HP schließt schwerwiegende Sicherheitslücke in eigener PC-Bloatware

Nutzer von HP-Systemen sollten nach einem Update für die vorinstallierte Software Touchpoint Analytics Ausschau halten. Diese Anwendung, die für den Betrieb des PCs nicht benötigt und deswegen auch als Bloatware bezeichnet wird, hat eine schwerwiegende Sicherheitslücke. Eine Malware, die die Anfälligkeit ausnutzt, könnte sich Administratorrechte verschaffen und die vollständige Kontrolle über ein betroffenes System übernehmen.

Entdeckt wurde der Fehler bereits im Sommer von Forschern des Sicherheitsanbieters SafeBreach Labs. Ein Patch von HP steht seit einigen Tagen zum Download bereit. Nutzer von HP-Laptops und -Desktops sollten die Sicherheitswarnung des Unternehmens beachten und den Touchpoint Analytics Client zeitnah aktualisieren.

Touchpoint Analytics sammelt Diagnosedaten über die Leistung der HP-Hardware und verschickt diese Informationen an HP. Zu diesem Zweck verfügt die App über Administratorrechte.

Laut Peleg Hadar, Sicherheitsforscher bei SafeBreach Labs, ist es möglich, die App dazu zu bringen, eine speziell gestaltete DLL-Datei zu laden und Schadcode mit den höheren Rechten auszuführen. Die Schwachstelle erlaubt also eine nicht autorisierte Ausweitung von Nutzerrechten. Um sie aus der Ferne ausnutzen zu können, muss sie mit einer weiteren Anfälligkeit verknüpft werden – wie Angreifer sie beispielsweise regelmäßig in Browsern finden.

Die Sicherheitslücke ist vor allem auch deswegen als sehr schwerwiegend zu betrachten, weil die fragliche Software wahrscheinlich auf mehreren Hundert Millionen Desktops und Laptops von HP vorinstalliert ist. Das macht die Schwachstelle besonders attraktiv für Cyberkriminelle.

Bei HP-Nutzern ist die App Touchpoint Analytics auch schon ohne Sicherheitsprobleme umstritten. Einige sehen darin nicht anderes als eine Spyware, die sich als Analytics-Tool tarnt. HP weist die Vorwürfe zurück und stellt es Nutzern frei, die App jederzeit zu deinstallieren.

Das vorinstallierte Software von Geräteherstellern ein Sicherheitsrisiko darstellt, ist nicht ungewöhnlich. Hadar selbst meldete beispielsweise im Juni einen ähnlichen Bug in Dells Support-Assist-Software.

WEBINAR

BlackBerry Intelligent Security - Flexible Sicherheitsrichtlinien für mobiles Arbeiten

Erfahren Sie in diesem Webinar, wie Sie die Vorteile von BlackBerry Intelligent Security in Ihrem Unternehmen voll ausschöpfen. Dazu zählen etwa eine höhere Endgerätesicherheit, ein verbesserter Bedienkomfort sowie eine erhöhte Produktivität bei reduzierten Kosten.

Stefan Beiersmann @beiersmann

Stefan unterstützt seit 2006 als Freier Mitarbeiter die ZDNet-Redaktion. Wenn andere noch schlafen, sichtet er bereits die Nachrichtenlage, sodass die ersten News des Tages meistens von ihm stammen.

Recent Posts

Supercomputer Hawk mit 11.260 AMD-Prozessoren geht in Betrieb

Das Höchstleistungsrechenzentrum in Stuttgart (HLRS) hat heute offiziell den Supercomputer Hawk in Betrieb genommen. Der Großrechner stammt von Hewlett Packard…

7 Stunden ago

BlackBerry: Automobilindustrie und Einzelhandel sollten sich auf mehr Bedrohungen einstellen

Der Anstieg von Angriffen in der Automobilindustrie werde durch die fortschreitende Vernetzung der PKWs begünstigt. Das ist das Ergebnis des…

9 Stunden ago

Telekom blickt auf ein Rekordjahr zurück

Der Konzern erzielt 2019 einen Umsatz von 80,5 Milliarden Euro, was einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr um 6.4 Prozent entspricht.…

9 Stunden ago

Dell will RSA Security an Symphony Technology Group verkaufen

Dieser Schritt soll das Portfolio von Dell vereinfachen und der RSA ermöglichen, sich auf ihre Kernaufgabe im Bereich Sicherheit zu…

16 Stunden ago

Webinar: BlackBerry Intelligent Security – Flexible Sicherheitsrichtlinien für mobiles Arbeiten

Die meisten Unified Endpoint Management Produkte platzieren Richtlinien auf einem Gerät oder in einer Anwendung nach eng umrissenen Vorgaben. Entscheidend…

16 Stunden ago

Deutschland vor Hybrid-Cloud-Welle

Interessant sind die Ergebnisse des Enterprise Cloud Index 2019 für Deutschland. Denn die hiesigen Entwicklungen zeigen: Nicht jede App soll…

17 Stunden ago