Categories: SicherheitVirus

Botnet PgMiner greift schlecht geschützte PostgreSQL-Datenbanken an

Forscher von Palo Alto Networks haben ein neues Botnet namens PgMiner entdeckt, das gegen PostgreSQL-Datenbanken vorgeht. Ziel der Hintermänner ist es, einen sogenannten Cryptominer für das Schürfen von Kryptowährungen zu installieren.

Die Kontrolle über die Datenbanken erhalten die Cyberkriminellen den Forschern zufolge über Brute-Force-Angriffe auf aus der Ferne zugängliche PostgreSQL-Datenbanken. Zu diesem Zweck werde zufällig ein IP-Adressbereich ausgewählt und alle Adressen nach einem offenen Port 5432 abgesucht, der für PostgreSQL typisch sei.

Sobald ein aktives System gefunden sei, versuche das Botnet das Passwort für das voreingestellte Nutzerkonto „postgres“ zu erraten. Anfällig seien Systeme, bei denen dieses Konto nicht deaktiviert oder das Passwort nicht geändert worden sei. Anschließend weiteten die Hacker ihren Angriff über die PostgreSQL-Funktion „Copy from Program“ auf den zugrundeliegenden Server aus, um die Kontrolle über dessen Betriebssystem zu erhalten.

Nach der Übernahme des Servers wird laut Palo Alto Networks die eigenetliche Anwendung zum Schürfen der Kryptowährung Monero installiert. Bisher sei das Botnet allerdings nur in der Lage, Linux MIPS-, ARM- und x64-Plattformen zu infizieren.

Die einzelnen Systeme des Botnets kontrollieren die Cyberkriminellen indes über Befehlsserver, die innerhalb des Tor-Netzwerks gehostet werden. Die Forscher fanden außerdem Übereinstimmungen mit der Codebasis des Botnets SystemdMiner.

Es ist nicht das erste Mal, dass Cyberkriminelle einen Cryptominer gegen PostgreSQL-Systeme einsetzen. Ähnliche Attacken gab es bereits 2018. Sie gingen vom Botnet StickyDB aus. Aber auch MySQL-, MSSQL, Redis- und OrientDB-Datenbanken wurden schon für diese Zwecke missbraucht.

ANZEIGE

Kollaborationsplattform Slack: Effizient arbeiten – egal von wo

Vor COVID-19 war Remote-Work für viele Unternehmen fast undenkbar. Heute haben sie erkannt, dass es sehr gut funktionieren kann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Erfahren Sie in diesem Webinar, wie Sie mit der Kollaborationslösung Slack auf die veränderten Arbeitsbedingungen optimal reagieren können.

Stefan Beiersmann

Stefan unterstützt seit 2006 als Freier Mitarbeiter die ZDNet-Redaktion. Wenn andere noch schlafen, sichtet er bereits die Nachrichtenlage, sodass die ersten News des Tages meistens von ihm stammen.

Recent Posts

Einladung zum Live-Webcast: Cyber Security, Cyber Crime, Cyber Law

Am 20. Mai, um 14 Uhr diskutieren BKA, Latham & Watkins und Link11 über die…

3 Stunden ago

Microsoft lässt Windows 10X fallen

Windows 10X wird wahrscheinlich nie auf den Markt kommen. Stattdessen konzentriert Microsoft seine Bemühungen auf…

11 Stunden ago

Ransomware: Doppelte Erpressungsangriffe

Immer mehr Ransomware-Banden gehen dazu über, mit der Veröffentlichung gestohlener Daten zu drohen, um die…

3 Tagen ago

Betrug mit gefälschten Produktrezensionen bei Amazon

Eine offene Datenbank hat die Identitäten von über 200.000 Personen aufgedeckt, die anscheinend in Amazon-Schemata…

3 Tagen ago

Wachsende Gefahr durch OAuth-Attacken

Die Forscher von Proofpoint entdeckten 2020 mehr als 180 gefährliche OAuth 2.0 Applikationen, die Daten…

5 Tagen ago

Forrester definiert XDR

Die Begrifflichkeit von "Extended Detection and Response" oder XDR ist nach wie vor sehr unterschiedlich.…

6 Tagen ago