Linux Foundation startet Open Voice Network

Die Linux Foundation arbeitet mit Unternehmen wie Microsoft, der Deutschen Telekom und der Schwarz Gruppe (Kaufland, Lidl) zusammen, um das Open Voice Network zu gründen. Dies ist eine Initiative, die „Vertrauen und Standards“ in der Sprachtechnologie in den Vordergrund stellen soll.

Jon Stine, Executive Director des Open Voice Network, erklärte, dass das rasante Wachstum sowohl der Verfügbarkeit als auch der Akzeptanz von Sprachassistenz weltweit es erforderlich macht, dass bestimmte Standards gemeinschaftlich entwickelt werden. Die Open-Source-Vereinigung wird sich der Förderung offener Standards widmen, die die Einführung von KI-fähigen Sprachassistenzsystemen unterstützen.

Geräte und Anwendungen beinhalten zunehmend Sprachaktivierungs- und Navigationsfunktionen. Mike Dolan, Senior Vice President bei der Linux Foundation, sagte, das Netzwerk sei eine „proaktive Antwort auf die Bekämpfung von Deep Fakes in der KI-basierten Sprachtechnologie.“

„Sprache wird eine primäre Schnittstelle zur digitalen Welt sein, die Nutzer mit Milliarden von Websites, intelligenten Umgebungen und KI-Bots verbindet. Sie wird bereits jetzt zunehmend über Smart Speaker hinaus für Anwendungen in Autos, Smartphones und Heimelektronikgeräten aller Art genutzt. Der Schlüssel für die Übernahme dieser Fähigkeiten durch Unternehmen und den Komfort und die Vertrautheit der Verbraucher ist die Implementierung offener Standards“, betonte Dolan.

„Sprache verändert die Beziehungen zwischen Marken und Konsumenten“, sagt Rolf Schumann, Chief Digital Officer der Schwarz Gruppe. „Sprache verändert die Art und Weise, wie wir mit unseren digitalen Geräten interagieren. Zum Beispiel beim Einkaufen über unsere Smart Home-Geräte. Allerdings gibt die Stimme mehr Informationen als ein Fingerabdruck und kann Daten über den emotionalen Zustand oder die mentale Gesundheit eines Nutzers beinhalten. Daher ist es von größter Wichtigkeit, Datenschutzstandards einzuführen, um die Privatsphäre des Nutzers zu schützen. Nur so können wir zur Zukunft der Stimme beitragen.“

Ähnlich wie offene Standards in den Anfängen des Internets eine einheitliche Art und Weise des Informationsaustauschs und der Verbindung mit jeder beliebigen Website ermöglichten, wird das Open Voice Network die gleiche standardisierte Einfachheit der Entwicklung und Nutzung für Sprachassistenzsysteme und Gesprächsagenten bringen, was zu enormem Wachstum und Wert für Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen führt. Sprachassistenz hängt von Technologien wie automatischer Spracherkennung (ASR), natürlicher Sprachverarbeitung (NLP), fortgeschrittenem Dialogmanagement (ADM) und maschinellem Lernen (ML) ab.

Das Open Voice Network wird sich zunächst auf die folgenden Bereiche konzentrieren:

Entwicklung von Standards: Forschung und Empfehlungen in Richtung globaler Standards, die dem Benutzer Wahlmöglichkeiten, Inklusivität und Vertrauen ermöglichen.

Industriemehrwert und Bewusstsein: Identifizierung und Austausch von Best Practices für Konversations-KI, die sowohl horizontal als auch spezifisch für vertikale Branchen sind und als Quelle für Einblicke und Wert für Sprachassistenz dienen.

Advocacy: Zusammenarbeit mit und durch bestehende Branchenverbände zu relevanten regulatorischen und legislativen Fragen, einschließlich derjenigen des Datenschutzes.

„Sprechen ist menschlich, und Sprache wird schnell zur primären Interaktionsmodalität zwischen Nutzern und ihren Geräten und Diensten zu Hause und am Arbeitsplatz“, sagt Ali Dalloul, General Manager bei Microsoft Azure.  „Je mehr Geräte und Dienste offen und sicher miteinander interagieren können, desto mehr Wert erschließen wir für Verbraucher und Unternehmen in einem breiten Spektrum von Anwendungsfällen, wie etwa Conversational AI für Kundenservice und Handel.“

Sprachassistenten sind heute auf eine Vielzahl von Technologien angewiesen, darunter automatische Spracherkennung, Verarbeitung natürlicher Sprache, erweitertes Dialogmanagement und maschinelles Lernen.

Jakob Jung

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