Categories: Sicherheit

Google schließt schwerwiegende XSS-Lücke in Gmail

Google hat eine Cross-Site-Scripting-Lücke (XSS) in seinem E-Mail-Dienst Gmail geschlossen. Entdeckt wurde die Anfälligkeit von Michal Bentkowski, Chief Security Researcher bei Securitum. Einem Blogeintrag zufolge steckte der Fehler in der Funktion AMP4Email, die seit Juli allgemein für Gmail verfügbar ist.

AMP4Email wird auch als Dynamic Email bezeichnet. Die Funktion soll die Darstellung dynamischer Inhalte in elektronischen Nachrichten wie Einladungen zu Veranstaltungen oder Kommentar-Threads verbessern.

Ab Werk verfügt AMP4Email über ein Validierungssystem, dass XSS-Angriffe verhindern soll. Es sind jedoch bestimmte Tags und Attribute über eine Whitelist erlaubt. Versuche, neue Elemente zu dieser Liste hinzuzufügen, werden mit einer Fehlermeldung quittiert.

Der Forscher fand heraus, dass das Attribut „ID“ in Tags erlaubt ist, was ihn vermuten ließ, AMP4Email könne anfällig für DOM Clobbering sein. Document Object Model (DOM) Clobbering wird durch eine zunehmende Komplexität digitaler Nachrichten ausgelöst. E-Mails enthalten beispielsweise schon lange nicht mehr nur Text, sondern häufig zusätzliche Inhalte, was eine genaue Prüfung und Bereinigung erforderlich macht. Probleme mit Weißen Listen öffnen indes Türen für XSS-Angriffe.

„DOM Clobbering ist eine veraltete Funktion von Webbrowsern, die in vielen Anwendungen immer wieder Probleme verursacht“, erklärte der Forscher. Im Fall von AMP4Email führt sie dazu, dass ein Angreifer Teile einer Angabe für eine URL kontrollieren und somit für Cross-Site-Scripting benutzen kann. Allerdings soll eine Inhaltssicherheitsrichtlinie in AMP dafür sorgen, dass auf dieser Art eingeschleuster Code nicht vollständig ausgeführt wird.

Die Schwachstelle meldete der Forscher am 15. August über das Google Vulnerability Reward Program, über das Google externe Sicherheitsforscher für ihre Arbeit belohnt. Einen Tag später bestätigte Google den Fehlerbericht. Nach einer eigenen Analyse antwortete Google schließlich am 10. September: „Der Fehler ist großartig, danke für die Meldung.“ Am 12. Oktober informierte Google den Forscher, dass der Fehler beseitigt worden sei.

ANZEIGE

Webinar: Auf zu neuen Höhen mit SkySQL, der ultimativen MariaDB Cloud

In diesem Online-Seminar stellen wir Ihnen SkySQL vor, erläutern die Architektur und gehen auf die Unterschiede zu anderen Systemen wie Amazon RDS ein. Darüber hinaus erhalten Sie einen Einblick in die Produkt-Roadmap, eine Live-Demo und erfahren, wie Sie SkySQL innerhalb von nur wenigen Minuten in Betrieb nehmen können.

Stefan Beiersmann

Stefan unterstützt seit 2006 als Freier Mitarbeiter die ZDNet-Redaktion. Wenn andere noch schlafen, sichtet er bereits die Nachrichtenlage, sodass die ersten News des Tages meistens von ihm stammen.

Recent Posts

Samsung hat Erfolg in der Krise

Samsung bleibt trotz der COVID19-Krise auf der Erfolgsspur und hat seinen Gewinn im zweiten Halbjahr…

4 Stunden ago

Fraunhofer HHI führt Videokodierstandard H.266/VVC ein

Das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI) war wesentlich daran beteiligt, den neuen weltweiten Videokodierstandard H.266 / Versatile…

7 Stunden ago

So greift EKANS Ransomware kritische Infrastrukturen an

Sicherheitsexperten von Fortinet haben die EKANS Ransomware gründlich analysiert und zeigen auf, welche Angriffstechniken die…

8 Stunden ago

So wird IT zukunftssicher

IT und vor allem Unternehmensanwendungen verändern sich durch umfassende Digitalisierungen und Herausforderungen wie die Covid-19-Krise…

9 Stunden ago

AVM veröffentlicht FritzOS 7.20 für Fritzbox 7590

FritzOS 7.20 soll eine erhebliche Performancesteigerung bringen. Außerdem beinhaltet es Komfortfunktionen für das smarte Heimnetz,…

23 Stunden ago

Latenzen bei Online-Live-TV senken

Live-Fernsehen über das Internet stellt hohe Herausforderungen an die Latenz. Der Online-Zuschauer solle den Ausgang…

1 Tag ago