Microsoft geht gegen nordkoreanische Hacker vor

Per Gerichtsbeschluss übernimmt der Softwarekonzern die Kontrolle über mehr als 50 Domains. Die Hacker sollen dafür Phishing-E-Mails verschickt und Phishing-Seiten gehostet haben. Die Angriffe richten sich gegen Regierungsmitarbeiter und Menschenrechtler in den USA, Japan und Südkorea.

Microsoft meldet die Abschaltung von mehr als 50 Web-Domains, die zuvor von staatlich unterstützten Hackergruppen aus Nordkorea genutzt wurden. Die von Microsoft als Thallium bezeichnete Gruppe soll für diverse Hackerangriffe verantwortlich sein, die sich gegen Regierungen und Bildungseinrichtungen sowie Organisationen richteten, die sich für Weltfrieden und Menschenrechte einsetzen.

Motivfoto Hacker (Bild: Shutterstock)Die Teams des Digital Crimes Unit und des Threat Intelligence Center waren den Hackern demnach schon länger auf der Spur. In den vergangenen Monaten verfolgten sie deren Aktivitäten und analysierten deren Infrastruktur.

Am 18. Dezember reichte der Softwarekonzern aus Redmond schließlich bei einem Gericht im Bundesstatt Virginia eine Klage gegen Thallium ein. Kurz nach Weihnachten erhielt Microsoft dann eine gerichtliche Verfügung, die es dem Unternehmen erlaubte, die Kontrolle über die fraglichen mehr als 50 Domains zu übernehmen.

Sie wurden unter anderem für den Versand von Phishing-E-Mails und das Hosting gefälschter Anmeldeseiten benutzt. Opfer wurden wiederum auf diese Seiten gelockt, um Anmeldedaten für interne Netzwerke zu stehlen und von dort aus gezielt Angriffe zu starten und auszuweiten.

Darüber hinaus gelang es den Sicherheitsforschern aber auch, einige der Opfer zu identifizieren. „Basierend auf Informationen über die Opfer waren die Ziele Regierungsangestellte, Think Tanks, Universitätsmitarbeiter, Mitglieder von Organisationen, die sich mit Weltfrieden und Menschenrechten befassen, und Personen, die sich mit Fragen der nuklearen Proliferation befassen“, sagte Tom Burt, Corporate Vice President für Customer Security & Trust bei Microsoft. „Die meisten Ziele waren in den USA sowie in Japan und Südkorea.“

Ziel der meisten Attacken sei es gewesen, die Remote-Access-Trojaner KimJongRAT und BabyShark einzuschleusen. „Einmal auf dem Computer des Opfers installiert, schleust diese Malware Informationen aus dem Computer aus, bleibt dauerhaft präsent und wartet auf weitere Anweisungen“, ergänzte Burt.

Microsoft bedient sich immer häufiger des Rechtswegs, um gegen internationale agierende Hackergruppen vorzugehen. Mit insgesamt zwölf Gerichtsbeschlüssen beschlagnahmte Microsoft beispielsweise 84 Domains, die der als Strontium, APT28 oder Fancy Bear bekannten Gruppe zugeordnet wurden. Der angeblich vom Iran unterstützten Gruppe APT35/Phosphorus gehörten 99 Domains, die sich Microsoft im März 2019 per Gerichtsbeschluss aneignete. Auch gegen chinesische Hacker ging das Unternehmen auf diese Art bereits vor.

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