Seit November 2017 steht der Browser Samsung Internet für alle Android-Smartphones ab Version 5.0 zur Verfügung. Gegenüber dem unter Android meistgenutzten Browsers Chrome bietet Samsung Internet zahlreiche Vorteile. So bietet er etwa einen Lesemodus, mit dem sich Artikel auf mobilen Geräten besser lesen lassen. Außerdem unterstützt der auf Chromium basierende Browser Erweiterungen, mit denen sich beispielsweise Werbung und das Ausführen von Cryptominer-Code blockieren lässt. Außerdem ist seit Version 6.2 ein Trackingschutz und ein Nachtmodus vorhanden.

In der gerade erschienen Version 6.4 ergänzt Samsung den Browser mit weiteren Funktionen. So unterstützt der Browser nun Web Bluetooth und bietet Schutz vor den Spectre-Angriffsszenarien.

Samsung Internet unterstützt Erweiterungen (Screenshot: ZDNet.de)Samsung Internet unterstützt Erweiterungen, bietet einen geheimen Modus, der durch ein Passwort abgesichert werden kann und lässt sich seit Version 6.2 auf Android-Smartphone ab Version 5.0 installieren (Screenshot: ZDNet.de).

Web Bluetooth erlaubt es Anwendungen, die im Browser ausgeführt werden, über eine JavaScript-API mit Zubehör zu interagieren, das per Bluetooth Low Energy mit einem Smartphone oder Tablet verbunden ist. Samsung betont in einem Blogeintrag, dass die Funktion nicht automatisch Bluetooth aktiviert – der Nutzer muss dem Browser zuerst die Berechtigung dazu erteilen. Darüber hinaus ist es Bluetooth-Geräten erst nach Zustimmung des Nutzers möglich, eine Verbindung herzustellen.

Mit der Version 6.4 aktualisiert Samsung auch die Chromium-Codebasis seines Browsers. Dazu gehören auch die von Google bereits im Januar veröffentlichten Spectre-Patches. Sie reduzieren die Genauigkeit der Funktion „Performance.Now“ und fügen zum Datum-Zeitstempel einen „kleinen“ Jitter hinzu. Das soll die Folgen von Spectre-Angriffen mildern.

Darüber hinaus haben die Entwickler die Download-Funktion überarbeitet. Nutzer können nun Dateien vor dem Herunterladen umbenennen und über die Benachrichtigungsleiste oder die neue Seite „Downloadverlauf“ einen Download anhalten, fortsetzen oder abbrechen.

Download-Manager von Samsung Internet 6.4 (Screenshot: ZDNet.de)Nutzer können Downloads nun umbenennen und über die Benachrichtigungsleiste anhalten und abbrechen (Screenshot: ZDNet.de)

Der Nachtmodus soll die Nutzung des Browsers im Dunklen angenehmer machen und vor allem durch einen geringeren Lichtausstoß das Einschlafen erleichtern. Dafür werden der Hintergrund schwarz und Texte weiß eingefärbt. Eingeschaltet wird der Nachtmodus über das Menü des Browsers.

Samsung Internet 6.2 bietet einen Nachtmodus (links) und einen Modus für hohen Kontrast (mitte). Optional lassen sich auch Funktionen wie WebVR freischalten (Screenshot: ZDNet.de).Samsung Internet 6.2 bietet einen Nachtmodus (links) und einen Modus für hohen Kontrast (mitte). Optional lassen sich auch Funktionen wie WebVR freischalten (Screenshot: ZDNet.de).

Der Nachtmodus funktioniert übrigens ähnlich wie der Modus für hohen Kontrast. Letzteres kombiniert einen schwarzen Hintergrund mit farbiger Schrift, was die Lesbarkeit von Texten für Personen mit eingeschränkter Sehkraft erhöhen soll. Den Modus für hohen Kontrast können Nutzer in den Browser-Einstellungen unter dem Punkt „Eingabehilfe“ aktivieren.

Der integrierte Tracking-Blocker basiert auf einer Lösung des Anbieters Disconnect. Er blockiert Tracker von Drittherstellern, also Cookies, die nicht von der besuchten Webseite stammen. Eine Liste der standardmäßig in Samsung Internet geblockten Tracker steht auf Github zur Verfügung.

