Sudo-Bug erlaubt unbefugte Code-Ausführung mit Root-Rechten

Die Sudo-Entwickler haben im gleichnamigen Linux-Tool eine schwerwiegende Schwachstelle entdeckt. Das in nahezu allen Unix- und Linux-basierten Betriebssystemen enthaltene Werkzeug erlaubt es unter Umständen, beliebige Befehle mit Rootrechten auszuführen, selbst wenn in der Sudo-Konfiguration der Root-Zugriff explizit verweigert wurde.

Bei der Sicherheitslücke handelt es sich einem Bericht von The Hacker News zufolge um eine Umgehung einer Sicherheitsrichtlinie. Während Sudo das Ausführen von Befehlen im Kontext eines anderen Nutzers erlauben soll, bietet das Tool auch zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten, die einen Missbrauch ausschließen sollen.

Ab Werk dürfen alle Nutzer, die zu den Gruppen „Admin“ oder „Sudo“ gehören, beliebige Befehle im Kontext beliebiger Nutzer starten. Darüber hinaus lässt sich allerdings festlegen, welche Nutzer welche Befehle im Kontext welcher Nutzer ausführen können.

Genau diese Sicherheitsrichtlinie jedoch in Sudo-Versionen älter als 1.8.28 unwirksam. Grund dafür ist, dass die Werte „-1“ und „4294967295“ für die User-ID durch die Funktion, die die ID in den Nutzernamen übersetzt, stets als „0“ interpretiert werden. „0“ ist jedoch die User-ID für Root – folglich erhält ein Nutzer bei Angabe dieser User-IDs automatisch Root-Rechte. Hinzu kommt dem Bericht zufolge, dass keine Authentifizierung durchgeführt wird, da die fraglichen User-IDs, wenn über den Parameter „-u“ angegeben, nicht in der Passwortdatenbank enthalten sind.

Die fehlerbereinigte Sudo-Version 1.8.28 steht seit gestern zur Verfügung. Sie sollte nun zeitnah von den verschiedenen Linux-Distributionen an ihre Nutzer verteilt werden. Alternativ lässt sich das Sudo-Paket aber auch manuell aktualisieren.

WEBINAR

BlackBerry Intelligent Security - Flexible Sicherheitsrichtlinien für mobiles Arbeiten

Erfahren Sie in diesem Webinar, wie Sie die Vorteile von BlackBerry Intelligent Security in Ihrem Unternehmen voll ausschöpfen. Dazu zählen etwa eine höhere Endgerätesicherheit, ein verbesserter Bedienkomfort sowie eine erhöhte Produktivität bei reduzierten Kosten.

Stefan Beiersmann @beiersmann

Stefan unterstützt seit 2006 als Freier Mitarbeiter die ZDNet-Redaktion. Wenn andere noch schlafen, sichtet er bereits die Nachrichtenlage, sodass die ersten News des Tages meistens von ihm stammen.

Recent Posts

BSI veröffentlicht Sicherheitsanforderungen für Smartphones

Mit dem Forderungskatalog will das BSI einen öffentlichen Diskurs über Sicherheit von Smartphones starten. Die Anforderungen sollen zukünftig in Richtlinien…

5 Stunden ago

Update für Chrome schließt Zero-Day-Lücke

Mit Version 80.0.3987.122 schließt Google in Chrome drei Sicherheitslücken. Mit CVE-2020-6418 findet sich darunter auch eine Zero-Day-Lücke die aktiv ausgenutzt…

7 Stunden ago

Firefox: Mozilla aktiviert DNS-über-HTTPS für US-Nutzer

Durch die Verschlüsselung von DNS-Abfragen schützen sich Anwender vor dem Ausspionieren des Surfverhaltens. Anders als beim Google-Browser Chrome können Firefox-Nutzer…

7 Stunden ago

Opera R2020 mit verbessertem Tab-Management

Opera 67.0 alias R2020 soll mit seinem verbessertem Tab-Management für Ordnung beim Surfen sorgen. Tabs lassen sich in insgesamt fünf…

9 Stunden ago

Bericht: Apple stellt Rechner mit ARM-Prozessor in den nächsten 18 Monaten vor

Das will Apple-Kenner Ming Chi Kuo von Informanten aus Apples Lieferkette erfahren haben. Der letzte Plattformwechsel fand 2006 von PowerPC…

1 Tag ago

5G: Huawei stellt neue Infrastrukturprodukte vor

Das Unternehmen hat eigenen Angaben zufolge bereits 91 kommerzielle 5G-Verträge abgeschlossen und über 600.000 5G Massive MIMO Active Antenna Units…

1 Tag ago