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Supercomputer Hawk mit 11.260 AMD-Prozessoren geht in Betrieb

Das Höchstleistungsrechenzentrum in Stuttgart (HLRS) hat am Mittwoch seinen neuen Supercomputer Hawk in Betrieb genommen. Er ist laut HLRS einer der leistungsfähigsten Rechner der Welt und das schnellste umfassende System für universelle Anwendungen im akademischen und industriellen Bereich in ganz Europa.

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg und der parlamentarische Staatssekretär des Bundesforschungsministeriums, Dr. Michael Meister, setzten den neuen Supercomputer offiziell in Betrieb. Der Rechner von Hewlett Packard Enterprise (HPE) ist mit über 11.260 AMD-Rome-Prozessoren und mehr als 720.000 Prozessorkernen bestückt. Er liefert eine Rechenleistung von rund 25,95 Petaflops (ca. 25.950.000.000.000.000 Gleitkommaoperationen pro Sekunde) und ist damit rund 3,5-mal schneller als das Vorgänger-System. Laut HLRS-Direktor Michael Resch ist „Hawk“ zusammen mit dem Supercomputer „SuperMUC-NG“ in München der schnellste Computer Deutschlands, wenn er im April/Mai seine volle Leistung entfalten wird. Weltweit sollte er sich dann auf Rang 10 der schnellsten Rechner platzieren.

Industrielle und wissenschaftliche Einsatzmöglichkeiten sind beispielsweise Crash- und Aerodynamik-Analysen, Optimierung der Energieerzeugung beim Einsatz von Windkraftanlagen oder hochauflösende Klimamodelle. Die Rechenleistung wird über die Höchstleistungsrechner für Wissenschaft und Wirtschaft GmbH (hww), einer Private-Public Partnership zwischen dem Land Baden-Württemberg, dem HLRS, dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Porsche und T-Systems bereitgestellt. Der Bund und das Land Baden Württemberg teilen sich Investitionskosten von rund 44 Millionen Euro.

Hawk bei T-Systems

Für T-Systems-Kunden steht der Rechner über die Public Cloud der Telekom ebenfalls zur Verfügung. T-Systems hatte den Vorgänger von „Hawk“ bereits skalierbar in die Open Telekom Cloud eingebunden. Der Zugang zum neuen Supercomputer läuft über ein Online-Portal. Dort erhalten Unternehmen und Forschungsinstitute die benötigten Ressourcen schnell und unkompliziert. Dabei sind alle Sicherheits- und Compliance-Vorgaben im europäischen Rechtsrahmen erfüllt.

Für den Zugang zu den Systemen fällt eine monatliche Gebühr an – abhängig von der Anzahl der User. Alle anderen Bestandteile werden nach Verbrauch abgerechnet. Zusätzlich benötigte Softwarekomponenten buchen Kunden einfach dazu. Bringen sie eigene Lizenzen mit, fallen dafür keine Kosten an. Ein großer Vorteil für den Kunden ist, dass er alle Ressourcen auf sich zugeschnitten erhält. Er muss sich nicht mit mehreren Anbietern auseinandersetzen. So kann er alle möglichen Simulationen mit dem Superrechner über die Open Telekom Cloud durchführen.

Neben dem Stuttgarter Hawk-Projekt konnte AMD mit den EPYC-Server-Prozessoren bereits einige Erfolge im HPC-Umfeld verbuchen. So entschied sich das High Performance Computing Innovation Center des Lawrence Livermore National Laboratory bei seinem neuesten HPC-System Corona sowohl für EPYC als auch die Compute-GPUs AMD Radeon Instinct. Corona ist auf ein Cluster mit 383 Teraflops ausgelegt, das für maschinelles Lernen, Datenanalyse und Big Data zum Einsatz kommen soll. Das US-Energieministerium setzt die künftige EPYC-Generation in einem Cray-Shasta-System ein. Bei Microsoft Azure kommen AMD-Prozessoren für neue Cloud-Bereitstellungsmodelle zum Einsatz.

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Kai Schmerer @KaiSchmerer

Kai ist seit 2000 Mitglied der ZDNet-Redaktion, wo er zunächst den Bereich TechExpert leitete und 2005 zum Stellvertretenden Chefredakteur befördert wurde. Als Chefredakteur von ZDNet.de ist er seit 2008 tätig.

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