Für zusätzlichen Schutz der Privatsphäre sorgt der sogenannte „Geheim Modus“, der sämtliche Tracker verhindert. Außerdem werden in diesem Modus besuchte Seiten und abgespeicherte Lesezeichen außerhalb dieser Betriebsart nicht angezeigt. Der „Geheim Modus“ kann durch ein Passwort und optional durch einen im System hinterlegten Fingerabdruck geschützt werden.

Weitere neue Funktionen lassen sich über „internet://flags“ aktivieren. Dazu gehört der Standard WebVR, mit dem sich Virtual-Reality-Headsets wie Google Cardboard nutzen lassen. WebGL 2 verbessert mit OpenGL ES 3.0 die Rendering-Funktionen. Spieler profitieren zudem von den Gamepad Extensions, die den Funktionsumfang der Gamepad API erweitern.

Schnellzugriff

Statt in verschachtelten Untermenüs nach abgespeicherten Lesezeichen zu suchen, bietet Samsung Internet einen sogenannten Schnellzugriff. Dieser erscheint, wenn man in die Adressleiste klickt und listet die dort abgelegten Seiten auf. Eine geöffnete Webseite lässt sich über das Menüsymbol (drei Punkte, rechts oben) und der Auswahl „Zu Schnellzugriffen hinzufügen“ dort abspeichern. Es ist auch möglich, über den Schalter „Hinzufügen“ direkt eine Adresse einzugeben. Über „Bearbeiten“ kann die Reihenfolge und auch der Name der unter Schnellzugriffe abgespeicherte Lesezeichen angepasst werden. Bei bereits dort hinterlegten Seiten wird die Option „Zu den Schnellzugriffen hinzufügen“ sinnvollerweise nicht angezeigt.

Weitere Anpassungen sind unter Einstellungen möglich. Hier lässt sich „Schnellzugriff“ als Startseite festlegen, wodurch diese Ansicht geöffnet wird, wenn ein neuer Tab (Registerkarte) geöffnet wird. Außerdem werden nach und nach die meist besuchten Seiten unter Schnellzugriffe aufgelistet wenn die entsprechende Option unter Interneteinstellungen aktiviert ist.

Samsung Internet: Schnellzugriff öffnet sich bei einem Klick in die Adressleiste (Screenshot: ZDNet.de)Samsung Internet: Schnellzugriff öffnet sich bei einem Klick in die Adressleiste. In diesem Bereich können Lesezeichen abgelegt und bearbeitet werden (Screenshot: ZDNet.de).

Tab-Wechsel per Wischgeste, Schnellmenü

Für den Wechsel von geöffneten Tabs steht am unteren Rand der Schalter „Tabs“ zur Verfügung. Schneller gelingt der Wechsel jedoch mit einer Wischgeste in der Adressleiste nach links oder rechts.

Nützlich ist auch das standardmäßig aktivierte Schnellmenü, das durch einen transparenten Kreis mit drei Punkten dargestellt wird. Dort integriert sind die Befehle „Senden“ für das Teilen von Inhalten und „Neue Registerkarten“ für das Öffnen eines neuen Tabs. Außerdem lässt sich damit der Nachtmodus einschalten und die Textgröße von Webseiten beeinflussen. Die einzelnen Optionen wie auch das Schnellmenü lassen sich auch deaktivieren. Über Einstellungen – Erweiterungen kann das Schnellmenü wieder eingeschaltet werden.

Samsung Internet: Tabwechsel und Schnellmenü (Bild: ZDNet.de)

Kontextmenü

Auch das Kontextmenü bietet Features, die nicht jeder Browser zu bieten hat. Nachdem man eine Text markiert hat stehen die Optionen „Alle auswählen“, „Kopieren“, „Senden“, „Wörterbuch“, „Finden“, „Internetsuche“ und „Übersetzen“ zur Verfügung.

