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Datenstrategie mangelhaft

Daten sind das neue Öl und für die Europäische Kommission sind Daten die „Lebensader der wirtschaftlichen Entwicklung“, aber die deutschsprachigen Firmen haben aber noch viel Arbeit vor sich, um diesem Anspruch gerecht zu werden. Das hat eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens YouGov im Auftrag von Hewlett Packard Enterprise (HPE) unter 803 Führungskräften (CEO bis Teamleiter) in Deutschland, Österreich und der Schweiz ergeben. Laut HPE-Reifegradmodell haben die befragten Firmen auf einer Skala von 1 („Daten-Anarchie“) bis 5 („Daten-Ökonomie“) nur einen durchschnittlichen Reifegrad von 2,1.

Demnach sagen zum Beispiel 37 Prozent aller befragten Führungskräfte und 65 Prozent der Vorstände und Geschäftsführer, dass ihr Unternehmen gar keine Datenstrategie habe, nicht einmal als Teil der IT-Strategie. Die Hälfte aller Befragten und 75 Prozent der Vorstände geben an, dass sich ihr Unternehmen nicht systematisch darum kümmert, datenbasierte Produkte oder Dienstleistungen auf den Markt zu bringen. Und 66 Prozent aller Befragten (85 Prozent der Vorstände) geben an, dass in ihrem Unternehmen keine Analytics- oder KI-Methodiken (KI = künstliche Intelligenz) zum Einsatz kommen, sondern Analysen mit Tabellenkalkulation durchgeführt werden.

Die Umfrage beruht auf einem von HPE entwickelten Modell, das den Datenwertschöpfungs-Reifegrad einer Organisation entlang von sechs Dimensionen bewertet – dabei werden strategische, organisatorische und technologische Merkmale berücksichtigt. Die unterste Reifegradstufe (1) wird „Daten-Anarchie“ genannt – hier bewirtschaften Geschäftsbereiche ihre Datenbestände isoliert voneinander und werten die Daten kaum systematisch aus. Die höchste Stufe (5) heißt „Daten-Ökonomie“ – auf dieser Stufe gibt es eine einheitliche Datenbewirtschaftung über interne Geschäftsbereiche und externe Ökosysteme hinweg, und das Unternehmen setzt Daten effektiv für die Wertschöpfung ein.

Laut HPE-Reifegradmodell haben die von YouGov befragten Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen im Durchschnitt einen Reifegrad von 2,1 – wobei kleinere Firmen mit bis zu 250 Mitarbeitern mit 1,7 einen deutlich niedrigeren Reifegrad aufwiesen. Bei Firmen über 250 Mitarbeitern liegt der Schnitt bei 2,5.

HPE stellt ab heute ein Online-Self-Assessment zur Verfügung, mit dem Firmen ihren eigenen Datenwertschöpfungs-Reifegrad bestimmen und sich mit den Ergebnissen der Umfrage vergleichen können. Die detaillierten Ergebnisse pro Reifegrad-Dimension ergeben dabei ein differenziertes Bild der eigenen Stärken und Schwächen. Das kann als Ausgangspunkt genutzt werden, um die nächsten Entwicklungsschritte zur Optimierung ihrer Datenwertschöpfung zu planen.

„Es gibt keine Abkürzung auf dem Weg in die Daten-Ökonomie, er erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, der alle Facetten eines Unternehmens betrifft“, sagt Rainer Peters, Leiter der Business Solutions Group bei Hewlett Packard Enterprise in Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Mit unserem Reifegradmodell und den Vergleichsdaten aus der Umfrage geben wir Firmen dafür eine Landkarte und einen Kompass an die Hand.“

Jakob Jung

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