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Sanktionsgefahr: GitHub will Tochtergesellschaft in China gründen

Um seine chinesische Kunden vor US-Sanktionen zu schützen, plant die weltweit größte Softwareentwicklungsplattform GitHub eine Tochtergesellschaft in China zu gründen. Das teilte Erica Brescia, Chief Operating Officer von GitHub in einem Interview mit der Financial Times mit.

Zunächst plant GitHub die Gründung einer vollständig im Besitz von Ausländern befindlichen Tochtergesellschaft in China. Danach werde man prüfen, ein Joint Venture zu gründen, um GitHub-Inhalte in China zu hosten. Chinesische Entwickler seien besorgt, dass sie den Zugang zu GitHub verlieren könnten, wenn die US-Regierung seine Exportsanktionen verlängert.

Laut GitHub sei die chinesische Regierung bestrebt, dass inländische Entwickler mehr mit Open-Source-Software arbeiten, um sich gegen das Risiko abzusichern, von der in den USA entwickelten Software abgeschnitten zu werden. Ohne GitHub würden chinesische Unternehmen den Zugang zum Code von Open-Source-Software verlieren und damit die Entwicklung ihrer auf Open Source basierenden Anwendungen gefährden. Während andere ausländische Technologieunternehmen ihre Plattformen für chinesische Nutzer gesperrt haben, ist GitHub weiterhin zugänglich geblieben.

Nach Angaben von Brescia stehe Open Source in China hoch im Kurs: „Ich denke, es hat in China einen strategischen Schub um Open-Source im Allgemeinen gegeben, weil es ihnen eine Möglichkeit gibt, sich mit dem Rest der Entwicklungswelt zu verbinden, ohne auf proprietären Technologien aufzubauen“.

GitHub wurde im vergangenen Jahr von Microsoft für 7,5 Milliarden Dollar gekauft. Es hostet und verwaltet die Softwareentwicklung für private Unternehmen und ist der größte Anbieter von Open-Source-Softwareprojekten.

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Kai Schmerer @KaiSchmerer

Kai ist seit 2000 Mitglied der ZDNet-Redaktion, wo er zunächst den Bereich TechExpert leitete und 2005 zum Stellvertretenden Chefredakteur befördert wurde. Als Chefredakteur von ZDNet.de ist er seit 2008 tätig.

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