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Mondmission mit HPE-Supercomputer

Die NASA und Hewlett Packard Enterprise (HPE) wollen den Supercomputer für das Ames Research Center der NASA in Kalifornien nutzen, um die Mond-Missionen Artemis zu simulieren. Der Rechner heißt „Aitken“ und wurde nach dem Astronomen Robert Grant Aitken benannt.

Aitken verwendet Intel Xeon-Prozessoren der zweiten Generation, Mellanox InfiniBand High-Speed-Netzwerke und verfügt über 221 TByte Speicher. Der Supercomputer soll eine höhere Effizienz als bisherige Modelle bieten und so helfen, den nötigen Strom- und Wasserverbrauch deutlich zu reduzieren.

Das Missionsziel: Menschen sollen bis 2024 auf dem Mond-Südpol landen. Mit dem Rechner sollen unterschiedliche Möglichkeiten für die Artemis-Raumfahrzeuge ergründet und Simulationen durchführt werden. Die NASA will so den besten und sichersten Ansatz finden. Eine einfache Wiederholung der Apollo-Mondmissionen soll es nicht geben.

Durch die Übernahme des Supercomputerherstellers Cray, die HPE Anfang 2019 ankündigte, wird der Hersteller mit der NASA künftig noch enger verbunden sein. Cray ist ein langjähriger Partner der NASA im Bereich Supercomputing.

Bereits vor zwei Jahren hatte HPE zusammen mit der NASA kooperiert und einen Supercomputer ins All geschickt. Der Spaceborne Computer genannte Rechner startete im August 2017 vom Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida zur internationalen Raumstation ISS. Der Supercomputer soll allerdings nicht die Ausstattung der ISS verbessern, sondern bei einer geplanten Mission zum Mars zum Einsatz kommen.

An Bord der ISS soll der Spaceborne Computer zeigen, dass er ein Jahr reibungslos im Weltraum betrieben werden kann. Etwa ein Jahr dauert nämlich die Reise von der Erde zum Mars.

Derzeit können bestimmte für die Weltraumforschung benötige Computerberechnungen nicht im Weltall und nur auf der Erde ausgeführt werden. Aufgrund der großen Entfernung zur Erde während der Reise zum Mars müssten Astronauten ohne eigenen Supercomputer bis zu 40 Minuten auf die Ergebnisse warten. So lange beträgt die Laufzeit eines Kommunikationssignals vom Mars zur Erde und wieder zurück.

„Eine solche Verzögerung würde eine Erforschung vor Ort zu einer Herausforderung und möglicherweise sogar gefährlich machen, falls Astronauten auf missionskritische Situationen treffen, die sie selbst nicht lösen können“, sagte Alain Andreoli, Senior Vice President und General Manager der Data Center Infrastructure Group bei HPE. „Eine Mars-Mission benötigt fortschrittliche Computing-Ressourcen an Bord, die ausgedehnte Betriebszeiten erlauben.“

Kai Schmerer @KaiSchmerer

Kai ist seit 2000 Mitglied der ZDNet-Redaktion, wo er zunächst den Bereich TechExpert leitete und 2005 zum Stellvertretenden Chefredakteur befördert wurde. Als Chefredakteur von ZDNet.de ist er seit 2008 tätig.

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