Smartphonehersteller Essential stellt Betrieb ein

Das Start-up von Android-Erfinder Andy Rubin scheitert an der Entwicklung eines neuen Smartphones. Essential beendet auch den Kundensupport und die Entwicklung von Updates. Investoren stecken mehr als 300 Millionen Dollar in das Unternehmen.

Der Smartphonehersteller Essential gibt auf. Das teilt das vom Android-Erfinder Andy Rubin gegründete Unternehmen auf seiner Website mit. Die Entscheidung wird dort unter anderem mit fehlenden Fortschritten bei der Entwicklung neuer Smartphones begründet.

Project GEM (Bild: Essential via Twitter)2017 war Essential mit dem PH-1 angetreten, Marktführern wie Apple und Samsung die Stirn zu bieten. Mit einem Preis von 699 Dollar unterbot das PH-1 vielfach die Konkurrenz, ohne bei der technischen Ausstattung zu sparen. Auch ein pures Android-Betriebssystem ohne Bloatware sollte Kunden anlocken.

Nach nur zwei Monaten erfolgte eine Ermäßigung der Verkaufspreises um 200 auf 499 Dollar. Zu dem Zeitpunkt, Oktober 2017, wurde bereits vermutet, die Verkäufe des PH-1 entsprächen nicht den Erwartungen. So zählte die Kamera-App von Essential, die über den Play Store vertrieben und aktualisiert wird, weniger als 50.000 Download – was weniger als 50.000 aktiv genutzten Geräten zu dem Zeitpunkt entsprach.

Kurz zuvor hatte Essential noch eine Finanzierungsrunde über 300 Millionen Dollar abgeschlossen. Zu den Investoren zählten neben dem chinesischen Konzern Tencent auch der Auftragsfertiger Foxconn und der Onlinehändler Amazon. Die Bewertung von Essential erhöhte sich so auf bis zu eine Milliarde Dollar.

Ein Jahr später hieß es, das Unternehmen arbeite an einem AI-Smartphone als Nachfolger des PH-1. Ein weiteres Jahr später, im Oktober 2019, zeigte Essential dann ein Project GEM genannte kompaktes Smartphone im Candy-Car-Format. Einen Zeitplan für eine Markteinführung nannte das Start-up zwar nicht, es betonte jedoch, das Geräte werde bereits in der realen Welt getestet.

„Unsere Vorstellung war die Erfindung eines Paradigmas der mobilen Datenverarbeitung, das sich nahtloser in die Bedürfnisse der Menschen einfügt. Trotz unserer besten Bemühungen haben wir GEM nun so weit wie möglich gebracht und haben leider keinen klaren Weg, um es an die Kunden zu liefern. Angesichts dessen haben wir die schwierige Entscheidung getroffen, den Betrieb einzustellen und Essential zu schließen“, heißt es nun auf der Essential-Website.

Darüber hinaus teilte das Unternehmen mit, dass das am 3. Februar veröffentlichte Sicherheitsupdate für das PH-1 das letzte Update des hauseigenen Software-Teams war. Auch der Kunden-Support sei mit sofortiger Wirkung eingestellt. Auf GitHub stehe jedoch ein Vendor Image zur freien Verfügung zum Download bereit. Den Zugang zum E-Mail-Service Newton Mail will Essential zudem am 30. April 2020 abschalten.

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