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Nach Klage von Amazon: US-Bundesgericht stoppt Auftragsvergabe an Microsoft

Ein US-Bundesrichter hat auf Antrag der Amazon-Tochter AWS die Arbeiten am Joint Enterprise Defense Initiative (JEDI) genannten Cloud-Vertrag des US-Verteidigungsministeriums bis auf weiteres gestoppt. Microsoft, das sich den 10-Milliarden-Dollar-Auftrag Ende Oktober 2019 sicherte, soll bereits nach neuen Mitarbeitern für die Abwicklung des Auftrags suchen.

An dem Ausschreibungsverfahren hatten neben Amazon und Microsoft auch Google und Oracle teilgenommen. Die eigentliche Entscheidung fiel zuletzt aber nur noch zwischen Amazon und Microsoft.

Nach der Vergabe an Microsoft hatte Amazon sich über ein unfaires Verfahren beschwert. Das Unternehmen unterstellt, dass es aus politischen Gründen benachteiligt wurde, unter anderem weil Amazon-Gründer und -CEO Jeff Bezos Eigentümer der Trump-kritischen Tageszeitung Washington Post ist. Zudem hatte Trump schon während seines Wahlkampfs vor vier Jahren Drohungen gegen das Unternehmen geäußert.

Die Verfügung gegen Microsoft und das Pentagon hatte Amazon laut einem Bericht von CNBC im Januar beantragt. Demnach machte das Gericht nur die Entscheidung an sich, nicht aber die Begründung öffentlich. Unklar sei auch, warum die Dokumente unter Verschluss gehalten würden.

Am 10. Februar forderte Amazon zudem, dass Verteidigungsminister Esper, sein Vorgänger Mattis und auch US-Präsident Donald Trump in dem Gerichtsfahren unter Eid aussagen sollen. Trump soll sich unter anderem zu Vorwürfen äußern, er habe das Verteidigungsministerium angewiesen, Amazon aus dem Vergabeverfahren zu nehmen.

Den Auftragsstopp kritisierten Microsoft und auch das Department of Defense. „Wir sind zwar enttäuscht über die zusätzliche Verzögerung, aber wir glauben, dass wir letztendlich in der Lage sein werden, die Arbeit voranzutreiben, um sicherzustellen, dass diejenigen, die unserem Land dienen, Zugang zu der neuen Technologie haben, die sie dringend benötigen“, sagte Microsoft-Sprecher Frank Shaw. Robert Carver, Sprecher des Verteidigungsministeriums, ergänzte: “ Wir sind enttäuscht über die heutige Entscheidung und glauben, dass die in diesem Rechtsstreit ergriffenen Maßnahmen die Umsetzung der Modernisierungsstrategie des Verteidigungsministeriums unnötig verzögert.“

Der JEDI-Vertrag soll über einen Zeitraum von zehn Jahren die veralteten IT-Systeme des Department of Defense auf eine neuerer Cloud-Infrastruktur umstellen. Die Abwicklung des Auftrags und damit auch das Auftragsvolumen sind erfolgsabhängig.

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Stefan Beiersmann @beiersmann

Stefan unterstützt seit 2006 als Freier Mitarbeiter die ZDNet-Redaktion. Wenn andere noch schlafen, sichtet er bereits die Nachrichtenlage, sodass die ersten News des Tages meistens von ihm stammen.

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