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Huawei steigert Umsatz im ersten Halbjahr um 13,1 Prozent

Huawei hat im ersten Quartal 2020 trotz des US-Handelsembargos und der COVID-19-Pandemie ein Umsatzplus erwirtschaftet. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum verbesserten sich die Einnahmen um 1,4 Prozent auf 182 Milliarden CNI (56,89 Milliarden Euro). Das Wachstum fiel allerdings deutlich geringer aus als im Vorjahr: 2019 legte Huawei Umsatz im ersten Halbjahr um 23,2 Prozent zu.

Im Consumer-Bereich, zu denen Smartphones, Tablets und Notebooks zählen, konnte Huawei den Umsatz von 220,8 Milliarden CNY auf 255,8 Milliarden CNY um knapp 16 Prozent steigern. Mit einem Anteil von 56 Prozent zählt das Geschäft mit Smartphones zur wichtigsten Umsatzquelle. Das Geschäft mit Carriern wuchs um knapp 9 Prozent von 146,5 Milliarden CNY auf 159,6 Milliarden CNY und erreichte einen Umsatzanteil von 35 Prozent. Im Enterprise-Bereich stieg der Umsatz um knapp 15 Prozent von 31,6 Milliarden CNY auf 36,3 Milliarden CNY. Dieser Geschäftsbereich hält einen Anteil von acht Prozent am Gesamtumsatz.

Verschärfung der Sanktionen

Da die USA die Sanktionen gegenüber Huawei zuletzt verschärft haben und der chinesische Konzern von Halbleiterproduzenten wie TSMC, die US-Technik für die Herstellung von Chips verwenden, nach einer Übergangszeit von 120 Tagen keine Produkte mehr beziehen darf, sind die Geschäftsaussichten des chinesischen Konzerns mehr als ungewiss.

Zu den neuen Sanktionen teilte Huawei folgendes mit: „Wir erwarten, dass unser Geschäft unweigerlich betroffen sein wird. Wir werden alles in Bewegung setzen, um Lösungen zu finden. Wir hoffen, dass unsere Kunden und Lieferanten weiterhin mit uns zusammenstehen und die Auswirkungen dieser diskriminierenden Regel minimieren.“

Der Verlust von TSMC als Chipproduzent wiegt schwer, da kein chinesischer Halbleiterhersteller die Leistung des taiwanischen Produzenten erreicht. Dieser fertigt Halbleiter aktuell im 7-Nanometer-Verfahren und will im Laufe des Jahres sogar auf 5 nm umstellen. Die Entwicklung von 3 Nanometer-Herstellungstechnik hat TSMC bereits angekündigt. Währenddessen kann der führende Halbleiterhersteller in China, SMIC, Chips nur im veralteten 14-Nanometer-Verfahren produzieren.

Symbolisiert der schwarze Schwan auf dem Huawei-Campus in Shenzhen „das große Unheil, das die bisherige Normalität beendet“ (Bild: ZDNet.de).

Hintergrund: Huawei im Handelskonflikt

Im Handelsstreit zwischen der USA und China ist der chinesische Elektronikkonzern zum Ziel von Sanktionen geworden. Die USA argumentieren, dass durch die Verwendung von Huawei-Geräten der chinesische Staat durch eine Hintertür Zugriff auf Daten erlangen könnte. Huawei hat diese Möglichkeit stets bestritten und verweist auf zahlreiche Zertifizierung seiner Geräte. Kein anderer Hersteller habe mehr Zertifizierungen erhalten als Huawei. Bislang haben die USA auch keine Belege für ihre Behauptungen vorgelegt. Im Gegenteil: Eine von der US-Regierung 2012 erfolgte Untersuchung ergab keine Hinweise auf Hintertüren.

In einem Interview mit der Financial Times erklärte Huawei-Gründer Ren Zhengfei zur Existenz von Hintertüren in Huawei-Produkten folgendes: „Wir werden so etwas nie tun. Wenn ich es auch nur einmal getan hätte, hätten die USA Beweise, die sie in der ganzen Welt verbreiten könnten. Dann würden die 170 Länder und Regionen, in denen wir derzeit tätig sind, den Kauf unserer Produkte einstellen, und unser Unternehmen würde zusammenbrechen. Wer würde danach die Schulden bezahlen, die wir haben? Unsere Mitarbeiter sind alle sehr kompetent, sodass sie kündigen und ihr eigenes Unternehmen gründen würden, sodass ich allein unsere Schulden begleichen könnte. Ich würde lieber sterben.“

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Kai Schmerer

Kai ist seit 2000 Mitglied der ZDNet-Redaktion, wo er zunächst den Bereich TechExpert leitete und 2005 zum Stellvertretenden Chefredakteur befördert wurde. Als Chefredakteur von ZDNet.de ist er seit 2008 tätig.

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