EU-Kartellstrafe lässt Gewinn der Google-Mutter Alphabet einbrechen

Alphabet hat im ersten Quartal 2019 seinen Umsatz um 17 Prozent auf 36,34 Milliarden Dollar gesteigert. Trotzdem brach der Nettogewinn der Google-Mutter um 29 Prozent auf 6,66 Milliarden Dollar ein. Grund dafür ist die jüngste Kartellstrafe der EU über 1,7 Milliarden Dollar. Ohne das Bußgeld wäre der Überschuss lediglich um 11 Prozent auf 8,34 Milliarden Dollar geschrumpft.

Ohne die Strafe übertrifft der Gewinn pro Aktie von 11,90 Dollar sogar die Erwartungen von Analysten, die 10,58 Dollar pro Anteilsschein vorhergesagt hatten. Googles Umsatz erfüllte jedoch nicht die Prognosen, die bei 37,34 Milliarden Dollar lagen. Insgesamt konnte die Bilanz Googles Anleger nicht zufriedenstellen. 7,34 Prozent gab der Kurs der Alphabet-Aktie im nachbörslichen Handel nach. Der gestrige Schlusskurs von 1296,20 Dollar hatte noch am aktuellen 52-Wochen-Hoch von 1296,98 gekratzt.

Auch beim Nettoumsatz abzüglich der Traffic Acquisition Costs, die Google an seine Partner abführt, klaffte eine Differenz zwischen den Erwartungen der Wall Street und den aktuellen Kennzahlen. 29,45 Milliarden Dollar in der Bilanz stehen 30,06 Milliarden Dollar auf den Zetteln der Analysten gegenüber. Den Anteil der Traffic Acquisition Costs an den Werbeeinnahmen reduzierte Google jedoch von 24 auf 22 Prozent.

Es sank aber auch der Anteil der Werbeeinnahmen am Gesamtumsatz, und zwar von 86 auf 85 Prozent. Als Folge wuchsen Googles andere Umsätze, unter anderem aus dem Cloudgeschäft, um 25 Prozent auf 5,45 Milliarden Dollar.

Googles operativer Gewinn wurde im ersten Quartal 2019 zudem stärker durch die sogenannten Other Bets, zu denen Waymo, Fiber und Verily gehören, belastet, als im Vorjahreszeitraum. Von Januar bis März nahm dieser Bereich 170 Millionen Dollar ein (plus 13 Prozent) und erwirtschaftete einen operativen Verlust von 868 Millionen Dollar (plus 52 Prozent).

Bei einer weiteren wichtigen Kennzahl, den bezahlten Klicks, erzielte Google einen Zuwachs von 39 Prozent. Wie in den Vorquartalen auch reduzierten sich jedoch die Kosten pro Klick, also Googles Einnahmen durch jede angeklickte Anzeige. Sie sanken um 19 Prozent.

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Stefan Beiersmann @beiersmann

Stefan unterstützt seit 2006 als Freier Mitarbeiter die ZDNet-Redaktion. Wenn andere noch schlafen, sichtet er bereits die Nachrichtenlage, sodass die ersten News des Tages meistens von ihm stammen.

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