf der Caviar die 5.400 U/min schnellen Maxtor 536DX bei jedem Test in jedem Modus.
Etwas Seltsames fiel uns allerdings auf. Zwar nahm die Leistung des WD-Laufwerks in jedem weiteren Modus zu, doch war die Steigerung zwischen Modus 4 und Modus 5 kaum noch messbar. Anders ausgedrückt: Selbst wenn Ihr PC nur Ultra ATA/66 unterstützt, erhalten Sie beinah dieselbe Leistung wie bei einer Nutzung von ATA/100. Der Grund hierfür ist laut Western Digital, dass die Datenübertragungsgeschwindigkeit von der Festplatte zum Pufferspeicher beim Caviar mit 66 MB pro Sekunde (die Datenübertragungsgeschwindigkeit bei Ultra ATA/66 bzw. Modus 4) bereits ihre Grenze erreicht. Selbst wenn Sie also den Controller vergrößern, ändert sich dadurch nichts an der Übertragungsgeschwindigkeit.

Dennoch ist für Benutzer, die aus diesem Laufwerk wirklich die maximale Leistung herausholen wollen, mehr als empfehlenswert, eine ATA/100-Controller-Karte wie die Ultra 100 TX2 von Promise Technology zu kaufen, die online bereits zum Preis von etwa 50 Euro zu haben ist. Außer der Leistungssteigerung bietet ein Controller noch weitere Vorteile. Er gestattet beispielsweise den Einbau mehrerer IDE-Geräte, etwa einer zweiten oder dritten Festplatte. (Angesichts manch anderer Lösungen für die Datensicherung in einer Größenordnung von 100 GB wünscht man sich vielleicht einfach ein weiteres Festplattenlaufwerk.)

Apropos Datensicherung: Der Caviar wird mit keinerlei Backup-Software ausgeliefert – ein Manko, das in zukünftigen Versionen hoffentlich behoben sein wird. Mitgeliefert wird jedoch die Western Digital-Software Data Lifeguard, die den Benutzer durch den Installationsvorgang geleitet und spezielle Tools zur Entdeckung und Behebung von Fehlern auf der Festplatte bereit hält.

Das Caviar-Laufwerk ist nicht perfekt. Es weist eine etwas höhere Fehlerquote auf als der Maxtor 536DX (0,8 Prozent gegenüber 0,5 Prozent). Zwar bieten beide Firmen eine Garantie von drei Jahren, doch nimmt Maxtor, anders als Western Digital, das Gerät im Reklamationsfall anstandslos zurück. Western Digital dagegen entscheidet Rücknahmen grundsätzlich von Fall zu Fall.

Dies sind jedoch geringfügige Vorbehalte. Derzeit ist der Caviar WD1000BB das größte, schnellste und kostengünstigste Speichermedium, das für Geld erhältlich ist.

ZDNet.de Redaktion

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