Warum Software-Anbieter KMUs für sich entdecken

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) spielen in der deutschen und der globalen Wirtschaft eine bedeutende Rolle. Firmen mit unter 500 Beschäftigten machen 99,5 Prozent aller Betriebe in Deutschland aus. Kleine Unternehmen erwirtschaften 55 % des BIP in Entwicklungsländern und machen rund 90 % aller Firmen weltweit aus. Außerdem sind sie ein essenzieller Motor der Innovation.

Erzwungener Wandel

Spätestens seit der Pandemie und der damit „erzwungenen“ digitalen Transformation haben auch skeptische KMUs erkannt, wie wichtig die Digitalisierung der eigenen Prozesse ist. KMUs sind seitdem ein wichtiger Käufer von IT-Produkten und -Services. Für das Jahr 2021 wurden in kleinen und mittleren Unternehmen weltweit IT-Ausgaben von 684 Milliarden USD prognostiziert.

KMUs bieten also fraglos einen interessanten Markt für IT-Unternehmen. Viele Anbieter haben aber Probleme damit, diesen Markt zu bedienen. Früher kauften kleine Unternehmen oft nicht eine bestimmte Software, weil diese zu teuer war – sowohl was die Kosten fürs Produkt/den Service als auch die Kosten für Implementierung und Wartung betraf.

Gleichzeitig vernachlässigten viele Anbieter kleinere Unternehmen aus wirtschaftlichen und logistischen Gründen:

  • Verkaufskosten: Die Kosten für Vertrieb, Solution Engineers und Support erforderten Deals in einer Größenordnung, die sich KMUs nicht leisten konnten.
  • Zu viele Aufträge nötig: Es war eine hohe Zahl kleinerer Geschäftsabschlüsse nötig, um rentabel zu sein und das Geschäft zu erweitern.
  • Know-how und Ressourcen: KMUs verfügten meist nicht über die benötigten Rechenzentren, IT-Infrastruktur oder das Fachwissen, um komplexe IT-Lösungen umzusetzen.

Die Zeiten haben sich nun geändert. KMUs profitieren vom digitalen Wandel und neuen Geschäftsmodellen der IT-Anbieter, durch die deren Technologien erschwinglicher, aber auch einfacher zu implementieren und zu nutzen sind.

Cloud ermöglicht günstige Software

Durch die Cloud hat sich die Art und Weise, wie KMUs auf Software zugreifen, sie nutzen und sich leisten können, verändert und verbessert. Cloud-basierte Lösungen machen Rechenzentren vor Ort und besonders qualifizierte firmeneigene IT-Kräfte überflüssig. Updates und Wartung werden vom Provider aus der Ferne durchgeführt. Cloud-Dienste sind meist abonnementbasiert, wodurch keine großen Investitionskosten anfallen. Cloud-basierte Modelle ermöglichen zudem auch kleineren Unternehmen ein hohes Maß an Sicherheit und Datenschutz, das bisher nur den ganz großen vorbehalten war.

Für die Anbieter sind Abo-basierte Modelle sichere, regelmäßige Einnahmen. Sie müssen sich nicht mehr um teure Implementierung und Wartung vor Ort kümmern. Durch browserbasierte Schnittstellen funktioniert ihre Software auf verschiedensten Geräten und Betriebssystemen. Und auch abgesehen von der Cloud helfen Anbieter den KMUs mit skalierbaren Preis- und Service-Modellen, die sich an die Bedürfnisse der Kunden anpassen.

Klare Voraussetzung: Self-Service

Eine grundlegende Voraussetzung für die Erschließung des KMU-Marktes mit rentablen und attraktiven Produkten ist Self-Service. Als erstes hilft schon eine benutzerfreundliche Software dabei, den Bedarf an technischem Support zu verringern. Darüber hinaus müssen die Provider aber darauf achten, den Kunden die richtigen Inhalte zu bieten, die kosteneffizienten Self-Service überhaupt ermöglichen. Sie müssen Know-how-Datenbanken entwickeln und konstant verbessern, damit häufig gestellte Fragen auf der Website direkt beantwortet werden. „How-to“-Blogs, Tutorials und Schulungsvideos helfen den Firmenkunden, selbstständig dazuzulernen. Die Inhalte müssen kurz und auf den Punkt sein – und sich auf typische, häufige Probleme der User beziehen. User-Foren sind ein weiterer Ansatz, da sie den Nutzern die Chance geben, sich auszutauschen und voneinander zu lernen.

KMUs haben heute die Chance, durch moderne Technologien ihre Abläufe zu optimieren und Rentabilität und Wachstum zu steigern. Wenn die Anbieter von Enterprise-Software ihre Produkte, Services und Support laufend verbessern und anpassen, um die Bedürfnisse des KMU-Marktes zu bedienen, wird diese Chance nur noch größer.

ZDNet.de Redaktion

Recent Posts

Gefahren im Foxit PDF-Reader

Check Point warnt vor offener Schwachstelle, die derzeit von Hackern für Phishing ausgenutzt wird.

4 Tagen ago

Bitdefender entdeckt Sicherheitslücken in Überwachungskameras

Video-Babyphones sind ebenfalls betroffen. Cyberkriminelle nehmen vermehrt IoT-Hardware ins Visier.

4 Tagen ago

Top-Malware in Deutschland: CloudEye zurück an der Spitze

Der Downloader hat hierzulande im April einen Anteil von 18,58 Prozent. Im Bereich Ransomware ist…

4 Tagen ago

Podcast: „Die Zero Trust-Architektur ist gekommen, um zu bleiben“

Unternehmen greifen von überall aus auf die Cloud und Applikationen zu. Dementsprechend reicht das Burg-Prinzip…

4 Tagen ago

Google schließt weitere Zero-Day-Lücke in Chrome

Hacker nutzen eine jetzt gepatchte Schwachstelle im Google-Browser bereits aktiv aus. Die neue Chrome-Version stopft…

4 Tagen ago

Hacker greifen Zero-Day-Lücke in Windows mit Banking-Trojaner QakBot an

Microsoft bietet seit Anfang der Woche einen Patch für die Lücke. Kaspersky-Forscher gehen davon aus,…

4 Tagen ago