Bug in LastPass gibt Anmeldedaten preis

Der Google-Sicherheitsforscher Tavis Ormandy hat schon im August eine kritische Lücke in LastPass entdeckt und vertraulich an den Herausgeber des Passwortmanagers gemeldet. Die Schwachstelle gibt unter Umständen die Anmeldedaten der zuvor besuchten Website preis. Mit der Version 4.33.0 steht inzwischen ein Update zur Verfügung, das die Anfälligkeit beseitigt.

Nutzer, die die automatische Update-Funktion der Anwendung nicht verwenden, sollten die Aktualisierung nun zeitnah manuell einspielen. Denn Anfang der Woche veröffentlichte Ormandy einen ausführlichen Fehlerbericht, in dem er detailliert die Schritte beschreibt, die notwendig sind, um den Bug zu reproduzieren – auf diese Informationen haben somit nun auch Unbefugte und Cyberkriminelle Zugriff.

Die Sicherheitslücke lässt sich zudem ohne Interaktion mit einem User ausnutzen, da ein Angreifer lediglich spezielle JavaScript-Code ausführen muss, weswegen sie als besonders gefährlich eingestuft wird. Ein Hacker muss ein Opfer lediglich auf eine speziell gestaltete Website locken, um die Anmeldedaten der zuvor besuchten Websites auslesen zu können. Ormandy selbst bewertet den Fehler als hochkritisch, obwohl der nicht mit allen URLs funktioniere.

Da Ormandy jegliche Details der Anfälligkeit bis nach der Veröffentlichung eines Patches zurückhielt, gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass der Bug bereits aktiv ausgenutzt wird. LastPass selbst wollte sich nicht zu der Sicherheitslücke äußern. Nutzern sollten jedoch sicherstellen, dass sie ab sofort mit einer aktuellen Version der Software unterwegs sind.

Wie jede andere Software auch sind Passwortmanager anfällig für Sicherheitslücken. Trotzdem sind Kennwörter in der Regel in einer solchen Anwendung besser geschützt als in einem Browser. LastPass beispielsweise stellte im Lauf des Sommers klar, dass es nicht in der Lage ist, selbst auf einen Gerichtsbeschluss hin Behörden wie der US-Drug Enforcement Administration bei der Wiederherstellung von Anmeldedaten aus LastPass zu helfen.

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Stefan Beiersmann

Stefan unterstützt seit 2006 als Freier Mitarbeiter die ZDNet-Redaktion. Wenn andere noch schlafen, sichtet er bereits die Nachrichtenlage, sodass die ersten News des Tages meistens von ihm stammen.

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