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Huawei baut Mobilfunkfabrik in Frankreich

Huawei hat angekündigt, in Frankreich ein Werk zur Herstellung von Mobilfunkausrüstung für 4G und 5G zu errichten. Die für die erste Phase des Projekts geplanten Investitionen betragen mehr als 200 Millionen Euro, einschließlich des Erwerbs von Grundstücken, Kosten für Konstruktionsarbeiten und der Ausstattung der Fabrik. Lokale Auftragnehmer werden in diesem Prozess eine Schlüsselrolle spielen.

Huawei geht davon aus, dass es in der Fabrik bis zu 500 Mitarbeiter beschäftigen wird und die direkte jährliche Wirtschaftstätigkeit eine Milliarde Euro betragen wird. Die Produktionsstätte wird auch über ein Ausstellungszentrum verfügen, in dem die Herstellung von Basisstationen, das Aufspielen von Software sowie Prüfprozesse transparent gezeigt werden. Das Ausstellungszentrum wird Telekommunikationsbetreibern, Behörden und Industrieverbänden offenstehen.

Die in diesem Werk hergestellten Mobilfunkprodukte werden hauptsächlich für den europäischen Markt bestimmt sein. Die industrielle Wertschöpfungskette wird somit durchgängig und vollständig sein und Forschung und Entwicklung, Beschaffung, Produktion, Vertrieb, Logistik, Service und Talentförderung umfassen.

91 kommerzielle 5G-Verträge abgeschlossen und über 600.000 5G Massive MIMO Active Antenna Units (AAUs) ausgeliefert (Bild: ZDNet.de).

Huawei ist seit zwanzig Jahren in Europa präsent und verfügt über 23 Forschungs- und Entwicklungszentren. Das Unternehmen beschäftigt in Europa über 12.000 Mitarbeiter und hat fast 170.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze geschaffen. In Deutschland investiert das Unternehmen jährlich mehr als 100 Millionen Euro.

Für Stéphane Téral, Exekutivdirektor der Telekommunikationsforschung bei IHS Markit sind die Investitionspläne Huaweis nicht überraschend. Europa sei Huaweis zweitgrößter Markt und es sei für den Hersteller von enormer Bedeutung über eine europäische Fertigung zu verfügen. „In diesem Stadium der Mobilfunkindustrie ist es [für Huawei] entscheidend, irgendwo in Europa eine Funkkommunikationsfabrik zu haben, um den Druck auf die bestehenden in China zu verringern“, sagte er. „Und wir sehen aus erster Hand die Störungen, die die Coronavirus-Krise verursacht.

Die europäische Anlage wird die Effizienz von Huawei verbessern, da das Unternehmen in der Lage sein wird, sich in die Lieferkette in Europa zu integrieren, sagte Peter Liu, Vizepräsident der Forschungsgruppe für Technologie und Dienstleister von Gartner.

Da Huawei vom US-Markt wegen der US-Sanktionen ausgeschlossen ist, ist Europa einer der wichtigsten Märkte des Unternehmens. Von den weltweit 91 abgeschlossenen 5G-Verträgen kommen 47 von europäischen Telekommunikationsbetreibern, darunter die spanische Telefonica, Sunrise aus der Schweiz und das niederländische Unternehmen KPN, sagte Ryan Ding, Präsident von Huawei’s Carrier Business Group, bei einer Medienveranstaltung in London im vergangenen Monat.

Die Wahl Frankreichs sei eine „logische“, sagte Téral, da das Unternehmen bereits fünf Forschungs- und Entwicklungszentren im Land betreibt: „Frankreich liegt im Zentrum der Region, verfügt über fortschrittliche Fertigungstechnologien und hoch qualifizierte Arbeitskräfte, die Huawei nutzen kann“, sagte er.

Download:

  • DIW Econ: „Der ökonomische Fußabdruck von Huawei in Deutschland“ (PDF, 2,3 MByte)
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Kai Schmerer

Kai ist seit 2000 Mitglied der ZDNet-Redaktion, wo er zunächst den Bereich TechExpert leitete und 2005 zum Stellvertretenden Chefredakteur befördert wurde. Als Chefredakteur von ZDNet.de ist er seit 2008 tätig.

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