FTC verhängt Bußgeld von 5 Milliarden Dollar gegen Facebook

Auslöser ist der Datenskandal um Cambridge Analytica. Die Handelsbehörde schränkt zudem Marc Zuckerbergs Einfluss auf den Datenschutz bei Facebook ein. Unter anderem stellt sie ihm ein Datenschutzkomitee und Compliance-Beauftragte zur Seite.

Die US-Handelsbehörde Federal Trade Commission hat sich mit Facebook auf ein Bußgeld von 5 Milliarden Dollar für Verstöße gegen Datenschutzgesetze geeinigt. Darüber hinaus verpflichtet sich das Social Network, seine Privatsphäreeinstellungen grundlegend zu überarbeiten. Als weiteres Eingeständnis ist CEO Mark Zuckerberg nicht mehr allein für Entscheidung rund um den Datenschutz zuständig.

Facebook-CEO Mark Zuckerberg (Bild: James Martin / CNET)Auslöser der Ermittlungen der FTC war der Datenskandal um das britische Unternehmen Cambridge Analytica. Die Behörde warf Facebook in dem Zusammenhang „irreführende Angaben und Einstellungen“ vor, um „die Datenschutzpräferenzen von Nutzern zu untergraben“. Damit soll Facebook wiederum gegen eine bereits 2012 getroffene Vereinbarung mit der FTC verstoßen.

„Diese Taktiken erlaubten es dem Unternehmen, die persönlichen Daten der Benutzer mit Anwendungen von Drittanbietern zu teilen, die von den Freunden von Facebook des Benutzers heruntergeladen wurden“, heißt es in einer Pressemitteilung der FTC. „Die FTC behauptet, dass viele Nutzer nicht wussten, dass Facebook solche Informationen weitergibt, und deshalb nicht die erforderlichen Schritte unternommen haben, um die Weitergabe abzulehnen.“

Für neue Produkte, Dienste oder Funktionen muss Facebook künftig eine Datenschutzprüfung durchführen, bevor sie implementiert werden dürfen. Zudem soll ein unabhängiges Komitee aus Datenschutzexperten eingesetzt werden, um die „uneingeschränkte Kontrolle“ von Zuckerberg über Datenschutzentscheidungen aufzubrechen.

Zuckerberg ist indes verpflichtet, ab sofort zusammen mit noch zu benennenden Compliance-Beauftragten einen vierteljährlichen Bericht vorzulegen, der bestätigt, dass sich Facebook an die neuen Auflagen der FTC hält. Eine unabhängige Organisation wird sich zudem in den kommenden 20 Jahren mit Facebooks Datensammlungen beschäftigt – auf Facebook, Instagram und WhatsApp.

Die Vereinbarung sieht aber auch vor, dass Facebook die Datenschutzkontrollen für Apps von Drittanbietern verschärft. Zu Sicherheitszwecken übermittelte Telefonnummern darf das Unternehmen außerdem nicht mehr für Werbung missbrauchen. Des Weiteren muss Facebook sicherstellen, dass künftig alle Nutzerpasswörter verschlüsselt sind, indem es gezielt nach unverschlüsselten Kennwörtern in seinen Systemen sucht.

Die 5 Milliarden Dollar sind die höchste Geldstrafe, die bisher von der FTC verhängt wurde. Schon im ersten Quartal hatte Facebook eine Rückstellung von 3 Milliarden Dollar gebildet und die Höhe der Strafzahlung auf 3 bis 5 Milliarden Dollar geschätzt.

„Die Vereinbarung erfordert einen grundlegenden Wandel unserer Arbeitsweise, und sie wird den Menschen, die unsere Produkte im Unternehmen entwickeln, zusätzliche Verantwortung übertragen“, schreibt Facebook in einem Blogbeitrag. „Sie markiert eine stärkere Hinwendung zur Privatsphäre, und zwar auf einer Ebene, die alles übertrifft, was wir in der Vergangenheit getan haben.“

ANZEIGE

So lassen sich Risiken bei der Planung eines SAP S/4HANA-Projektes vermeiden

Ziel dieses Ratgebers ist es, SAP-Nutzern, die sich mit SAP S/4HANA auseinandersetzen, Denkanstöße zu liefern, wie sie Projektrisiken bei der Planung Ihres SAP S/4HANA-Projektes vermeiden können.

Themenseiten: Datenschutz, Facebook, Privacy, Soziale Netze

Fanden Sie diesen Artikel nützlich?
Content Loading ...
Whitepaper

ZDNet für mobile Geräte
ZDNet-App für Android herunterladen ZDNet-App für iOS

Artikel empfehlen:

Neueste Kommentare 

1 Kommentar zu FTC verhängt Bußgeld von 5 Milliarden Dollar gegen Facebook

Kommentar hinzufügen
  • Am 28. Juli 2019 um 4:05 von Lutz Fehling

    Die Bevormundung und Gängelung von Mark Zuckerberg bzw. seinem Unternehmen erinnert an „unter Betreuung stellen“. Womöglich ist sogar Antisemitismus ein Motiv.
    Ich glaube, das würde man – und er mit sich – Gates nicht machen können.
    Kann ja sein, dass facebook nicht gerade Vorreiter im Datenschutz war und ist, man braucht sich da aber auch nicht anmelden.
    Die GegnerInnen von facebook sind aus meiner Sicht an kleinlichem und gemeinen Parasitismus nicht zu überbieten.
    (meine mail geht nicht)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *