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Opera, Vivaldi und Brave ignorieren Chromes Änderungen für Adblocker

Opera, Vivaldi und Brave folgen offenbar nicht Googles Beispiel und beschneiden die Funktionalität von Werbeblockern in ihren Browsers – obwohl sie sich eine gemeinsame Codebasis mit Chrome teilen. Das bestätigten die jeweiligen Anbieter in den vergangenen Tagen öffentlich oder auf Nachfrage von ZDNet.com.

Brendan Eich, CEO von Brave Software, kündigte ein einer E-Mail an ZDNet.com an, der Brave-Browser werde auch künftig die Technologie für Erweiterungen unterstützen, die Google derzeit in seinem Browser einschränke. „Wir werden das WebRequest API weiterhin für alle Erweiterungen in Brave unterstützen“, teilte Eich mit.

Er betonte zudem, dass Brave auch in Zukunft die Erweiterungen uBlock Origin und uMatrix des Entwicklers Raymond Hill unterstützte. Hill hatte in den vergangenen Monaten mehrfach auf die Folgen der von Google angekündigten Änderungen für das WebRequest API hingewiesen.

Ähnlich wie Brave äußerte sich auch Opera. „Wir könnten auch in Betracht ziehen, die fraglichen APIs funktionsfähig zu halten, auch wenn Chrome es nicht tut, aber auch dies ist kein Problem für die mehr als 300 Millionen Menschen, die sich für Opera entschieden haben“, sagte ein Opera-Sprecher.

Weder Brave noch Opera sind jedoch auf Erweiterungen angewiesen, um unerwünschte Werbung auf Websites zu blockieren. Beide Browser werden nämlich von ihren jeweiligen Herstellern ab Werk mit einem Werbeblocker ausgestattet.

Vivaldi kündigte seinen Support für Werbeblocker in einem Blogeintrag an. Wie man letztlich auf die Änderungen der WebRequest API reagiere sei davon abhängig, wie Google die Einschränkungen implementiere, schreibt Petter Nilsen, Senior Developer bei Vivaldi. „Die gute Nachricht ist, egal welche Einschränkungen Google einführt, wir können Sie rückgängig machen.“

Unklar ist indes, wie sich Microsoft in Bezug auf die von Google angekündigten Änderungen verhält. Eine Anfrage von ZDNet.com ließ das Unternehmen unbeantwortet. Microsoft stellt derzeit den Unterbau seines Browsers Edge auf Chromium um – unter anderem, um einer Schwäche seines Browsers zu begegnen: einer geringen Auswahl an Erweiterungen.

Erweiterungen für Chrome, die Werbung blockieren, jugendgefährdende Inhalte filtern oder mehr Sicherheit und Datenschutz versprechen, nutzen derzeit die Programmierschnittstelle WebRequest, um „Netzwerkanfragen abzufangen, zu verändern, umzuleiten der API-Anfragen zu blockieren“. Künftig soll die WebRequest API jedoch eine reine Beobachterrolle übernehmen und somit nicht mehr in der Lage sein, aktiv mit Erweiterungen zu interagieren.

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Stefan Beiersmann @beiersmann

Stefan unterstützt seit 2006 als Freier Mitarbeiter die ZDNet-Redaktion. Wenn andere noch schlafen, sichtet er bereits die Nachrichtenlage, sodass die ersten News des Tages meistens von ihm stammen.

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