Samsung Internet: Kontextmenue mit nützlichen Funktionen (Screenshot: ZDNet.de)

Lesemodus

Gerade auf mobilen Geräten, die aufgrund ihrer Größe bei der Darstellung von Inhalten limitiert sind, ist ein sogenannter Lesemodus sinnvoll. Unter Safari gibt es diesen schon länger. Chrome bietet diesen nur als experimentelles Feature, was auch nicht weiter verwundert, da Google ja von der Einblendung von Anzeigen lebt und der Lesemodus diese größtenteils ausblendet. Samsung Internet bietet einen solchen Modus, der Anpassungsmöglichkeiten der Schriftgröße bieten.

Samsung Internet bietet einen Lesemodus (Bild: ZDNet.de)Samsung Internet bietet einen Lesemodus, der Texte lesefreundlich aufbereitet. Zur Aktivierung dieses Features muss man in der Adressleiste auf „R“ klicken. Allerdings steht die Funktion nicht bei allen Webseiten zur Verfügung (Bild: ZDNet.de)

Ad-Blocker und Schutz vor Cryptomining

Durch die Unterstützung von Erweiterungen bietet Samsung Internet zahlreiche Zusatzoptionen. Dazu zählt zum Beispiel die Möglichkeit Inhaltefilter wie Adguard zu installieren, die neben unerwünschter Werbung auch die Ausführung von Cryptominer-Code, der auf zahlreichen Webseiten verwendet wird und die Rechenkapazität der Besucher für das Schürfen von Cryptowährungen nutzt, zu unterbinden.

Samsung Internet verhindert Cryptomining (Bild: ZDNet.de)Samsung Internet schützt im Zusammenspiel mit der Erweiterung Adguard vor Cryptomining. Links im Bild ist der Google-Browser Chrome zu sehen, der vor der Ausführung von Coinhive-Scripts nicht schützt. Entsprechend hoch ist die Auslastung der einzelnen Rechenkerne, während diese rechts mit Samsung Internet kaum belastet werden (Bild: ZDNet.de).

Synchronisation von Lesezeichen

Samsung Internet kann die Lesezeichen der Desktop-Version von Chrome synchronisieren. Dazu muss man allerdings die gleichnamige Chrome-Erweiterung installieren und sich bei Samsung Cloud anmelden. Anschließend muss man im Browser unter Einstellungen die Option „Samsung Cloud“ aktivieren. Leider unterstützt die Synchronisation nicht die unter Schnellzugriff abgespeicherten Lesezeichen. Diese müssen auf den jeweiligen Geräten also manuell eingerichtet werden.

Fazit: Samsung Internet

Zu den Highlights von Samsung Internet zählen der Schnellzugriff für häufig besuchte Webseiten, der Lesemodus sowie die Möglichkeit, einen Werbeblocker zu installieren, der auch gleichzeitig vor Cryptomining schützt.

Für Anwender von Galaxy-Smartphones bietet Samsung Internet überdies mit der Nutzung von Samsung Pass weitere Vorteile, wenn es um das Anmelden bei zahlreichen Internetdiensten geht. Dann reicht ein Fingerabdruck aus, um sich bei diesen anzumelden: Benutzerkennung und Passwort werden automatisch in die Anmeldemaske kopiert.

Samsung Internet bietet also Features, die man bei anderen Android-Browsern in ihrer Gesamtheit vergeblich sucht. Und daher verwundert es auch nicht, dass er hierzulande den populärsten Browsern im Mobilbereich gehört. Seit Version 6.2 lässt er sich auch auf Nicht-Samsung-Smartphones und -Tablets, die mindestens mit Android 5.0 betrieben werden, nutzen.

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Neueste Kommentare 

1 Kommentar zu Der beste Browser für Android: Samsung Internet im Test

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  • Am 1. März 2018 um 0:01 von Andreas

    Schnelligkeit und Bequemlichkeit sind nicht Alles. Ein bißchen Sicherheit wäre ja nicht schlecht, aber Verwendung von Disconnect und Paßworte auf Fingerdruck aus der Samsung-Klaut…. Gibt es den Quellcode?! Mehr muß man nicht wissen, um diesen Netz-Stöberer von der Nutzung auszuschließen.

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