Bericht: CIA hackt seit elf Jahren chinesische Organisationen

Nach Angaben von Chinas größtem Anbieter von Cybersicherheitslösungen, Qihoo 360, befinden sich darunter Organisationen aus der Luftfahrtindustrie, der Wissenschaft, der Erdölindustrie, Internetfirmen und Regierungsbehörden. Die Angriffe fanden angeblich zwischen September 2008 und Juni 2019 statt.

Chinas größter Anbieter von Cybersicherheitslösungen, Qihoo 360, hat einen Bericht veröffentlicht, in dem das Unternehmen die CIA beschuldigt, seit mehr als elf Jahren chinesische Unternehmen und Regierungsbehörden zu hacken. Darunter sollen sich Organisationen aus der Luftfahrtindustrie, der Wissenschaft, der Erdölindustrie, Internetfirmen und Regierungsbehörden befinden.
Qihoo 360 (Bild: Qihoo)
Die CIA-Hackingoperationen fanden angeblich zwischen September 2008 und Juni 2019 statt, und die meisten der Ziele befanden sich in Peking, Guangdong und Zhejiang, so die Qihoo-Forscher. Qihoo behauptet, dass sich ein großer Teil der Hacking-Bemühungen der CIA auf die zivile Luftfahrtindustrie sowohl in China als auch in anderen Ländern konzentrierte.

Die chinesische Sicherheitsfirma behauptet, der Zweck dieser Kampagne sei die „langfristige und gezielte Sammlung von Informationen“ gewesen, um „den globalen Flugstatus, Passagierinformationen, Handelsfracht und andere damit zusammenhängende Informationen in Echtzeit zu verfolgen“.

Qihoo 360 ordnet die Angriffe der CIA zu, weil bei diesen Malware – nämlich Fluxwire und Grasshopper – genutzt wurde, die nach einer von Wikileaks stammenden Veröffentlichung eindeutig dem CIA-Cyberwaffenarsenal zugrechnet werden kann.

Beide Malware-Stämme kamen Anfang 2017 ans Tageslicht, als Wikileaks unter „Vault 7“ Details über das CIA-Cyberwaffenarsenal veröffentlichte. Laut Wikileaks hat es die Dateien von einem CIA-Insider und Informanten erhalten, der später als Joshua Schultz identifiziert wurde und der inzwischen in den USA vor Gericht steht.

Wochen nach den Enthüllungen von Vault 7 bestätigte Symantec, dass es sich bei Fluxwire um die seit Jahren untersuchte Malware Corentry handelt. Die Analyse von Qihoo 360 bestätigt diese Einschätzung. Die chinesischen Forscher behaupten auch, dass sie Fluxwire-Versionen gefunden haben, die in der freien Wildbahn eingesetzt wurden, lange bevor die Vault 7-Dokumente öffentlich wurden, wobei die Erkennungszeiten mit dem jetzt öffentlichen Fluxwire-Änderungsprotokoll übereinstimmen. Als weiteres Indiz nennen die Qihoo-Mitarbeiter, dass die Kompilierzeiten der Malware mit den US-Zeitzonen übereinstimmen.

Der Qihoo-Bericht bringt eigentlich nichts Neues auf den Tisch. Die meisten der Informationen im Qihoo-Bericht waren bereits öffentlich bekannt, die vor mehr als drei Jahren aus verschiedenen Quellen verbreitet und bestätigt wurden. Die einzige neue Information, die im Qihoo-Bericht enthalten ist, sind die spezifischen Ziele, die angeblich von der CIA in China gehackt wurden, Informationen, die vor dem heutigen Qihoo-Blogbeitrag nicht bekannt waren.

In seinem Bericht bezieht sich Qihoo auf CIA-Hacking-Operationen unter dem Codenamen APT-C-39. In Berichten anderer Cybersicherheitsanbieter werden CIA-Hackingoperationen auch als Longhorn (Symantec-Bezeichnung) und Lamberts (Kaspersky-Bezeichnung) bezeichnet.

Qihoo 360 ist nun der zweite chinesische Sicherheitsanbieter, der die CIA öffentlich für Hackerangriffe innerhalb Chinas in den letzten sechs Monaten verantwortlich macht. Ende September 2019 veröffentlichte die Cyber-Sicherheitsfirma Qi An Xin einen ähnlichen Bericht, in dem die CIA für Hacks gegen chinesische Flugziele zwischen 2012 und 2017 verantwortlich gemacht wird.

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1 Kommentar zu Bericht: CIA hackt seit elf Jahren chinesische Organisationen

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  • Am 9. März 2020 um 7:31 von ATX

    Da ist wohl mehr als ein Körnchen Wahrheit drin!

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