Windows Defender verändert Scanverhalten

Nach Recherchen von Windows-Spezialist Günter Born überspringt Windows Defender Netzwerklaufwerke beim Scannen nach schadhafter Software. Ein Workaround schafft Abhilfe. Doch Microsoft rät davon ab.

Aufgrund zahlreicher Nutzerberichte hat Windows-Spezialist Günter Born das Scanverhalten von Windows Defender untersucht und festgestellt, dass die in Windows integrierte Sicherheitssoftware nach einem Scanvorgang Nutzer darüber benachrichtigt, dass das Tool „ein Element aufgrund von Ausschluss- oder Netzwerküberprüfungseinstzellungen übersprungen hat“.

Windows Defender: Übersprungene Elemente (Screenshot: ZDNet.de)

Im Rahmem der monatlichen Sicherheitspatches hat Microsoft nach Recherchen von Bleeping Computer offenbar das Scanverhalten seiner Antiviren-Lösung verändert. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden Dateien auf Netzwerklaufwerken automatisch von Windows Defender überprüft. Seit dem letzten Patch Tuesday werden diese jedoch ausgelassen, was in der beschriebenen Benachrichtigung resultiert. Der Hinweis erscheint übrigens unabhängig davon, ob auf dem betreffenden Rechner eine Verbindung zu einem Netzwerklaufwerk besteht oder nicht. ZDNet konnte das veränderte Scan-Verhalten von Windows Defender auf insgesamt drei verschiedenen Windows-PCs nachvollziehen.

Die Gründe für die Änderung bei der Überprüfung von Dateien auf Schadsoftware ist unbekannt. Möglicherweise handelt es sich um eine Fehlkonfiguration seitens Microsoft. Andererseits empfiehlt der Hersteller in einem Supportdokument, Netzwerklaufwerke nicht von Windows Defender auf Schadsoftware überrpüfen zu lassen. Eine Begründung für diese Empfehlung liefert Microsoft hingegen nicht. Vermutlich ist man der Ansicht, dass Daten auf einem Server von diesem selbst überprüft werden sollten und nicht von Client-PCs, die dafür im Netzwerk unnötig Traffic erzeugen. Warum dann aber die Überprüfung von Netzwerklaufwerken bis zum letzten Patch-Tuesday in Windows Defender aktiviert war, bleibt rätselhaft. Ebenso die Tatsache, dass Microsoft bei diesem doch erheblichen Eingriff die Nutzer über das geänderte Scan-Verhalten von Windows Defender nicht informiert hat. Schließlich sind Anwender in Sachen Sicherheit sehr sensibel.

Die Schutzwirkung von Windows Defender ist laut bislang vorliegenden Informationen von dem neuen Scanverhalten nicht betroffen. Wer sich an der Meldung stört, kann die Überprüfung von Netzwerklaufwerken mit dem PowerShell-Befehl „Set-MpPreference –DisableScanningNetworkFiles 0“ wieder einschalten.

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Themenseiten: Microsoft, Windows 10

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2 Kommentare zu Windows Defender verändert Scanverhalten

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  • Am 24. März 2020 um 22:22 von Karl G.

    „Schließlich sind Anwender in Sachen Sicherheit sehr sensibel.“
    Windows-Anwender? Anwender von Windows „10“?
    Nicht wirklich, oder? ;-)

    • Am 26. März 2020 um 18:49 von C3PO

      Das hat mit dem Betriebssystem wohl wenig zu tun.
      Ob MacOS-User sensibler oder nicht auch sehr vertrauensselig sind? Und Linuxer, die immer noch das Scheunentor X11 verwenden (und nicht Wayland), machen sich auch wenig Gedanken darüber, wie unsicher das ist.
      Wahrscheinlich trifft es auf die meisten zu (würde mich selbst nicht ausschließen), dass man so seine blinden Flecken hat.

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