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Wie Unternehmen in Ausnahmesituationen produktiv und erreichbar bleiben

Gastbeitrag „Krisen meistert man am besten, indem man ihnen zuvorkommt“, besagt ein Sprichwort. Das ist leichter gesagt, als getan. Denn ein Patentrezept, das jeglichen Störfällen vorbeugt, gibt es nicht. Deshalb ist es umso wichtiger, dass sich die IT von Unternehmen auf den Fall der Fälle mit einer Business-Continuity-Strategie vorbereitet. Die Kernziele sind dabei, die Stabilität der Anwendungen sowie die Sicherstellung der internen und externen Erreichbarkeit. Mit anderen Worten: Mitarbeiter müssen produktiv arbeiten können und stets erreichbar sein. Hierbei ist ein Aspekt, dass immer mehr Unternehmen ihre zentralen Geschäftsprozesse aus der Cloud steuern. Ein effektiver Business-Continuity-Plan setzt deshalb bei der Netzwerkinfrastruktur und den damit verbundenen Services an.

Stephan Wanke, der Autor dieses Beitrags, ist Regional Sales Director DACH & Central Eastern Europe bei Colt (Bild: Colt)

Work From Home sicher umsetzen

Wenn Unternehmen in Ausnahmesituationen geraten, müssen Arbeitsprozesse neu gedacht werden. Je nach Situation kann das bedeuten – wie wir es auch aktuell erleben – ein unternehmensweites „Work From Home“-Modell zu organisieren. Das setzt einen leistungsfähigen Internetzugang mit idealerweise garantierten Bandbreiten voraus, damit Heimarbeitsplätze reibungslos eingebunden werden können. Dabei sind Technologien wie Software Defined Networking (SDN) und On Demand Services von Vorteil. Mit SDN ist das komplette Netzwerk über einen softwarebasierten Network Controller flexibel steuerbar. Das reduziert den Wartungs- und Verwaltungsaufwand erheblich, da Anpassungen nicht manuell über neue Hardware vor Ort, sondern von einer zentralen Instanz ausgeführt werden. Damit werden auch die Verbindungen im Netzwerk skalierbar und On Demand Services möglich. Über ein Online-Portal kann die Bandbreitenversorgung flexibel und in Echtzeit nach oben oder unten angepasst werden. Somit sind auch kurzfristige Reaktionen auf Lastspitzen möglich.

Immer mehr Unternehmen optimieren mit cloudbasierter Kollaborationssoftware und Anwendungen wie Microsoft Teams und Microsoft Office 365, Zoom oder Webex ihre Prozesse, Tendenz steigend. Der sichere und stabile Zugriff darauf, über dedizierte Verbindungen in die Cloud, ist daher mittlerweile unabdingbar. Dedizierte Verbindungen bieten in puncto Performance und Sicherheit deutliche Vorteile gegenüber öffentlichen Internetverbindungen, da diese ausschließlich für den eigenen Datentransfer bereitgestellt sind und das Rechenzentrum des Cloud-Anbieters direkt mit der eigenen Netzwerkinfrastruktur verbinden. Unternehmen profitieren, – nicht nur, wenn es darauf ankommt – von einer höheren Ausfallsicherheit, kürzeren Latenzzeiten und einem wesentlich höheren Sicherheitsstandard.

Zur Stabilität der Verbindungen über einen zentralen Internet Access trägt eine Cloud-Priorisierung bei, mit der Mitarbeiter beispielsweise schnell und sicher auf Microsoft Office 365 Anwendungen zugreifen können.

Gerade der Faktor Sicherheit sollte bei der Auswahl der Netzwerklösungen für Arbeitsplätze im Homeoffice im Vordergrund stehen. Denn Remote-Arbeitsplätze mit Zugang zum Firmennetz sind laut dem Branchenverband Bitkom ohne die richtigen Vorkehrungen ein leichtes Ziel für Hacker. Mit DDoS-Angriffen (Distributed Denial of Service) etwa versuchen Cyber-Kriminelle gezielt die Netzkapazität mit Anfragen zu überlasten und so den Betrieb massiv zu beeinträchtigen, gar unmöglich zu machen. Wirksamen Schutz bieten Lösungen, die direkt im Netzwerk implementiert werden. Sie filtern automatisiert DDoS-Traffic aus dem Datenstrom, während regulärer Datenverkehr ohne Performanceverlust weiterhin übertragen wird.

Erreichbar sein, wenn es darauf ankommt

Mit Telefonie-Lösungen wie SIP-Trunking, die über das IP-Netz geroutet werden, sind Mitarbeiter auch von zu Hause aus unter ihrer geschäftlichen Telefonnummer zu erreichen. Insbesondere für weltweit agierende Unternehmen bietet die Technologie das Potenzial, auch im Krisenfall mit allen Standorten in Kontakt zu bleiben. Bei der Implementierung sollte darauf geachtet werden, dass die Netzwerkinfrastruktur redundant ausgelegt ist. Das bedeutet zwei parallele Leitungen zu unterschiedlichen Übergabepunkten des Netzanbieters in das eigene Netz zu führen. Auf diese Weise erhöht sich die Ausfallsicherheit beträchtlich.

Kundenservice ist der Schlüssel zur Kundentreue. Gerade in Krisenzeiten muss daher der Service aufrechterhalten werden und zuverlässig verfügbar sein. Ausfälle können Geschäftsbeziehungen kosten. Mit virtuellen, cloudbasierten Contact-Center-Lösungen lässt sich der Kundenservice schnell und standortunabhängig organisieren. Das Anruf-Routing kann flexibel angepasst werden.

Eine leistungsfähige Netzwerkinfrastruktur erhöht nicht nur die Resilienz eines Unternehmens in Krisenfällen. Sie ermöglicht auch die notwendige Flexibilität, um veränderte Geschäftsprozesse erfolgreich zu managen. Darüber hinaus ist sie eine wichtige Investition in die Zukunft und ein zunehmend bedeutender Wettbewerbsvorteil. Denn die moderne Arbeitswelt funktioniert digital. Konzepte wie New Work und dezentrales Arbeiten sind auch in guten Zeiten wichtige Treiber der Digitalisierung.

AUTOR

Kurzbiografie Stephan Wanke

Stephan Wanke ist seit 19 Jahren für Colt Technology Services tätig. In seiner jetzigen Position als Regional Sales Director DACH & Central Eastern Europe verantwortet er die Vertriebsstrategie des Netzwerkanbieters für die DACH-Region und Osteuropa mit dem Ziel, international agierende Unternehmen mit hochleistungsfähigen Netzwerkverbindungen bei der digitalen Transformation zu unterstützen. Zu seinen Kernthemen zählen dabei die Migration in die Cloud, Business Continuity sowie SD WAN und SIP Trunking. Zuvor nahm er Positionen bei anderen Telekommunikationsunternehmen ein.

Kai Schmerer

Kai ist seit 2000 Mitglied der ZDNet-Redaktion, wo er zunächst den Bereich TechExpert leitete und 2005 zum Stellvertretenden Chefredakteur befördert wurde. Als Chefredakteur von ZDNet.de ist er seit 2008 tätig.

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