Bericht: Google gerät erneut ins Visier von EU-Kartellwächtern

Brüssel bestätigt eine Voruntersuchung gegen Google. Es geht um die Sammlung von Nutzerdaten, unter anderem für Werbezwecke. Die EU will herausfinden, wie und warum Google diese Daten sammelt.

Die Kartellwächter der EU-Kommission haben einem Bericht von Reuters zufolge eine neue Untersuchung gegen Google eingeleitet. Sie beschäftigen sich demnach mit Googles Praktiken zur Sammlung von Nutzerdaten.

(Montage: ZDNet)Ein EU-Vertreter erklärte dem Bericht zufolge, dass derzeit ermittelt werde, wie und warum das US-Unternehmen Daten sammle. Aus einem Reuters vorliegenden Dokument soll zudem hervorgehen, dass es der EU vor allem um lokale Suchdienste, Online-Werbung und Web-Browser geht.

„Die Kommission hat im Rahmen einer Voruntersuchung Fragebögen über Googles Praktiken zur Sammlung und Nutzung von Daten verschickt. Die Voruntersuchung dauert noch an“, teilte die EU mit.

Ein Google-Sprecher bestätigte auf Nachfrage Gespräche mit der EU über mögliche Bedenken zu Googles Datensammlung. „Wir verwenden Daten, um unsere Dienste nützlicher zu machen und relevante Werbung anzuzeigen, und wir gegen Nutzern die Möglichkeit, ihre Daten zu verwalten und zu löschen“, heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmens.

Erst im März hatte die EU-Kommission ein Bußgeld von 1,49 Milliarden Euro gegen Google verhängt – wegen Verstößen gegen das Kartellrecht. Die Ermittler sahen es als erwiesen an, dass Google seine marktbeherrschende Stellung im Online-Werbemarkt ausgenutzt hat, um durch restriktive Klausen in Verträgen mit Websites Dritter zu verhindern, dass Wettbewerber Werbeanzeigen auf diesen Websites platzieren konnten.

Es war bereits der dritte Verstoß gegen EU-Kartellrecht, den die Kommission mit einer Milliardenstrafe ahndete. Im Juni 2017 musste Google 2,42 Milliarden Euro an Brüssel zahlen, weil es einen eigenen Preisvergleichsdienst bevorzugt behandelt haben soll. Illegale Praktiken rund um das Mobilbetriebssystem Android brachten Google im Juli 2018 ein weitere Strafzahlung in Höhe von 4,34 Milliarden Euro ein.

Zudem erneuerten 41 Mitbewerber in der vergangenen Woche ihre Vorwürfe gegen Google. Der Suchmaschinenbetreiber soll trotz des Urteil von 2017 immer noch seinen Preisvergleichsdienst gegenüber den Services der Konkurrenz bevorzugen. Anbieter wie Foundem aus Großbritannien und Idealo aus Deutschland unterstellen sogar, dass sich die Situation verschlechtert haben soll. Google sieht sich jedoch schon dadurch entlastet, dass die neuerliche Beschwerde nur von 6,8 Prozent seiner Mitbewerber in diesem Segment unterstützt wird.

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